
Foto: H.S.
08.09.2026 - von diverse
Die Rendite ist zu niedrig, sagt der Vorstand, die Aktionäre greinen. Nur 3,8 Prozent! Die VW-MitarbeiterInnen sind zu teuer, sie reden zu viel mit. Das geht so nicht mehr weiter. Darum: Entlassungen, Lohnkürzungen, Erhöhung der Arbeitszeit! Aber: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Gewinn von Volkswagen vor Steuern bei 6 Milliarden Euro. Ist zu wenig. Der VW-Chef schlägt vor, weitere zehntausende Stellen zu streichen, Werke zu schließen oder für den Bedarf des Militärs umzurüsten. Wofür gibts denn den Ukraine-Krieg! Und die größte und beste Armee sollen wir ja auch werden! Dann klappt das mit einer Rendite von 7 oder 10 Prozent.
Siehe dazu auch: Stephan Kaufmann für nd unter: Link
8.9.2026:VW-Werk in Osnabrück wird verkauft
Während das Gejammer oder Gejauchze über den Wahlausgang in Sachsen-Anhalt noch hohe Wellen schlägt, und von Schock oder Triumph die Rede ist, vereinbaren der VW-Konzern, das Land Niedersachsen, der israelische Rüstungskonzern Rafael und Aurelius Capital als sogenannter Investor, dass im VW-Werk-Osnabrück auch in Zukunft keine Porsche und auch keine T-Roc-Cabriolets, sondern Komponenten für Luftabwehrsysteme entwickelt und produziert werden sollen. Überraschend ist das nicht.
1.400 der 1.800 Stellen sollen erhalten bleiben. Die WELT teilt mit, was Rafael-Chef Joav Tourgeman mitteilte: "Heute bauen wir eine neue langfristige industrielle Partnerschaft mit unseren deutschen Partnern auf mit dem Ziel, dass die Technologie vollständig in Deutschland produziert wird, um Deutschland und Europa zu schützen." Der Verkauf des Werks und seiner Mitarbeiter an das Land Niedersachsen und den Finanzinvestor Aurelius ist aber noch nicht erfolgt.
DIE WELT,8.9.2026, print, S.1.rct/shem; FAZ, 8.9.2026
07.09.2026 | Volkswagen-Betriebsrat und IG Metall begrüßen die vereinbarten Eckpunkte für die Zukunft des VW-Standorts.
Nun geht es darum, weitere industrielle Projekte nach Osnabrück zu holen und möglichst allen Kolleginnen und Kollegen eine gute Anschlussperspektive zu eröffnen.
Pressemitteilung IG-Metall Osnabrück unter: Link
07.09.2026 Gute Nachrichten
Meilenstein für VW-Werk in Osnabrück erreicht - Beschäftigungssicherung für Großteil der Belegschaft
Zu den heutigen Nachrichten aus Osnabrück hat der VW-Konzernbetriebsrat die folgende Pressemitteilung veröffentlicht:
Meilenstein (!) erreicht: Finanzinvestor Aurelius und Land Niedersachsen wollen VW-Standort Osnabrück übernehmen und weiterentwickeln
• Die beiden Partner unterzeichnen mit der Volkswagen AG Eckpunkte des Verkaufs
• Ziel ist ein wachsendes Kompetenzzentrum für Sicherheit und Verteidigung !
• Das neue Unternehmen bietet Zukunft (!) für etwa 75 Prozent der VW-Arbeitsplätze
• Zu den Absprachen gehört auch eine Beschäftigungssicherung bis Ende 202[b]9[/b] !
• Arbeit an Perspektiven für die übrigen Beschäftigten läuft unter Hochdruck weiter
... Abzüglich einer weiteren Reduzierung der Belegschaft (!) in der näheren Zukunft, zum Beispiel über Rente und Altersteilzeit, entsteht eine derzeitige Sollgröße für das neue Kompetenzzentrum von rund 1200 (!) Stellen. Für diese Zahl der 1200 greift auch eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029.
