
J.G.
30.06.2026 - von Hanne Schweitzer
Kinder sind unsere Zukunft, heißt es gerne. Droht ihnen nach der Bildungsmisere nun auch eine Versorgungsmisere mit Medikamenten??? Die Gesundheits"reform" ist noch nicht verabschiedet. Da hängen in Berlin in Kinderarztpraxen schon Plakate, die nicht so richtig zu einem wohlhabenden Land passen.! Daneben der folgende Aushang:
Liebe Eltern, liebe Patienten,
Ab sofort erfolgt die Erstbehandlung eines Wurmbefalls ausschließlich mit dem rezeptfreien Medikament Molavac Saft. Dieses wird [b]nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet und erhalten Sie ohne Rezept in der Apotheke.
Bitte bewahren Sie die Quittung aus der Apotheke sorgfältig auf, da sie als Nachweis für die durchgeführte Erstbehandlung dient.
Sollte nach der Behandlung mit Molavac Saft zeitnah erneut ein Wurmbefall festgestellt werden, können Sie mit der Quittung in die Praxis kommen. In diesem Fallerhalten Sie ein Kassenrezept für das verschreibungspflichtige Medikament Vermox (Tabletten).
Ohne Vorlage der Quittung kann kein Rezept für das verschreibungspflichtige Wurmmittel ausgestellt werden." [/b]
* *********** *
Dazu muss man wissen:
Der rezeptfreie Saft Molavac[/b] gegen Madenwürmer wird im Internet mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 35,58 € für 25 ml angegeben. Der Preis für die gleiche Menge variiert bei Internetapotheken zwischen 23,26 € und knapp 27,00 Euro (inkl. MwSt.)
Beim rezeptpflichtigen Medikament Vermox gegen Madenwürmer werden 6 Tabletten zum Preis von 21,61 € (AVP) verkauft. Gesetzlich Krankenversicherte müssen für die Tabletten eine Zuzahlung von 5 Euro bezahlen. Zuvor mussten sie aber bereits für Molavac je nachdem 35,- oder 23,- € bezahlt!
Das Geld muss man aber erst mal haben!!
Liegt es an dieser Regelung und am Geldmangel, dass sich die Madenwürmer bei Kindern in Berlin so stark ausgebreitet haben?
Weitere Artikel, nach dem Datum ihres Erscheinens geordnet, zum Thema
Gesundheit:
23.06.2026: Nachwuchspreis des BMFTR für junge Forschende mit innovativen Ideen und Projekten für Engagement in geschlechtersensibler Medizin
20.06.2026: Hier: GUTE GRÜNDE gegen die elektronische Patientenakte (ePA)
19.06.2026: Deutsche Politiker kümmern sich schlecht um den Schutz von Kindern + Jugendlichen
Alle Artikel zum Thema
Gesundheit