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AOK-Chef Ahrens: Sofort entlassen!

07.09.2008 - von Hanne Schweitzer

Während den AOK-Versicherten die Leistungen gekürzt werden, und RentnerInnen Probleme haben, eine Reha genehmigt zu bekommen, schieben sich die Manager der AOK sogenannte "Patenhonorare" zu. Das Büro gegen Altersdiskriminierung fordert die Entlassung des Chefs vom Bundesverband der AOK, Hans Jürgen Ahrens, mitsamt all seinen Helfershelfern.

"Patenhonorare" bis zu 30.000 Euro im Jahr zahlte der Bundesverband der AOK an die Länderchefs der AOK. Diese Honorare tauchen in der gesetzlich festgeschriebenen Veröffentlichung der Manager-Gehälter nicht auf. Bei den sogenannten "Nebenleistungen", die das Einkommen noch erheblich steigern, kommen die "Patenhonorare" auch nicht vor.

Wie immer in solchen Fällen, gab es auch diesmal jemanden aus dem eigenen Stall, der offiziell nicht versteht, worüber sich die Leute eigentlich aufregen, und der es "o.k." findet, wenn die AOK ihren Topverdienern auch noch "Patenhonorare" überweist. So behauptet der Sprecher des AOK-Chefs aus Rheinland-Pfalz spitzfindig, es handle sich deshalb nicht um Nebeneinkünfte, weil die "Patenhonorare" ja vom BUNDESverband und nicht von den AOK-LANDESkassen gezahlt worden wären.

Das Bundes-Gesundheitsministerium äußert sich bisher nicht zur neuen Räubergeschichte aus der Gesundheitsindustrie - dabei ist das Ministerium die oberste Aufsicht der Bundes-AOK. Während eine Presseanfrage von stern.de, mit detaillierter Frageliste seit dem 5.8.08 nicht beantwortet wurde, gab ein - selbstverständlich Sprecher, und nicht die Chefin persönlich bekannt: Das Gesundheitsministerium gibt keine Auskunft darüber, welche Konsequenzen die Zahlung von "Patenhonoraren" an AOK-Großverdiener haben könne.

Auf ihrer Webseite preist sich die AOK als "eine starke demokratische Gemeinschaft, die von den Versicherten und Arbeitgebern gemeinsam selbst verwaltet" wird. Doch die starke, demokratische Gemeinschaft und ihre selbstverwalteten Organe schweigen zu den Überweisungen und zu den zahlreichen Reisen der AOK-Chefs. Dabei gibt es unter ihnen mit Sicherheit einige, die sehr genau wissen, welcher der 15 AOK-Landesschefs "Patenhonorare" bekommen hat, und wie oft sie auf welche Konten überwiesen wurden. Wo ist der Vorsitzende des Verwaltungsrates des AOK-Bundesverbands, Fritz Schösser? Der als Vertreter des linken SPD-Flügels gilt und das Amt bekam, um die Interessen der Versicherten zu vertreten. Auch Volker Hansen schweigt, der als Arbeitgebervertreter im Verwaltungsrat sitzt.

Die gesetzlichen Kassen werden nicht ausreichend kontrolliert, und die Versicherten und Patienten nachhaltig betrogen und geschädigt, schreibt die Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), und weiter: Es dränge sich die Frage auf, ob ein Stillhalteabkommen zwischen AOK und Politikern besteht, das weitere Leistungskürzungen für die Versicherten mit der Begründung der Senkung der Lohnnebenkosten zur Folge haben werde.

Will jemand die jetzigen Leistungen behalten, soll er oder sie halt extra dafür zahlen. Die weitere Privatisierung der Gesetzlichen Gesundheitsversorgung durch die Hintertür ist aber auch dann geplant, wenn die Krankenkassen-Beiträge erstmal wieder steigen. Die Rede davon ist ja schon lange im Umlauf. LinkSchließlich muss die Kohle für "Patenhonorare" und andere Betrügereien ja irgendwo herkommen! Das Monster Gesundheitsfonds muss finanziert werden, die elektronische Gesundheitskarte und anderer Mumpitz ebenso. Link

Zur Zeit wird die künftige Beitragshöhe noch mit 15,5% gehandelt, 15,5% des Bruttolohns - im Schnitt! was bekanntlich bedeutet, dass die Beiträge zur Krankenversicherung durchaus noch höher werden könnten. In Berlin, im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern liegt der Beitragssatz für AOK-Versicherte schon heute bei 15,8 Prozent.

Die Bereicherung der AOK-Apparatschkis ist unerträglich. Die kriminellen Seilschaften müssen gekappt werden. Lupenreine Transparenz der Einnahmen und Ausgaben statt des Verschleierungsmonsters Gesundheitsfonds ist nötig.

Das Büro gegen Altersdiskriminierung fordert die Entlassung des Chefs vom Bundesverband der AOK, Hans Jürgen Ahrens, mitsamt all seinen Helfershelfern. Ein bißchen hoppi! und ohne einen Pfennig Abfindung sollen sie ihre Schreibtische räumen.

Außerdem: Wer sich an den Geldern von 25 Millionen !!! AOK-Versicherten vergreift, darf sich nicht wundern, wenn diese das Streichen, das Verweigern, das Kürzen, das Verschlechtern und das Verteuern der Gesundheitsfürsorge nicht länger lammfromm hinnehmen.

Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=2707
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung

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