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Bonn: Digitale Industrie, algorithmische Arbeit, kulturelle Transformation

04.10.2018

Die Diskurse über die „Zukunft“ der Arbeit werden derzeit von gegensätzlichen Positionen dominiert, die sich entweder in sehr optimistischen oder pessimistischen Wortmeldungen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Industriestandort Deutschland äußern. Die „4.0“-Indizierung lässt auf politischer Ebene einen Grundoptimismus erkennen, der die Gestaltung „guter“ digitaler Arbeitswelten mit den bewährten ökonomischen und arbeitsmarktpolitischen Regulierungen für machbar hält. Eine eher pessimistische Einstellung wird von Seiten der Sozialwissenschaften formuliert. Bemängelt wird vor allem die Konjunktureuphorie und die Einseitigkeit von Konzepten wie „Industrie 4.0“: Sie ließen das Gesamttableau der digitalen Arbeitswelt außer Acht.

„Kampagnen-Optimismus“ und „digitalkapitalistischer Pessimismus“ erscheinen in dieser Debatte diametral und unversöhnlich. Hier zeigt sich, dass einer gesellschaftspolitischen Bearbeitung von Digitalisierung und ihren Auswirkungen auf zukünftige Arbeitsgesellschaften grundsätzliche definitorische, theoretische und methodische Klärungen vorausgehen müssen. Gleichzeitig bewirken die fortschreitende Digitalisierung und Technisierung lebensweltliche, kulturelle und politische Transformationen, die mitgedacht werden sollten. Die Dringlichkeit einer auch kulturbezogenen und interdisziplinären Analyse des „Digitalen Zeitalters“ wird allein schon daraus ersichtlich, dass es an einem einschlägigen Begriff für die Veränderungen, die digitale Technologien an unserer Lebenswelt vornehmen, mangelt.

Die diesjährige Fachtagung der FES-Promotionsförderung möchte auf dieser Grundlage zwei Diskursräume zusammenführen und eine interdisziplinäre wissenschaftliche Zusammenschau der Problemlagen und Perspektiven anregen.
Digitale Industrie, algorithmische Arbeit, kulturelle Transformation.
Interdisziplinäre Perspektiven auf die ökonomische, politische und gesellschaftliche Verhandlung von Digitalisierung und zukünftiger Arbeit Fachtagung am 4. – 6. Oktober 2018 IN BONN

Donnerstag, 4. Oktober 2018
13:30 Begrüßung und Impuls
Digitale Industrie, algorithmische Arbeit und kulturelle Transformation. Überlegungen zu den Konflikträumen digitaler Kapitalismus, Wandel der Arbeit und Postdemokratie
Dr. Ursula Bitzegeio

14:00 Panel 1
Digitaler Wandel von revolutionärer Qualität? Theoretische und historische Überlegungen
Algorithmische Verkettung. Über das Neue der digitalen Technologie – und dessen Folgen
Prof. Dr. Bruno Cattero, Alessandria

Marx 4.0: Analoge Theorien für den digitalen Kapitalismus?
Christopher Wimmer, Berlin

Zwei Seiten einer Medaille: Digitalisierung der Arbeit und Arbeit als soziale Reproduktion
Lea-Riccarda Prix, Berlin
Chair: Dr. Yaman Kouli
16:00 Kaffeepause

16:30 Panel 2
Crowdworking und Plattformökonomie
The Alientation of Digital Platform Workers – The case of Amazon.com Warehouses
Sarrah Kassem, Tübingen

Crowdworking und Plattformökonomie in Deutschland: Akteursperspektiven auf eine neue Form von Arbeit, deren Regulierung und neue Formen der Governance
Benedikt Schreiter / Dr. Samuel Greef, Kassel

Platform Work, Algorithmic Pay Differences, and EU Gender Equality Law
Dr. Miriam Kullmann-Klocke, Wien
Chair: Jasmin Schreyer

18:15 Abendessen
19:30 Abendvortrag
Die deutsche Industrie 4.0-Strategie: Rheinischer Kapitalismus im Zeitalter der Digitalisierung
Prof. Dr. Wolfgang Schroeder
Moderation: Dr. Ursula Bitzegeio
21:00 Ende des ersten Tages

Freitag, 5. Oktober 2018
09:00 Panel 3
Algorithmische Arbeitsorganisation und rechtliche Fragen zur künstlichen Intelligenz
Arbeit und Arbeitnehmerschutz gefangen in der Zeit – überkommene Mechanismen behindern rechtliche Flexibilisierung
Prof. Dr. Kai Litschen, Wolfenbüttel