PM IG-Metall Link
6.9.2026: "... Und in den Betriebsratswahlen dieses Frühjahrs haben AfD-nahe Listen in Automobil- und Zulieferwerken Ergebnisse erzielt, die vor fünf Jahren undenkbar waren: bei Mercedes in Untertürkheim rund 20 Prozent der Stimmen und 9 von 43 Mandaten, in Sindelfingen 6,1 Prozent und 3 von 57 Mandaten, in Rastatt 4 Mandate, bei Audi in Ingolstadt und VW in Braunschweig je 2. Das ist keine Laune. Es hat sich etwas aufgestaut, über Jahre, und die Folgen des Ukraine-Krieges haben den letzten Damm brechen lassen. ..."
Axel Fersen für Erhard Eppler-Kreis unter: Link
4.9.2026: Kurzfassung der IG-Metall-Erläuterung der VW-Aufsichtsratssitzung am 3.9.
9 Prozent Rendite ab 2030 / bis Ende Juni 2027 neues Zielbild für die Produktionsstruktur des europäischen Fertigungsverbunds / im Zielbild für Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau muss geprüft werden, ob es "alternative Verwendungsmöglichkeiten" gibt / Streichung von 50.000 Stellen, davon 25.000 im Inland, ist "lediglich eine mathematische Herleitung", aber auch Teil des Versprechens, das Konzernvorstand den Quatar Holding, Fonds + Aktionären gemacht hat / kein Herauslösen von Bestandteilen der Volkswagen AG / Aufsichtsrat gibt Konzernvorstand den Auftrag, eine andere Entscheidungs- und Konzernstruktur zu entwickeln / von 2027 bis 2031 sollen 135 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung stehen. Die Mitglieder von Aufsichtsrat, Vorstand, Präsidium, Ausschüssen, von denen Etliche keineswegs unbeteiligt daran waren, dass der Karren in den Dreck gefahren ist, unter: Link
Hanne Schweitzer
4.9.2026: Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat sich am Donnerstagabend auf Details zum Zukunftsplan des Vorstandes verständigt - IG Metall Wolfsburg: Alle Details zum Zukunftsplan
"Es geht um ein sehr umfangreiches Bündel an Entscheidungen - oder um "das strategisch tiefgreifendste Transformationsprogramm in der Geschichte" des Konzerns, wie es in der dazugehörigen Pressemitteilung Link des Konzernvorstandes heißt.
Konzernbetriebsrat nennt die zentralen Inhalte der Beschlüsse, was sie bedeuten - und was nicht. Die folgenden Fragen und Antworten geben einen Überblick zu den Ergebnissen:
Frage: Was ist zu den Zukunftsaussichten der vier Werke Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau geregelt?
Antwort: Die Beschlüsse vom Donnerstag brachten - wie erwartet - noch keine Entwarnung für Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau. Denn Fakt ist einerseits, dass der Vorstand allen vier Werken akute Wettbewerbsnachteile attestiert und daher nach jetzigem Stand nicht vorhat, sie ab den Jahren 2031 bis 2034 mit Folgeprodukten zu berücksichtigen. Fakt ist allerdings ebenfalls: Der Umstand fehlender Folgeprodukte ist noch längst nicht beschlossene Sache - denn der Aufsichtsrat hat diesen Punkt im Zukunftsplan des Vorstands lediglich "zur Kenntnis genommen". Das Kontrollgremium hat also der fehlenden Folgebelegung weder zugestimmt noch seine Unterstützung dafür erklärt. Das schafft zwar noch keine Sicherheit für die vier Werke, aber es hält den Weg offen, Lösungen zu finden. Und diese beinhalten eben auch weiterhin eine mögliche Belegung mit Fahrzeugen.
Frage: Aber was soll die vier Fabriken jetzt noch retten können?
