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Essen: Gender-Kongress 2014 - Hochschulentwicklungen, Gleichstellungspraktiken, Wissenschaftskarrieren – Potenziale + Perspektiven

Cienfuegos, 2009 Foto: H.S.

07.03.2014

Die Daten und Analysen des Gender-Reports 2013 zeigen deutlich, dass trotz einer Steigerung der Frauenanteile auf allen Qualifikationsstufen und in allen Statusgruppen noch lange nicht von einer geschlechtergerechten Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen gesprochen werden kann. Auf den höheren Ebenen des Wissenschaftsbetriebes – insbesondere bei den Professuren – sind Frauen nach wie vor stark unterrepräsentiert. Je höher die Position, je besser ausgestattet die Stellen, desto geringer ist der Anteil von Wissenschaftlerinnen. Hinzu kommt eine horizontale Segregation, d. h., es zeigen sich ebenso Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in den einzelnen Fächergruppen, die bereits mit Beginn der Hochschulbiografie einsetzen und mit unterschiedlichen Entwicklungsmöglichkeiten und Verdienstaussichten verbunden sind. Die Hochschulen in NRW bemühen sich, fundiertes Gleichstellungswissen in Steuerungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen und Gleichstellungsarbeit durch vielfältige Projekte und
Maßnahmen auf zentraler und dezentraler Ebene zu unterstützen.
Jedoch bedarf die Umsetzung einer geschlechtergerechten Hochschulkultur nach wie vor struktureller Anpassungen, verbindlicher Vorgaben und individueller Gender-Sensibilisierungen.

Auf dem dritten Gender-Kongress wollen wir im Rahmen von Vorträgen und in vier parallel stattfindenden Zukunftsgesprächen den Weg zur Professur, die neuen Gleichstellungstrukturen an Hochschulen, die Geschlechterdifferenzen auf Hochschulleitungsebene und die Geschlechtersegregation in den Fächergruppen in den Fokus stellen, um den begonnenen Weg zur geschlechtergerechten Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen weiterzugehen und die Gleichstellung von Frau und Mann sowie Chancenge-
rechtigkeit in der Wissenschaft voranzutreiben.

Ich würde mich freuen, Forschungsergebnisse sowie Handlungsansätze und (hochschul-)politische Interventionen mit Ihnen im Austausch zu beraten, und möchte Sie deshalb zum diesjährigen Gender-Kongress des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung am Freitag, den 7. März 2014 in Essen, herzlich einladen.

Ihre Svenja Schulze
Ministerin für Innovation, Wissenschaft Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

09:00
Anmeldung und Stehcafé
10:00
Grußwort von Ministerin Svenja Schulze
10:15
Keynotes I
Geschlechter(un)gerechtigkeit an Hochschulen – der Gender-
Report 2013. Dr. Beate Kortendiek Koordinatorin Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
10:45
Keynotes II
Homosoziale Kooptation –Berufliche Karriere und männliche
Vergemeinschaftung. Prof. Dr. Michael Meuser Professor für Soziologie der Geschlechterverhältnisse TU Dortmund
11:15
Keynotes III
Neue Herausforderungen und Perspektiven in der Gleichstel-
lungsarbeit an Hochschulen. Dr. Uschi Baaken BuK of Vorstand, Gleichstellungsbeauftragte Universität Bielefeld
11:45
Mittagsimbiss
12:30
Werkstätten
Parallele Zukunftsgespräche
14:15
WERKSTATT 1
Wissenschaftskarrieren – der Weg zur Professur

Ziel der Werkstatt ist es, förderliche und hinderliche Faktoren einer Wissenschaftskarriere sowie die Gründe für das Aufsteigen bzw. Ausscheiden von Frauen auf dem Weg zur Professur zu identifizieren, um Handlungsoptionen für die Politik, die Hochschulleitungen, die Fakultäten sowie für
Gleichstellungsakteurinnen und -akteure zu entwickeln.

WERKSTATT 2
Gleichstellungsstrukturen – neue Kooperationen oder Konkurrenzen?

Die Hochschulen in NRW integrieren zunehmend Gleichstellungswissen in zentrale Hochschulentwicklungs- und Entscheidungsprozesse. Durch neue Gleichstellungsstrukturen, wie die Einrichtung von Prorektoraten oder Stabsstellen für Gender und Diversity, können gleichstellungspolitische Handlungsspielräume durch Synergien mit den Gleichstellungsbüros ver- und gestärkt werden.

WERKSTATT 3
Geschlechtergerechte Führung – Ungleichheiten auf Hochschulleitungsebene überwinden

Die Frauenanteile in den Leitungsgremien der Hochschulen haben im letzten Jahrzehnt zugenommen, dennoch liegen sie aktuell nur bei einem Viertel. Der höchste Frauenanteil findet sich im Hochschulrat, nicht aber in den
internen Führungsgremien der Hochschulen und vor allem nicht an deren Spitze. So fällt die Beteiligung von Frauen als Prorektorin oder Prodekanin etwas höher aus, deutlich seltener dagegen jene als Rektorin oder Deka-
nin.

WERKSTATT 4
Geschlechtersegregation in den Fächergruppen – fachkultureller Handlungsbedarf

Der durchschnittliche Studentinnenanteil nähert sich der Geschlechterparität an, jedoch unterscheiden sich die einzelnen Fächergruppen nach wie vor stark in ihrer Geschlechterzusammensetzung. Auch die Fächer-
gruppen mit hohem Studentinnenanteil haben einen starken Drop-out von Frauen im Verlauf der wissenschaftlichen Hochschullaufbahn zu verzeichnen.

Kaffeepause
14:45
Abschlussplenum
Stichworte aus den Werkstätten
15:15
Schlusswort aus dem Ministerium
15:30
Sektempfang
16:00
Kultureller Ausklang zum Weltfrauentag:
Sängerin Léonie Thoms (Begleitung: Prof. Patricia Martin)
16:30
Ende des Kongresses

Link

Quelle: Gender Kongress

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