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Erlebnis im Krankenhaus mit alter Dame

22.02.2006 - von A. Rabenstein

Ich besuchte vor einigen Tagen eine alte Dame im Krankenhaus, sie war kurz vorher an der Galle operiert, und wollte versuchen, auf die Toilette zu gehen. Klingeln: Schwester kam, noch sehr jung, es war Sonntag. Sagte nicht guten Tag, nur das Nötigste.

Sie ging mit der Frau los, ohne Wägelchen - unter dem dünnen NAchtehmd baumelte der Urinbeutel und eine Art Blutbeutel hervor. Das Hemd ging nur bis zu den Knien.

Ich bemerkte, ob sie ihr nicht lieber einen Bademantel überziehen wolle, bekam keine Antwort. Jetzt, beim Schreiben denke ich - ich hätte energischer eingreifen sollen und den Mantel holen und ihr überziehen sollen. Schließlich schaffte es die Patientin doch nicht über den langen Flur.

Ich ging (als sie ihr Geschäft erledigte) aus dem Zimmer und bat um einen Hocker oder Stuhl, denn ich kann nicht so lange stehen und hatte auch keinen Stock.

"Haben wir nicht, Sie können in den Aufenthaltsraum gehen." "Da ist leider keine Stuhl frei". "Dann fragen Sie, ob jemand aufsteht". "Aber in dem Raum kann ich nicht sehen, wenn das Licht im Zimmer wieder grün wird."

Ich habe dann noch einen freien Stuhl entdeckt und setzte mich vorne an der Wand in den Flur, was ich sonst auch schon oft getan.

Eine andere Schwester kam:
"Hier können Sie nicht sitzen bleiben, wenn ein Notfall kommt! Stehen Sie bitte auf". Ich: "Ich bleibe hier sitzen!" Sie wollte mir den Stuhl förmlich unter dem Hintern wegziehen. "Ich bleibe hier sitzen". Sie schimpfte, so etwas Freches hätte sie noch nie erlebt. "Ich reagiere auf Sie".

Habe mir den Namen geben lassen, und dem Krankenhaus genau diesen Brief geschrieben. Hätte Angst, mich unter solchen Bedingungen in ihr Krankenhaus zu legen.

Quelle: Brief ans Büro gegen Altersdiskriminierung