Antwort: Zur Einschätzung des jetzt Erreichten muss man über den VW-Tellerrand hinausschauen. In anderen Unternehmen hätte der Vorstand das Aus für die Fabriken nämlich einfach zur beschlossenen Sache erklärt und das dem Aufsichtsrat zur Zustimmung vorgelegt. Spätestens mit dem Doppelstimmrecht des Aufsichtsratsvorsitzenden wäre ein solches Vorhaben Realität geworden. Bei den Kolleginnen und Kollegen im Continental-Werk Aachen ist das genau so passiert (hier kann man das im Detail nachlesen Link ). Im VW-Konzern läuft es jetzt anders. Denn es gab eben keine Zustimmung im Aufsichtsrat. Stattdessen ist nun vereinbart, dass für den gesamten europäischen Fertigungsverbund ein neues Zielbild für die Produktionsstruktur der Zukunft entwickelt werden muss. Das soll schon bis Ende Juni nächsten Jahres geschehen. Parallel dazu muss für Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau ergänzend zu ihrer möglichen Rolle im Zielbild auch geprüft werden, ob es "alternative Verwendungsmöglichkeiten" gibt. Von einem "Sterben auf Raten" oder einer "Gnadenfrist" kann also nicht die Rede sein, weil einem Aus für die Werke nicht nur die Zustimmung fehlt, sondern auch, weil jetzt mit der Einigung im Aufsichtsrat der Versuch einer Lösung das erklärte Ziel aller Beteiligten ist. Im Detail wird das, wie immer, während des Planungsrundenprozesses geschehen, der ebenfalls noch aussteht und nicht beschlossen ist.
Frage: Und wer genau kümmert sich um eine Lösung?
Antwort: Alle Beteiligten sind in der Pflicht, Lösungen voranzutreiben. Das betonte am Donnerstagabend auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, der sich für den Erhalt aller Standorte starkmacht. Es gehe zwar um mehr Wettbewerbsfähigkeit. Aber Lies sagte auch: "Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln." Ähnlich äußerten sich unsere Konzernbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und die IG Metall-Vorsitzende Christiane Benner. Sie erklärten gemeinsam: "Kein Werk wurde aufgegeben und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt. Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden – dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht."
Frage: Aber bisher hieß es immer, dass die Fabriken im Gegenzug für erfolgreiche Kostenarbeit in der Planungsrunde mit Folgeprodukten berücksichtigt werden sollen. Ist das jetzt hinfällig?
Antwort: Nein, denn die Planungsrunde steht ja erst noch aus. Außerdem gilt: Die erfolgreiche Kostenarbeit der Werke ist nicht nur eine großartige Leistung der Teams vor Ort. Sondern sie wird sicherlich auch ein gewichtiges Argument sein bei der Arbeit am neuen Zielbild für den europäischen Fertigungsverbund. Aber um das an dieser Stelle auch ganz ehrlich zu sagen: Die Kostennachteile sind vorhanden und bisher noch derart groß, dass in anderen Unternehmen gar keine Debatte mehr über einen Fortbestand geführt werden würde. Bei Volkswagen bleibt die Tür dafür jetzt trotzdem geöffnet. Und diese Kostennachteile sind ebenfalls durch den Aufsichtsrat lediglich zur Kenntnis genommen worden. Es bedeutet nicht, wie zuletzt auch vom Vorstand suggeriert, dass diese ausschließlich durch die vier genannten Werke zu kompensieren wären.
Frage: Zum Thema Stellenabbau ist jetzt die Zahl zusätzlicher 50.000 Arbeitsplätze genannt - was hat es damit auf sich?
Antwort: Das ist zunächst nur eine rein rechnerische Größenordnung. Hergeleitet ist die Zahl wie folgt: Das Transformationsprogramm hat finanzielle Ziele. Kern dabei ist, dass der Konzern 2030 eine Umsatzrendite, also Gewinnkraft, von 9 Prozent erreichen möchte (jüngst im Jahr 2025 waren nur knapp 3 Prozent zusammengekommen). Für einen solchen Hub auf 9 Prozent müssten einerseits die Kosten runter und andererseits auch die Investitionen sinken. Dann steigen die Chancen, dass von 100 Euro Umsatz künftig 9 Euro übrigblieben und nicht mehr nur knapp 3 Euro wie zuletzt. Für den Weg dorthin wird der Vorstand ein Programm auflegen, dass er "Operative Exzellenz" nennt und das alle Kostenarten angehen wird - zum Beispiel auch Material- und Vertriebskosten. Ein großer Posten davon sind aber auch die sogenannten Gemeinkosten, zu denen wiederum die Personalkosten gehören. Und aus der angestrebten Reduzierung dieser Gemeinkosten beziehungsweise Personalkosten ergibt sich rechnerisch das Vorhaben, auf 50.000 zusätzliche abzubauende Stellen kommen zu wollen. Der Vorstand nennt das auch eine erste "Erhebung". Das ist also einerseits lediglich eine mathematische Herleitung, andererseits aber ist diese Größenordnung auch Teil des Versprechens, das der Konzernvorstand jetzt der Börse und seinen Anteilseignern gemacht hat.