Scoring-Algorithmen als Instrument der Bewerberauswahl im Lichte des Antidiskriminierungsrechts
Jan Mysegades, Hamburg

Die zivilrechtliche Verantwortung für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz
Justin Grapentin, Hamburg
Chair: Dr. des. Sandra Fischer

11:00 Kaffepause

11:15 Panel 4
Innovationen und Risiken
Vertrauen und Innovationsfähigkeit in der digitalen Welt
Prof. Dr. Daniel Buhr / Dr. Rolf Frankenberger, Tübingen

Digitalisierung der Arbeitswelt aus der Sicht der Praxis – Schwerpunkt Dienstleistungen
Petra Rossbrey, Frankfurt am Main

Innovative Städte in Deutschland. Eine empirische Analyse des Innovationspotentials
Vanessa Hellwig, Dortmund
Chair: PD Dr. Philipp von Wussow

13:00 Mittagessen
14:00 Panel 5
Effekte der Mensch-Maschine-Interaktion in der algorithmischen Arbeit
Digital Revolutions affecting Distribution within the Games Sector
Prof. Dr. Malte Behrmann, Berlin

Klinik 4.0. Wie sich ein Innovationsfeld organisiert
Maike Janssen, Oberhausen
Arbeit an Schulen in der Kultur der Digitalität
Henning Host, Köln
Chair: Elena Loevskaya

15:45 Kaffeepause

16:15 Panel 6
Lebensweltliche und zivilgesellschaftliche Transformationen
Am Ende der Digitalisierung? Die Transformation geisteswissenschaftlicher Praktiken im digitalen Zeitalter
Dr. Silke Schwandt, Bielefeld

Musiker 4.0: Schöne neue Welt?
Prof. Dr. Martin Lücke, Berlin

Digitale Neukodierung der Psychiatrie
Eckhard Geitz, Freiburg
Chair: Dr. Stephan Schmauke

18:00 Abendessen
19:30 Abendvortrag
Heike Raab, Staatssekretärin im Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur Rheinland-Pfalz (ISIM) und IT-Beauftragte, im Gespräch mit Prof. Dr. Frank Decker und Prof. Dr. Wolfgang Schroeder
21:00 Ende des zweiten Tages

Samstag, 6. Oktober 2018
09:00 Panel 7
Ethische und kulturelle Transformationen
Digitalisierung und Menschenwürde in der Arbeitswelt der Zukunft.
Eine verfassungsrechtliche Perspektive auf die Industrie 4.0
Jonas Botta, Berlin

Digitale Ebenen der Transkultur und neue Formen des Widerstands
Prof. Dr. Gernot Wolfram, Berlin

Arbeit im Cyberkrieg
PD Dr. Philipp von Wussow, Hamburg
Chair: Pauline Schneider

10:45 Kaffeepause

11:15 Panel 8
Moderne und Zukunft – Vergleichende und perspektivische Überlegungen
Vielfalt 4.0. Vielfalt im Kontext der Digitalisierung. Den digitalen und kulturellen Wandel erfolgreich gestalten
Dr. Ina Tripp, Berlin

Rechtspopulismus und Digitalisierung. Mit Mitteln der Moderne gegen die Moderne?
Jennifer Ten Elsen, Kassel

Digitale Transformation in China: Ein Blick in die Zukunft?
David Schulze, Berlin
Chair: Dr. Philipp Adorf

13:00 Abschluss im Plenum
13:30 Mittagsimbiss und Abreise

Tagungsort Friedrich-Ebert-Stiftung Konferenzsaal 1 Godesberger Allee 149
53175 Bonn Benutzen Sie auch die U-Bahn Linien 16 und 63, Haltestelle Max-Löbner-Straße. Tagungsleitung Dr. Ursula Bitzegeio Friedrich-Ebert-Stiftung Teamleiterin
Promotionsförderung. Prof. Dr. Wolfgang SchroederUniversität Kassel Fachbereich 05
Gesellschaftswissenschaften

Digitale Industrie, algorithmische Arbeit, kulturelle Transformation
4. – 6. Oktober 2018 IN BONN
Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte vor der Veranstaltung an uns.
Eine Teilnahme an einzelnen Panels und/oder an einer der Abendveranstaltungen ist möglich. Wir bieten Ihnen im Rahmen der Veranstaltung eine Verpflegung an, Reise- und können leider nicht übernommen werden.Anmeldung als Gast zur Fachtagung (4./5./6. Oktober) oder zu den Abendveranstaltungen (4./5. Oktober) via E-Mail bis zum 21.9.2018 an: stephan.schmauke@fes.de, Tel. 0228 883 7951
Ansprechpartner Dr. Stephan Schmauke

Quelle: FES

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