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Busticket für zusammengeklapptes Faltfahrrrad? Bogestra ist ahnungslos

Foto: H.S.

26.06.2026 - von C. Witten

"Seit 1896 steht der Name Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen Aktiengesellschaft (BOGESTRA) im mittleren Ruhrgebiet für zuverlässige Mobilität und begleitet Generationen von Menschen auf ihren Lebenswegen. Heute als 100-prozentige Tochtergesellschaft der Städte Bochum und Gelsenkirchen." So steht`s auf der Webseite des Unternehmens. Herr W. hat andere Erfahrungen gemacht und sie aufgeschrieben. Erst heute hat er sie dem Büro gegen Altersdiskriminierung zur Veröffentlichung geschickt.

Offener Brief an die BOGESTRA
Sehr verehrter Herr Diplom-Ingenieur F.


Hier nun der erste Vorfall in der Linie 320

Am 8.7.2024 fuhr ich um 21:37 Uhr vom Freizeitbad Heveney mit dem Bus 320 Richtung Witten auf dem Wellersamp. Ich hatte ein zusammengeklapptes Faltfahrrad dabei. Der Busfahrer forderte mich auf, ein Fahrradticket zu kaufen. Ich habe versucht zu erklären, dass ein zusammengeklapptes Faltfahrrad kostenlos als Handgepäck mitgenommen werden darf.

Er lachte mich aus und bestand darauf, ein weiteres Ticket zu kaufen, obwohl ich einen gültigen Fahrausweis bei mir trug. Ich hatte kein Geld dabei und bat ihn, jemanden von der Bogestra anzurufen. Er hat auch Kontakt aufgenommen, vermutlich mit der Leitstelle, die ihm bestätigte, dass ich ein Ticket für das zusammengeklappte Faltfahrrad bräuchte.

Der Busfahrer sprach vom Hausrecht und forderte mich auf, den Bus zu verlassen. Das hätte ich auch getan, trotz gültigem Fahrausweis, wenn es nicht nachts gewesen wäre, und der nächste Bus eine Stunde später fahren würde.

Ich forderte ihn noch einmal auf, jemanden von der Bogestra anzurufen. Er tat das, und es wurde ihm wieder bestätigt, dass ich ein Fahrradticket bräuchte. Daraufhin schloss er die Türen (das ist eine Freiheitsberaubung) und teilte mir mit, dass mit solchen Typen wie mir nur mit der Polizei beizukommen ist. Das würde mich sehr teuer zu stehen kommen. Die Polizei kam ca. 20 Minuten später. Während ich von der Polizei vernommen wurde, ging es mir immer schlechter. Irgendwann kam dann ein Anruf von seiner Leitstelle, dass ich doch kein Fahrradticket bräuchte!

Ich bin 81 Jahre alt und habe einen Schwerbehindertenausweis. Ich wurde von Ihrem Busfahrer unter anderem auch altersdiskriminierend (alter Sack) beleidigt, es erfolgte eine Freiheitsberaubung. Diese psychische Belastung und dieses erlittene Leid führten bei mir später zu einem Nervenzusammenbruch. Ich werde seit dem 15.07. 2024 wegen dieses Falls medizinisch betreut.


Hier nun der 2. Vorfall, wieder in der Linie 320:

Am 14.09.2024 [/b]um 19:44 Uhr nun der nächste Vorfall: Ich fuhr vom Freizeitbad Heveney mit dem 320er-Bus wieder in Richtung "Witten auf dem Wellerskamp". Nach meinem Einstieg in den Bus wurde ich von einem Kontrolleur, der rechts hinter der Fahrertür saß, gefragt, ob ich ein Ticket für das Faltrad hätte. Ich bekam einen Schreck und sagte, dass ich nicht schon wieder Ärger mit der Bogestra haben möchte.