Frage: Und wo und wie soll dieser Stellenabbau geschehen?
Antwort: Neben den Fragen nach dem Wo und dem Wie müsste man auch noch nach dem Wann und Wieso fragen. Denn hierzu gibt es noch keine Details. Fest steht lediglich, dass die rechnerische Zielgröße der angepeilten zusätzlichen 50.000 Stellen weltweit und konzernweit gemeint ist. Bei den zusätzlichen Betriebsversammlungen vergangene Woche hatte Konzern-Chef Oliver Blume selber gesagt, die 50.000 Arbeitsplätze seien "keine Zielgröße, sondern eine theoretische Rechengröße – abgeleitet von den Kosten". Und er hatte ausgeführt: "Aus heutiger Sicht entfällt etwa die Hälfte des Anpassungsbedarfs auf Deutschland, die andere international in insgesamt rund 170 Gesellschaften." Damit ginge es dann also um 25.000 Stellen im Inland - wie gesagt immer noch nur vorläufig rechnerisch abgeleitet. Die entscheidenden Fragen sind damit bisher ungeklärt: In welchen Marken und Gesellschaften soll es zusätzlichen Abbau geben? Mit welchen Schwerpunkten bei welchen Berufsbildern? Getrieben von welchen Auslösern und Trends? Und bis wann und über welche sozialverträglichen Wege könnte das alles laufen? Hier gibt es also noch ganz viel zu klären. Oder wie es Daniela Cavallo und Christiane Benner am Donnerstagabend ausdrückten: "Die Arbeit fängt jetzt erst an. Was wir jedoch auch weiterhin niemals akzeptieren werden, ist die Lasten einseitig den Beschäftigten aufzubürden." Ohnehin gilt für die Volkswagen AG und Volkswagen in Sachsen: Bis Ende 2030 greift die unkündbare Beschäftigungssicherung.
Frage: Es spukte auch das Schreckgespenst einer Zerschlagung der Volkswagen AG umher - bis hin zu einem Aushebeln des VW-Gesetzes. Was ist daraus geworden?
Antwort: "Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen damit erfolgreich abgewehrt", erklärten Daniela Cavallo und Christiane Benner nach der Einigung. Der sogenannte "Carve-Out", also das Heraustrennen von Bestandteilen der Volkswagen AG, ist kein Thema mehr. Zur Erklärung: Die Volkswagen AG fungiert nicht nur als Unternehmenskern des börsennotierten Konzerns, sondern umfasst auch die Beschäftigungsverhältnisse der Kernmarke Volkswagen Pkw, der Volkswagen-Komponente, der Volkswagen Nutzfahrzeuge und der Konzernstellen. Sie alle bilden zudem den Löwenanteil des VW-Haustarifs. Wichtig zu wissen ist dann noch: Vorgesehen ist, dass die Konzerntochter Volkswagen Sachsen GmbH mittelfristig Teil der Volkswagen AG wird, indem sie mit ihr gesellschaftsrechtlich verschmilzt. Teil des VW-Haustarifs sind die drei sächsischen Standorte Chemnitz, Dresden und Zwickau schon seit Jahresanfang. Für die Volkswagen AG gilt außerdem das VW-Gesetz. Es räumt der Arbeitnehmerseite und dem Land Niedersachsen aus historischen Gründen deutschlandweit einzigartige Mitsprache- und Gestaltungsrechte ein - und gilt als Dorn im Auge der Kapitalseite. Auch deshalb konnte man in den letzten Wochen fast täglich lesen, zu welchen drastischen und historischen Maßnahmen der Vorstand angeblich bereit gewesen wäre, um die Ausgliederung am Aufsichtsrat vorbei voranzutreiben.
Frage: Wenn der Carve-Out nun nicht kommt, kommt dann stattdessen eine andere Änderung der Konzernstruktur?
