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22.04.2026 - von Ärztezeitung, Altenheim.net
b]22.4.2026 - Altenheim.net: Pflegebranche kritisiert Warkens Pläne für Pflegereform[/b]
Statt Entlastung drohen Pflegebedürftigen noch höhere Belastungen: DAK-Chef Andreas Storm wirft der Ministerin vor, die Pflegeversicherung weiter auszuhöhlen. Diakonie und Pflegewirtschaft warnen vor einer sozialen Schieflage mit dramatischen Folgen für Heimbewohner. Statt einer angekündigten Entlastung der Heimbewohner bei den Eigenanteilen sollten Leistungen massiv gekürzt werden, rügte der DAK-Chef Storm ...
„Die jetzt bekannt gewordenen Vorschläge zur Pflegereform verschärfen das Problem der stark steigenden Heimentgelte drastisch“, sagte Storm dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Mittwoch).
Statt einer angekündigten Entlastung der Heimbewohner bei den Eigenanteilen sollten Leistungen massiv gekürzt werden, rügte der DAK-Chef. Nach ersten Einschätzungen der DAK-Gesundheit würde dadurch die Sozialhilfequote in der stationären Pflege von aktuell 37 Prozent spätestens bis zum Jahr 2029 über die 40-Prozent-Marke steigen. „Dadurch würde das Pflegeheim für immer mehr Menschen endgültig zur Armutsfalle“, warnte Storm.
Kritik auch von der Diakonie
Zuvor hatte bereits Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch kritisiert, die Pläne Warkens seien „genau der falsche Weg“. Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen müssten schon heute durchschnittlich 3.200 Euro monatlich an Eigenanteilen zahlen.
Auch Thomas Knieling (VDAB) kritisiert die bekannt gewordenen Reformüberlegungen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken scharf. Die politisch gewollte Tarifpflicht und die daraus resultierenden Kostensteigerungen würden nun zum Bumerang für Pflegebedürftige, erklärte Knieling. Sollten die Zuschläge zum Eigenanteil künftig erst später greifen, bedeute dies – entgegen früherer Zusagen – keine Deckelung oder Begrenzung der Eigenanteile, sondern einen weiteren Rückzug der Pflegeversicherung. Bereits heute seien die Eigenanteile hoch und für viele Betroffene kaum noch tragbar, zudem sei mit weiter steigenden Kosten zu rechnen. Zusammen mit dem Entwurf zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung zeichne sich ein politisches Muster ab, das einseitig auf Einsparungen setze und zentrale Versorgungsfragen offenlasse.
Knieling forderte eine echte Strukturreform, die Einsparungen im Zusammenhang mit Effizienzgewinnen und Deregulierung ermögliche und nicht ausschließlich zulasten der Pflegebedürftigen gehe. Andernfalls werde den gesellschaftlichen Herausforderungen des demografischen Wandels nicht ausreichend Rechnung getragen.
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21.6.2026-Ärzteblatt: HeimbewohnerInnen sollen noch viel mehr bezahlen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant im Rahmen der angekündigten Pflegereform deutlich höhere Belastungen für die BewohnerInnen von Pflegeheimen. Das sehen nach Informationen der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Ausgaben von heute) aus Koalitionskreisen erste Entwürfe für die Reform vor, mit der die Milliardenlöcher in der Pflegeversicherung gestopft werden sollen. Danach ist vorgesehen, dass die gestaffelten Zuschüsse, die die Pflegeheimbewohner je nach Aufenthaltsdauer zur Senkung der Eigenanteile erhalten, langsamer anwachsen als bisher. ... Konkret sollen die einzelnen Erhöhungsstufen nach RND-Informationen nicht schon nach jeweils zwölf Monaten wirksam werden, sondern immer erst nach 18 Monaten. ... Die höchste Entlastungsstufe mit einem Zuschuss von 75 Prozent wird erst nach einer Aufenthaltsdauer von mehr als 54 Monaten gewährt. Bisher gelten 36 Monate.
Zudem soll es künftig für alle Versicherten schwieriger werden, überhaupt als pflegebedürftig anerkannt beziehungsweise in die unteren Pflegegrade eingestuft zu werden. Konkret soll ein höherer Grad an Einschränkung notwendig sein, um die Pflegegrade 1, 2 und 3 zu erreichen. Diese Änderung dürfte einen massiven Einfluss auf die Zahl der Pflegebedürftigen insgesamt und damit auf die Ausgaben der Versicherung haben. Auch eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze ist geplant.
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