Volltextsuche:

Seniorenvertretung München: Klare Verhältnisse

05.10.2009 - von Hanne Schweitzer

Die Seniorenvertretung in München ist die mit Abstand größte Seniorenvertretung in Deutschland. Sie hat 213 Delegierte. Das liegt an der Satzung. Die sieht vor, dass sich die Anzahl der Delegierten nach der Anzahl derjenigen richtet, die in den 25 Münchener Stadtbezirk wahlberechtigt sind, das heißt, älter als 60 Jahre. Je angefangene 1.500 Wahlberechtigte wird eine Delegierte oder ein Delegierter vorgesehen.

München hat derzeit 317.000 BewohnerInnen über 60 Jahre, entsprechend wurden bei der letzten Wahl, am 17. März 2009, insgesamt 213 Delegierte für die 9. Amtsperiode des Seniorenbeirats gewählt. Eine Amtsperiode dauert in München vier Jahre. Kandidieren kann, wer 60 Jahre alt ist, seit mindestens 6 Monaten, ununterbrochen mit Hauptwohnsitz in München gemeldet ist, und als BürgerIn ohne deutschen Pass eine gültige Aufenthaltserlaubnis besitzen. Mitglieder der Seniorenvertretung brauchen bei einer neuen Amtsperiode keine Unterstützungsunterschriften zu sammeln. Wer zum ersten Mal kandidiert, muss mindestens 10 Unterstützungsunterschriften beibringen.

Die Delegierten werden per Briefwahl ermittelt. Die oder der Delegierte mit der höchsten Stimmenzahl im jeweiligen Stadtbezirk erhält automatisch einen Sitz im Seniorenbeirat. Gemäß der vom Stadtrat beschlossenen "Satzung für die Seniorenvertretung der Landeshauptstadt München (Seniorenvertretungssatzung)" setzt sich die Seniorenvertretung Münchens zusammen aus:

  • 1. der Delegiertenversammlung (= Gesamtzahl der gewählten Delegierten);
  • 2. dem Seniorenbeirat (zentrales Beratungs- und Beschlussorgan) Der Beirat hat 25 plus drei Mitglieder, weil drei ausländische Mitglieder zusätzlich gewählt werden.


  • Sprechstunden:
    Der Seniorenbeirat München hält Dienstags und Donnerstags von 9.30 bis 12 Uhr seine Sprechstunden ab. Jeden zweiten und vierten Montag im Monat werden außerdem von 9.30 bis 12 Uhr Rentenberatungen durchgeführt. Jeden dritten Montag im Monat findet ab 16.30 Uhr nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter der Telefon: 16 25 98 eine zusätzliche Rentenberatung statt und jeden ersten Dienstag im Monat findet, ebenfalls nach vorheriger telefonischer Anmeldung unter Telefon: 2 33-2 11 66, eine Rechtsberatung statt.

    Öffentlichkeitsarbeit:
    Die Seniorenvertretung gibt unregelmäßig, dafür aber in schriftlicher und elektronischer Form das eigene und selbsstverantwortete Magazin „Wir über 60“ heraus. Darin werden Informationen über die Ergebnisse der Delegierten- und Beiratstreffen veröffentlicht, aber auch informative Artikel, wie z.B. „Frauen 65+ mit Erziehungszeiten – Fehlende Wartezeit kann nachbezahlt werden“, oder „Warnung vor falschen Spendensammlern“, oder „Gewinnspielmasche jetzt per Anrufbeantworter“, oder: „Kostenlose Software wehrt Internet-Abo-Abzocker ab“.

    Klare Verhältnisse gibt es bei der Münchener Seniorenvertretung beim Umgang mit Rechts. Zwar ist man laut Satzung verpflichtet, überparteilich, überkonfessionell und verbandsunabhängig zu arbeiten, hat aber bei der Arbeit mit dem Stadtrat naturgemäß mit parteilich gebundenen Stadtratsmitgliedern zu tun (es gibt im Stadtrat nur einen „Freien Wähler“). 2009 hat das Plenum des Seniorenbeirats einstimmig die Absicht des Vorstandes gebilligt, keinen Kontakt zu dem Stadtrat aufzunehmen, der über die Liste „Bürgerinitiative Ausländerstopp" in den Rat gekommen ist.

    Adresse:
    Burgstraße 4, 80331 München, Tel. 089/233-21166 Link

    Link: http://www.altersdiskriminierung.de/themen/artikel.php?id=3243
    Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung

    Weitere aktuelle Artikel zum Thema Ehrenamt :
    02.02.2016: Bund: Engagementstrategie + neue Unterabteilung
    01.12.2015: Selbsthilfeverein gegen Krebs hat Altersgrenze in Satzung
    30.11.2015: KKV in Essen: Präventionskurse werden nur digital zertifiziert

    Alle Artikel zum Thema Ehrenamt





    Nach oben | Kontakt | Impressum | Inhaltsverzeichnis | Hilfe
    ©2004-2016 Büro gegen Altersdiskriminierung