Ich bekam keine Antwort, ich hatte Angst, dass sich der Vorfall vom 08.07.24 wiederholt. Am Wittener Hauptbahnhof, wo der Bus etwas länger hielt, ging ich nach vorne und bat den Kontrolleur, mir seinen Dienstausweis zu zeigen. Er fragte, warum, woraufhin ich ihn fragte, ob er denn bei der Bogestra arbeitet. Er verneinte dies, verweigerte aber auch seinen Ausweis. Wie sich später herausstellte, beauftragte ihn die Buslenkerin, mich zu kontrollieren, wie sie selber zugab. Ob der Mann eine Erlaubnis hatte, mich zu kontrollieren, ist mehr als zweifelhaft.


Hier nun der 3. Vorfall, wieder in der Linie 320:

Am 6.10.2024 fuhr ich um 14:41 Uhr von der Haltestelle Husemannstr. mit dem Bus 320 in Richtung Bochum Ruhruniversität. Ich hatte ein zusammengeklapptes Faltfahrrad dabei und stieg in der Mitte ein.

Der Busfahrer fragte nur, ob ich ein Fahrradticket hätte, was ich verneinte. Er forderte mich daraufhin auf, ein Fahrradticket zu kaufen, woraufhin ich ihm erklärte, dass ich keines bräuchte, da ein zusammengeklapptes Faltfahrrad kostenlos als Handgepäck mitgenommen werden darf. Der Busfahrer schien das anders zu beurteilen und beschloss darauf, den Bus an der Haltestelle Witten-Saalbau abzustellen.

Er bestand darauf, dass ich den Bus verlasse, sonst bekäme ich eine Anzeige, obwohl ich einen gültigen Fahrausweis hatte. Ich versuchte, ihm von dem ähnlichen Vorfall vom 08.07.24 zu berichten, bei dem eine nahezu identische Situation ablief. Den Buslenker interessierte dies allerdings nicht sonderlich, worauf ich ihn bat, die Leitstelle zu kontaktieren (ebenfalls analog zu dem ersten Vorfall).

Diese bestätigte fälschlicherweise erneut (wie beim vorangegangenen Vorfall), dass ich ein Fahrradticket benötigte. Mehrere Fahrgäste waren inzwischen aus dem Bus ausgestiegen; ein Mann beschimpfte mich, weil ich den Bus aufhielt. „Fahrrad ist Fahrrad“, alter Mann sagte der Busfahrer und forderte mich mit barschem Ton auf, den Bus zu verlassen, sonst würde er die Polizei kommen lassen (wieder!! analog zum vorherigen Fall) und ich bekäme eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Nach einiger Zeit bekam er einen erneuten Anruf von seiner Leitstelle, die ihm mitteilte, dass ich das zusammengeklappte Faltfahrrad doch mitnehmen dürfte. Ich stand neben dem Buslenker an seiner Fahrerkabine und hörte zu, wie er versuchte, wegen des Transportes des Faltrades mit seiner Leitstelle etwas zu mauscheln. Ich habe dann gut hörbar für die Leitstelle und den Busfahrer gerufen, dass ich den Bus mit einem zusammengeklappten Faltrad betreten hätte. Dann hörte die „Mauschelei“ auf.

Ich bat den Buslenker für eine Beschwerde um seinen Namen, worauf er sagte, er könnte mir nur seine Kennnummer (?) nennen. Ich bat ihn, sie aufzuschreiben, da ich nichts zum Schreiben bei mir hatte und ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit auch nicht sicher war, ob ich die Nummer richtig verstehen würde. Sein Kommentar: „Ich schreibe hier gar nichts auf!“ Das wäre nicht sein Problem. „1563“ hatte ich verstanden. Ich hoffe, das ist die richtige Kennnummer.

Die drei Busfahrer(innen) haben sich bis heute für ihre altersdiskriminierenden Beleidigungen nicht entschuldigt.



Sehr geehrter Herr C,

vielen Dank für Ihre Meldung. Wir sind von unserem Vorstand Herrn Diplom-Ingenieur F. beauftragt und gebeten worden, mit Ihnen in Kontakt zu treten. Vorgangsnummer 50483


Sehr geehrter Herr C,

vielen Dank für Ihre Nachricht an unseren Vorstand Herrn , der diese zuständigkeitshalber an uns weitergeleitet hat mit der Bitte, Ihnen zu antworten.

