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16.05.2026 - von Stefan Streit
Vieles wird gerade zur aktuellen Gesundheitsgesetzgebung, dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, geschrieben. Jenseits allgemeiner Klagen, gibt es aber auch DIE LÖSUNGSORIENTIERTE KÖLNER INITIATIVE.
Der 130. Deutschen Ärztetag hat zwei Beschlussanträge angenommen, die nachhaltigen und langfristige Perspektiven für unser Gesundheitssystem eröffnen. Die Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte basierte allein auf eine Steuerung der Ärzteschaft über Geld. Die Beschäftigung mit Sachfragen und auch die sich daraus ergebenden Konflikte wurden zur allerseitigen Zufriedenheit zurückgestellt. Mit den Spargesetzen bricht der Politik einerseits der Hebel zur Steuerung der Ärzte weg, gleichzeitig treten die unbearbeiteten Problem mit großer Wucht auf den Plan.
Ein weiter so, ist deshalb schwer vorstellbar.
Der „private Konsum“ gilt als eine tragende Säule der Wirtschaftsleistung. Damit steht die Wirtschaftsleistung in einem bisher nicht aufgelösten politischen Interessenkonflikt zur Gesundheit. Adipositas, Zigarettenrauchen, Alkoholerkrankung und pathologischer Medienkonsum sind derzeit auf der einen Seite mit Wirtschaftsleistung sowie mit Steuereinnahmen und auf der anderen Seite mit Armut verknüpft. Diese Erkrankungen und deren Behandlung kosten jährlich deutlich über 100 Milliarden Euro.
Beschluss politischer Interessenkonflikt! Link
Es besteht ein politischer Interessenkonflikt zwischen der Gesundheit der Menschen und der erwarteten Wertschöpfung zuzüglich der Steuereinnahmen durch pathologischen, privaten Konsum...
Das deutsche Gesundheitssystem sei zu teuer, dazu hänge es im internationalen Vergleich bei der durchschnittlichen Lebenserwartung zurück, so der Vorwurf aus der Politik. Die Kassen seien leer. Alle müssen sparen – Basta! Die Ärztinnen und Ärzte möchte die Politik steuern, nicht mehr mit Geld jetzt lieber digital. Das kostet „zuerst ein bisschen mehr“, soll aber - so die Verheißung der Beratungsfirmen irgendwann, vielleicht, irgendwie Kosten sparen.
Dabei gibt es eine bisher nicht angesprochene, aussichtsreiche Strategie Krankheit und damit Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren: Je geringer die soziale Spaltung, desto länger das Leben der Ärmsten, aber - und das ist der Clou - auch das Leben der Reichsten. Die Chance über die Verringerung sozialer Spaltung mehr Gesundheit und längeres Leben zu bewirken ist sehr groß. Deshalb ergibt sich damit ein ganz neuer Präventionsansatz.
Beschluss soziale Spaltung! Link
Die Chance, über die Verringerung der sozialen Spaltung die Lebenserwartung aller Menschen einer Gesellschaft zu erhöhen, darf nicht ungenutzt bleiben.
Herzliche Grüße aus Köln
Stefan Streit
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