Diskriminierung melden
Suchen:

Altersdiskriminierung bei der Bundeszentrale für politische Bildung

Foto: H.S.

09.01.2019 - von Hanne Schweitzer

Unter 26Jährige sind es, die nach dem Willen der Bundeszentrale für politische Bildung darüber entscheiden, welche Thesen in den Wahl-O-Mat aufgenommen werden, der für die Wahlen zur Bürgerschaft in Bremen und zum EU-Parlament freigeschaltet werden wird. Wie das? Näheres dazu findet sich auf der Webseite der Zentrale. Dort heißt es - selbstverständlich im vertraulichen "Du":

"Du bist bei einer der anstehenden Wahlen wahlberechtigt und am Wahltag nicht älter als 26 Jahre? Du willst als Redaktionsmitglied bei der Erstellung und Auswahl der Thesen dabei sein? Dann bewirb Dich jetzt für Deinen Wahl-O-Mat! Aktuell suchen wir Redaktionsmitglieder für den Workshop zum Wahl-O-Mat zur Wahl der Bremischen Bürgerschaft (15. - 17.02.2019): Jetzt bewerben! Workshop zum Wahl-O-Mat zur Wahl zum Europäischen Parlament (22. - 24.02.2019): Jetzt bewerben!
Du entscheidest, welche Thesen in den Wahl-O-Mat gelangen! Diese entwickelst und formulierst Du gemeinsam mit anderen Jugendlichen und Politik-Expertinnen und Experten während eines dreitägigen Wahl-O-Mat-Workshops. Hier erwartet Dich viel Arbeit aber auch viel Spaß in einer Redaktion junger, engagierter und netter Menschen. Dafür gibt es am Ende den Dank der Wählerinnen und Wähler und selbstverständlich ein qualifiziertes Zeugnis."


Würdest Du gern mit von der Partie sein, bei diesem workshop "junger, engagierter und netter Menschen" und mit AltersgenossInnen entscheiden, welche Thesen der Politik-ExpertInnen mit "viel Arbeit und viel Spaß" für den Wahl-O-Mat ausgesucht werden? Könntest Du was anfangen mit einem "qualifizierten Zeugnis" für "drei Tage mit viel (unbezahlter) Arbeit und viel Spaß" ?

Ach nee, lass mal gut sein. Wir wissen doch, dass die von den "jungen, engagierten und netten Menschen" noch auszuwählenden Wahl-O-Mat Fragen für unsere und auch deren Lebenswirklichkeit nicht von Belang sind. "Der Wahl-O-Mat ist eines der erfolgreichsten Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Seit 2002 wurde er vor Wahlen über 71 Millionen Mal genutzt."
Sag ich doch. Nicht von Belang. Den Wahl-O-Mat befragen, das tun Schwachmaten. Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie doch wohl längst verboten.

Link: Wählen oder Nichtwählen 2009
Quelle: Büro gegen Altersdiskriminierung

Weitere Artikel, nach dem Datum ihres Erscheinens geordnet, zum Thema Sonstiges:
31.12.2018: KEINE Weihnachtsgeschichte
28.12.2018: Bücherhallen Hamburg: Ausleihgebühr hängt vom Alter ab
24.12.2018: Mit Erwin Pelzig durch die Weihnachtstage

Alle Artikel zum Thema Sonstiges