Antwort: Ja, es soll Reformen geben - aber das steht noch in den Anfängen. Der Aufsichtsrat hat dem Konzernvorstand mit der Einigung vom Donnerstag den Auftrag gegeben, "ein Modell für eine fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur des Volkswagen Konzerns zu entwickeln". Das soll helfen, die auch von der Arbeitnehmerseite seit Jahren geforderten Synergien im Konzern endlich besser zu heben. Wörtlich hieß es am Donnerstagabend zu dem Vorhaben: "Die fortentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur wird eine klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten und eine schnellere, effizientere und moderne Konzernsteuerung ermöglichen." Damit hat diesmal nun der Aufsichtsrat höchst selbst dem Vorstand einen klaren Auftrag gegeben. Bereits Ende 2024 hatte die Neuaufstellung der Konzernsteuerung zu den Vertragsinhalten der Dezember-Einigung gehört. Und eigentlich hätte dieses Vorhaben laut Vertragstext schon bis Ende des ersten Quartals 2025 umgesetzt werden sollen - was nicht geschah. Inzwischen sind also rund anderthalb Jahre ohne ein Ergebnis vergangen.
Frage: Was hat es mit den 135 Milliarden Euro auf sich? Ist die Planungsrunde jetzt schon durch?
Antwort: Nein. Die läuft wie gewohnt. Die Investitionen in Standorte, Produkte, Technologien sowie Forschung und Entwicklung sollen bis Jahresende ausgearbeitet sein. Dafür ist nun mit der Einigung vom Donnerstag die "Zielgröße" 135 Milliarden Euro veranschlagt, die von 2027 bis 2031 zur Verfügung stehen soll. Diese Summe soll also nach Möglichkeit weder unter- noch überschritten werden. Details zur Aufteilung der Milliardenbeträge und die dazugehörige Zeitschiene müssen erst noch ausgearbeitet werden.
IG Metall Wolfsburg, 4.9.2026 unter: Link
3.9.2026: Wofür zum Teufel wurde 2024 eigentlich verzichtet? Mitglied der Initiative IGMvU Gruppe Braunschweig zur Volkswagen-Aufsichtsratsitzung am 03.09.2026
"Ich sage es jetzt so deutlich, wie ich es mittlerweile empfinde: Ich habe die Schnauze voll. Und ich schreibe das nicht als Außenstehender, sondern als IG Metall Mitglied, als Vertrauensmann und vor allem als Kollege, der jeden Tag mit den Leuten in der Halle steht und mitbekommt, wie viel Vertrauen inzwischen verloren gegangen ist. Was mich richtig wütend macht, ist nicht nur das, was Volkswagen gerade macht. Von einem Konzernvorstand erwarte ich, dass er Unternehmensinteressen verfolgt. Dafür gibt es auf der anderen Seite eine Gewerkschaft. Aber was verdammt noch mal ist aus dieser Gegenseite geworden?
Generationen von Kolleginnen und Kollegen haben gestreikt, gekämpft und teilweise persönliche Nachteile in Kauf genommen, um Tarifverträge, bessere Entgelte, Arbeitszeitregelungen, Sonderzahlungen, Beschäftigungssicherung, Mitbestimmung und soziale Standards durchzusetzen. Das alles wurde nicht geschenkt. Und inzwischen entsteht bei mir der Eindruck, dass diese über Jahrzehnte erkämpften Errungenschaften Stück für Stück wieder mit dem Arsch eingerissen werden. Nicht weil die Mitglieder das so beschlossen hätten. Nicht weil die Beschäftigten gesagt hätten: Nehmt uns das wieder weg. Sondern weil auf irgendwelchen oberen Ebenen entschieden wird, was den Beschäftigten als nächstes noch zugemutet werden kann..."
Offener Brief von Christian "Schulle" Schulze (IG Metall Mitglied und Vertrauensmann, Initiative IGMvU Gruppe Braunschweig) vom 5.9.2026 (pdf) und vier Unterstützer
unter: Link
2.9.2026: IG Metall Vorsitzende Benners Ansage zur Aufsichtsratssitzung von VW am 4.9.
