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Frankfurt: Proteste gegen die IAA

14.09.2019

Tonnenschwere SUVs drehen sich auf Podesten, heulende Motoren beim Offroad-Parcours. Ganz Deutschland redet über die Klimakrise – nur die Autoindustrie macht weiter wie bisher. Bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) am 14. September in Frankfurt geht die Motorenleistung über alles.

Die Automesse in Frankfurt ist der Branchenhöhepunkt des Jahres. Hier geben sich die Konzerne gerne grün. Sie verweisen auf das neue Elektro-Modell – und nennen sich visionär. In der Realität entpuppt sich das als Lüge: Eine Million neue SUVs kommt dieses Jahr auf die Straße.[1] Sie verpesten unsere Luft, stellen unsere Gehwege zu und zerstören das Klima.

Deswegen erobern wir jetzt die Autoausstellung – und fordern gemeinsam mit unseren Bündnispartnern die Verkehrswende. Bei der Eröffnung am Samstag, den 14. September ziehen wir mit einer Demo aus der Frankfurter Innenstadt vor den Eingang der IAA. Tausende Radler*innen fahren aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet vor.

Die Autobahnen voller Fahrräder: Die großen Verkehrsachsen Frankfurts werden zu einem Festspiel für die Verkehrswende. Unübersehbar stehen wir gemeinsam vor der IAA – mit kreativen Schildern in der Luft. Wir konfrontieren die Autolobby genau da, wo sie sich ungestört fühlte. Vor der versammelten Presse fordern wir eine neu gedachte Verkehrspolitik: mit genügend Platz für Radler*innen, einem starken, günstigen Nahverkehr und einladenden Wegen für Fußgänger*innen. Wir müssen weg von Benzin und Diesel.

Die IAA ist ein gigantisches Medien-Spektakel. Wenn wir bei Demo und Sternfahrt am 14. September richtig viele werden, können wir sie zum Symbol für die Verkehrswende machen. Mittags startet die Demo von der Frankfurter Hauptwache, die Fahrrad-Sternfahrt kommt aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet.

Der Amazonas brennt, Grönland schmilzt im Rekordtempo, der deutsche Wald verdorrt – und die Autoindustrie setzt weiter voll auf Benzin und Diesel. Das Tempo, mit dem die Klimakrise eskaliert, ist zum Verzweifeln. Es gibt Hoffnung – doch die müssen wir selbst sein. Die Jugendlichen von „Fridays for Future“ machen es vor. Sie sind hartnäckig und unbequem – damit haben sie schon viel erreicht. Jetzt sind auch wir Erwachsenen dran. Das ist der Plan für die IAA:

Am Freitag, 13. September, geht es los mit einem Protest von „Fridays for Future“: Die Schüler*innen ziehen vor den Eingang der IAA.

Am Samstag, 14. September, gehören uns die Straßen im Rhein-Main-Gebiet. An rund Hundert Orten starten Radler*innen zur Sternfahrt. Eltern mit Kindern sammeln sich am Frankfurter Nibelungenplatz zum Kidical Ride – einem Fahrradumzug für Kinder und Familien. Und alle, die am liebsten zu Fuß demonstrieren, sammeln sich an der Frankfurter Hauptwache.

Am Sonntag, 15. September, wollen Aktive der Initiative Sand im Getriebe die IAA friedlich blockieren. Die Aktion zivilen Ungehorsams ist zwar nicht legal – aber angesichts der Klimakrise völlig legitim.

Das IAA-Protestwochenende kommt genau zum richtigen Zeitpunkt – wenige Tage bevor die Bundesregierung über ihre Maßnahmen zum Klimaschutz entscheidet. Ob es ein Erfolg wird? Das hängt jetzt von Ihnen ab. Bitte kommen Sie am 14. September zur Demo – zu Fuß oder auf dem Fahrrad.

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Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender des schwäbischen Automobilzulieferers Elring Klinger, laut FAZ -online vom 8.9.19 also BEVOR die Automesse eröffnet wird: „Stattdessen wird die IAA missbraucht von Radikalen, die Autos anzünden, die gewaltsam werden wollen."


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