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Pflege im Heim ohne Eigenanteil mit solidarischer Pflegeversicherung finanzieren

Foto: H.S.

01.08.2022 - von Tobias Bank, Verena Bentele

Schon wieder sind die Eigenanteile für die Pflege in den Heimen gestiegen. Die von Spahn zu verantwortende "Entlastung" reicht gerade noch, um den Anstieg nicht ins Unermessliche steigen zu lassen. Die Kosten für einen Heimplatz liegen imBundesdurchscnitt mittlerweile bei 2.200 Euro pro Monat. Wer soll das bezahlen?

Zu dieser Entwicklung und aus Anlass der Studie des Verbandes der Ersatzkassen zur Entwicklung der Eigenanteile in der Heimpflege sagt Tobias Bank, der Bundesgeschäftsführer der Partei DIE LINKE:
„Die bestehenden Entlastungsinstrumente reichen offensichtlich nicht aus. Heimpflege ist und bleibt ein Armutsrisiko. Aus Sicht der Linken ist die Heimpflege eine notwendige Leistung des Gesundheitssystems, die voll abgesichert sein muss. Pflege darf nicht arm machen. Dafür schlägt Die Linke eine Solidarische Pflegevollversicherung vor.

Die Solidarische Pflegevollversicherung deckt nach dem Konzept der Linken alle pflegerischen Leistungen ab. Menschen mit Pflegebedarf und ihre Familien müssen dafür keine Eigenanteile zahlen.

Zur Finanzierung müssen alle - auch Beamtinnen und Beamte, Abgeordnete und Selbstständige – entsprechend ihrem Einkommen in die Solidarische Pflegevollversicherung einzahlen, ohne eine Beitragsbemessungsgrenze.

Die Kommunen werden entlastet, weil weniger Menschen durch die Pflegekosten von Sozialhilfe abhängig werden.
Mit dem Konzept der Linken wird gute Pflege für alle ermöglicht. Gute Pflege heißt, dass auch Zeit für aktivierende Pflege und zum Zuhören, für Zuwendung und Förderung enthalten ist. Zu Pflegeleistungen soll auch Assistenz gehören, die möglichst lang die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglicht.“



VDK: Der Anstieg der Eigenanteile in der Plfege muss gestoppt werden!
Nach einer aktuellen Studie steigen die Kosten für Bewohner von Pflegeheimen immer mehr an. Demnach sei die Eigenbeteiligung durchschnittlich um mehr als 110 Euro auf fast 1930 Euro angestiegen, das sind mehr als sechs Prozent. Dies kommentiert Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, wie folgt:

„Die steigenden Kosten für einen Pflegeheimplatz sind skandalös und nicht hinnehmbar. Es kann nicht sein, dass Pflegebedürftige immer mehr Geld aus der eigenen Tasche für ihre Pflege zahlen müssen. Einer der Gründe für die höheren Eigenanteile etwa für Pflegeheimbewohner sind die gestiegenen Gehälter in der Pflege. Diese begrüßen wir als Sozialverband VdK natürlich, denn es ist mehr als angemessen, dass Pflegekräfte besser bezahlt werden als bisher. Aber: Die höheren Gehälter dürfen sich nicht in höheren Pflegekosten und Eigenanteilen für Pflegebedürftige niederschlagen und diese anwachsen lassen, wie das seit Jahren der Fall ist. Schon heute bekommt ein Drittel aller Pflegeheimbewohner Sozialhilfe. Der Anstieg der Eigenanteile in der Pflege muss dringend gestoppt werden.

Es zeigt sich immer wieder, dass wir die soziale Pflegeversicherung dringend und zeitnah reformieren und endlich in eine Pflegevollversicherung umwandeln müssen. Die Pflegeversicherung in ihrem jetzigen Zuschnitt ist eine ‚Teilkasko-Versicherung‘, die die wirklichen Bedarfe in der Pflege und vor allem der Pflegebedürftigen nicht abdeckt. Wir brauchen demgegenüber eine Pflegevollversicherung, die sämtliche Kosten in der Pflege abdeckt und Pflegebedürftige so davor bewahrt, durch die Kosten für ihre Pflege in die Armut abzurutschen.“

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Quelle: PM, Die Linke, 28.7.2022, VDK