"Mit der IG Metall werden die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm nicht geschlossen," so die Vize des Volkswagen-Aufsichtsrats in der Augsburger Allgemeinen. Während Bärbel Bas am 1. Oktober bei einer Mitbestimmungstagung im Dresden Schutzzölle für chinesische Autos vorschlug um Arbeitsplätze in Zwickau zu retten, warf Christiane Benner Konzernchef Blume "Management-Versagen" und "schlechte" Kommunikation vor. Über den im Konzern und im Land Niedersachsen längst angedachten Einstieg von VW in die Produktion von Rüstungsgütern, der von der IG-Metall keineswegs abgelehnt wird, verlor sie kein Wort. H.S.
31.8.2026: Betriebsversammlung bei VW in Hannover
NDR: Pfiffe vor den Toren! Konzernchef Oliver Blume war laut NDR nicht da, stattdessen VW-Finanzvorstand Arno Antlitz: Die Beschäftigten könnten zum Erhalt des Standortes beitragen, indem sie Qualität, Produktivität und Leistung verbesserten. Stavros Christidis, Betriebsrat forderte dass der VW-Transporter wieder in Hannover gebaut werden soll.
NDR: Link
28.8.2026: Betriebsversammlung bei VW in Salzgitter
- Braunschweiger Zeitung: VW-Konzernchef Blume war nicht da. VW-Komponentenvorstand Thomas Schmall verteidigte den Sparkurs.
Braunschweiger Zeitung: Link
- NDR: Betriebsversammlung in Salzgitter ohne VW-Konzernchef Blume
Link
27.8.2026: Das sagen die Zwickauer VW-ler zum Auftritt von Vorstand Oliver Blume
Ostdeutsche Allgemeine: Der VW-Vorstandschef amtiert seit vier Jahren. Erstmals hat er nun das Zwickauer Werk besucht. Bei einer Betriebsversammlung sprach er über die Situation im Konzern. ...
weiterlesen bei Ostdeutsche Allgemeine unter: Link
26.8.2026: Betriebsversammlung bei VW in Zwickau
- Leipziger Volkszeitung: „Das wird ein heißer Herbst“: VW-Beschäftigte sind sauer über fehlende Aussagen zur Zukunft von VW in Zwickau "...Im Zwickauer Volkswagen-Bildungsinstitut werden aktuell 800 Jugendliche ausgebildet, sagt Andrea Vogelsang. „Das ist schon eine Hausnummer. Wir bilden den Nachwuchs für das Werk, aber auch für zahlreiche andere Firmen in ganz Sachsen aus“, erklärt die Betriebsratschefin des Instituts. Es sei ihr eine Herzensangelegenheit, den Vorstandsvorsitzenden Blume in Empfang zu nehmen. „Er soll wissen, dass es dieses Institut gibt. Und er soll wissen, dass der Jugend die Zukunft gehört, deshalb stehe ich hier. ...“
Andreas Dunte für Leipziger Volkszeitung,17:01 unter: Link
- Neue Westfälische: VW-Chef Blume stellt sich einer verunsicherten Belegschaft.
"Die Krise bei VW lässt auch viele Beschäftigte bei Zulieferern um ihre Jobs bangen. In Zwickau demonstrieren sie vereint am Werkstor. ... „Mama- Hast du in 5 Jahren noch Arbeit?” hieß es auf einem der Plakate, „Vereint für unsere Zukunft kämpfen” auf einem anderen. In der Belegschaft sei die Verunsicherung groß, sagte Betriebsratschef Mario Albert. ..."
Neue Westfälische, 26.08.2026, 14:47 unter: Link
- BILD: Laut eines geheimen Plans des Vorstands sollen Volkswagen, die bislang in China produziert werden demnächst in Zwickkau vom Band laufen.
- DLF: Im Mai 2026 hat Wirtschaftsminister Panter (SPD) vorgeschlagen, "ein sogenanntes Joint Venture zwischen Volkswagen und einem chinesischen Hersteller sei eine Möglichkeit. So könnten eine oder mehrere nicht ausgelastete Produktionslinien ?genutzt werden, um Fahrzeuge zu fertigen. Voraussetzung seien jedoch klare europäische ?Regeln und Standards, betonte der sächsische Wirtschaftsminister. Mehrere chinesische Hersteller suchen derzeit nach Produktionsmöglichkeiten in Europa. Niedersachsens Ministerpräsident Lies hatte VW-Werke ins Spiel gebracht. ..."