Wir erwarten von unseren Mitarbeiter*innen, dass sie sich stets freundlich und professionell verhalten.
Im Rahmen unserer Qualitätssicherung nehmen wir dabei jeden Vorgang sehr ernst, analysieren ihn genau und prüfen, wie wir uns weiter verbessern können. Wir leiten die konkreten Anliegen, Anregungen und Beschwerden unser Kund*innen direkt an die zuständigen Fachbereiche weiter, damit diese informiert sind und passende Maßnahmen ergreifen können.
Selbstverständlich haben wir dies auch in Ihrem Fall getan.
Vorgangsnummer 533667


Sehr geehrter Herr C,

Vielen Dank für Ihre Meldung. Wir sind von unserem Vorstand beauftragt und gebeten worden, mit Ihnen in Kontakt zu treten.
Wir kommen dieser Bitte sehr gerne nach und wollen mit Ihnen, entsprechend Ihres Wunsches, ins Gespräch kommen. In diesem Zusammenhang bitten wir Sie, uns Ihre Handy- bzw. Fensternetznummer so auch Zeiten mitzuteilen, zu denen Sie am besten erreichbar sind.



Wie bewiesen habe ich mich mehrmals schriftlich an sie gewandt. Sie haben stets den Vorgang ohne eine persönliche Antwort weitergereicht.

In jedem anderen Unternehmen wären Altersdiskriminierungen, fahrlässige Körperverletzung, Sachbeschädigung Chefsache. Da frage ich mich, wann Herr Diplom-Ingenieur F. die Grenze erreicht ist, wo sie persönlich einschreiten.

Besonders widerwärtig finde ich trotz dessen, was sie aus dem Schriftverkehr entnehmen können, da ich nie eine Forderung an die Bogestra gestellt hatte, den Satz:
"Nach sorgfältiger Prüfung Ihres Anliegens durch unsere Rechtsabteilung müssen wir Ihnen mitteilen, dass nach deren Einschätzung kein gesetzlicher Anspruch auf Schadensersatz oder eine Erstattung besteht."


Ja, damit hat mich ihr Unternehmen eingeschüchtert.

Ich befinde mich in der letzten Lebensstufe (83) und hatte mein Leben im Griff. Nach den Vorfällen in den Bussen der Bogestra vom 08.07., vom 06.10. und 14.09.24 ist nichts mehr wie es einst war.

Ich bin nur noch ein psychisches Wrack. Den Anforderungen des Alltags bin ich in keinster Weise mehr gewachsen.

Hinzu kommt der von Ihnen verschuldete Unfall vom 28.07.2025. Seitdem lebe ich nur noch mit Kopf- und teilweise Rückenschmerzen. Herr Diplom-Ingenieur F., ich kann seit diesen Vorfällen meinen Haushalt kaum noch bewältigen. Dafür brauche ich Hilfe. Ihre Hilfe und ich brauche dringend Unterstützung für eine posttraumatische Belastungsstörungskur
Ich war wegen der psychischen Belastung und dem späteren Nervenzusammenbruch in ärztlicher und psychologischer Behandlung (Psychologin für Traumatherapie).


4. Es gab am 28.07.2025, 15:33 Uhr noch einen Fall von einer fahrlässigen Körperverletzung, die ich erleiden musste.

Ich stieg in den Bus mit meinem Faltrad ein. Der Fahrer schloss sofort nach meinem Einstieg die Türen. Fuhr los. Ich hatte noch keine Möglichkeit, mich irgendwo festzuhalten. Nach ca. 2 Sekunden dann eine Vollbremsung … Ich hatte keine Chance. stürzte mit meinem Fahrrad durch den Bus und verletzte mich dabei schwer. „Aufpassen, alter Mann“ (altersdiskriminierend), der Kommentar des Busfahrers. Mein Faltfahrrad steht seit diesem Fall reparaturbedürftig im Keller.


Von der Erhebung der öffentlichen Klage hat der Oberstaatsanwalt vorläufig abgesehen und das Verfahren gemäß § 153a Abs.1 der Strafprozessordnung vorläufig eingestellt. Dem Beschuldigten wurde aufgegeben - als Auflage 300,00€ an die Staatskasse zu zahlen

Ich bin wegen dieses Vorfalles unter anderem in Witten bei dem Chefarzt Dr. med. M. Luka in Behandlung gewesen. Es erfolgte nach Beratung mit der Polizei nach der Strafanzeige. Die Polizei hat mir damals dringend geraten, wegen der anderen Vorfälle, da ein Strafantrag nicht mehr möglich ist, Strafanzeige zu erstatten (erstellen?)



Erschien vor ca. eineinhalb Jahren in der WAZ Witten

Der Vorfall hat sich im vergangenen Sommer ereignet. Doch Frank C. erinnert sich daran, als habe er ihn gestern erlebt. Was passiert ist, belastet ihn noch heute. Dabei wollte der 81-Jährige eigentlich nur mit der Buslinie 320 vom Freizeitbad Heveney nach Hause in die Wittener Innenstadt fahren. Dass er sein zusammengeklapptes Faltrad dabei hatte, wurde ihm zum Verhängnis – obwohl er gar nichts falsch gemacht hatte.

Gegen 21.30 Uhr stieg Frank C. am 8. Juli mit einem gültigen Fahrausweis und dem Rad in den Bus. Er war gerade in der Sauna, für die er eine Jahreskarte besitzt, und eigentlich ganz entspannt. Der Busfahrer forderte ihn auf, auch ein Ticket für das mitgeführte Rad zu kaufen. „Ich habe versucht zu erklären, dass ein zusammengeklapptes Faltfahrrad kostenlos als Handgepäck mitgenommen werden darf“, sagt der Senior. Daraufhin hat ihn der Mann ausgelacht und darauf bestanden, das Ticket zu kaufen.

„Ich hatte aber gar kein Geld dabei und bat ihn, jemanden von der Bogestra anzurufen.“ Tatsächlich habe er Kontakt zur Leitstelle aufgenommen, die ihm bestätigte, dass ein Ticket für das zusammengeklappte Faltrad nötig sei. Daraufhin hat ihn der Fahrer aufgefordert, den Bus zu verlassen. „Das hätte ich auch trotz des gültigen Fahrausweises getan, wenn es nicht nachts gewesen und der nächste Bus nicht erst eine Stunde später gefahren wäre.“
Erneut kontaktierte der Fahrer die Leitstelle, die erneut bestätigte, dass ein Ticket nötig sei. Frank C.: „Daraufhin schloss der Busfahrer die Türen und teilte mir mit, dass solchen Typen wie mir nur mit der Polizei beizukommen ist. Das würde mich sehr teuer zu stehen kommen.“ Auch Beleidigungen wie „alter Sack“ seien gefallen. Tatsächlich sei nach etwa 20 Minuten die Polizei gekommen. Kurze Zeit später stellte sich dann nach einem erneuten Anruf bei der Leitstelle heraus, dass Frank C. doch kein Ticket für das Rad bräuchte – also im Recht war.

Schon während er mit der Polizei sprach, sei es ihm immer schlechter gegangen. Auch die übrigen Fahrgäste hätten ihm nicht zur Seite gestanden, sondern ihn – im Gegenteil – noch als alten Mann verhöhnt. „Dabei war ich ja unschuldig.“ Der Vorfall, Frank C. spricht von „Freiheitsberaubung“, belastete den Wittener auch Tage danach psychisch so schwer, dass er einen Nervenzusammenbruch erlitt. Seitdem werde er medizinisch betreut. Lange ging es ihm schlecht, noch immer macht er eine Traumatherapie. Deshalb schildert er erst jetzt, was vor einem guten halben Jahr passiert ist, redet sich das Ganze im wahrsten Wortsinn von der Seele.

Quelle: Mail an die Redaktion