Deutschlandfunk, 11.5.2026 Link
- Rote Fahne: Der Eiertanz des Oliver Blume um Werkschliessungen unter: Link
26.8.2026: Betriebsversammlung bei VW in Emden
- Ostdeutsche Allgemeine: VW-Chef Blume lobt Zwickau als Vorbild – doch Zukunft des Werks bleibt offen
"Ihr habt Kosten gesenkt, Abläufe verbessert und den vereinbarten Personalumbau planmäßig vorangebracht. Kurz gesagt: Ihr habt gezeigt, dass Veränderung möglich ist“, sagte Blume nach Unternehmensangaben bei der Betriebsversammlung in Zwickau. „Man kann allen im Konzern nur immer wieder sagen: Schaut nach Sachsen, wie gut das da gelaufen ist.“
Stephanie Lehner für Ostdetusche Allgemeine, 26.08.2026, 20:53 Uhr.
- NDR: VW-Chef Blume in Emden: "Wir kämpfen um industrielle Perspektiven"
"VW-Konzernchef Oliver Blume hat heute zur Belegschaft des Werks in Emden gesprochen - neue Informationen nannte er nicht. Kritik kam vom Betriebsrat, Oberbürgermeister Kruithoff überreichte Blume eine Resolution. Nach der Ankunft per Businessjet wurde Blumes Auto auf dem Weg zum Werk kurzzeitig von Mitarbeitenden blockiert. In Halle Eins des Werks in Emden wurde der VW-Konzernchef am Vormittag anschließend mit den Pfiffen von mehr als 4.000 Beschäftigten empfangen. "Wir nehmen die Anliegen und Sorgen der Menschen hier in Emden und in ganz Ostfriesland ernst", sagte Blume bei der Betriebsversammlung. ..."
NDR, Stand: 26.08.2026 14:01 Uhr unter: Link
- BILD veröffentlicht einen geheimen Rettungsplan aus dem Vorstand: Emden soll ins Rüstungsgeschäft einsteigen und Drohnen oder Militärlastwagen produzieren.
- ZDF: Konzernchef Blume in Emden - Volkswagen will ein Viertel des Managements abbauen
"Nun trifft es auch die Manager: VW muss den Rotstift anlegen und geht bis ganz nach oben. Alle müssten ihren Teil beitragen, so Konzernchef Blume bei einem Besuch in Emden."
26.08.2026 | 14:10 ZDFheute unter: Link
25.8.2025: Betriebsversammlung bei VW in Braunschweig
- Braunschweiger Zeitung: „Ich erwarte Klartext“: So geht es den Mitarbeitern bei VW in Braunschweig. Bei der Betriebsversammlung in Braunschweig fordern die Mitarbeiter Antworten vom Vorstand. Vor dem Werkstor zeigt sich ein eindeutiges Stimmungsbild.
Bjarne Wulf für Braunschweiger Zeitung 17:14 Uhr unter: Link
- Rote Fahne: Selbständiger Protest auf außerordentlicher Betriebsversammlung bei VW Braunschweig
... Thomas Schmall sprach sichtlich nervös. So berichtete er, sie hätten sich neue, gewinnversprechende Geschäftsfelder überlegt. Im Kleingedruckten seiner PowerPoint-Folie konnte man lesen, dass dazu auch Rüstungsindustrie mit den Bereichen landgestützte Fahrzeuge, Drohnen und Ladesysteme gehört.
25.8.2025: Betriebsversammlung bei VW in Wolfsburg
- Junge Welt: Blume drängt auf harte Einschnitte - Konzernchef erklärt sich vor Arbeitern in VW-Werken, bleibt vage und erhält Widerworte von der Betriebsratschefin
Mirko Knoche für Junge Welt unter: Link
- ZDF: Betriebsversammlung in Wolfsburg -VW-Belegschaft pfeift Konzernchef Blume aus
Mehr als 10.000 Beschäftigte protestieren gegen die VW-Sparpläne und viele pfeifen Konzernchef Oliver Blume in Wolfsburg aus. Er verteidigt den Umbau, lässt Details aber offen.
ZDF 14:02 unter: Link
- NDR: Betriebsversammlung bei VW: Blume bekommt Unmut zu spüren
Hintergründe und Entwicklungen noch einmal im Liveticker zum Nachlesen.
"VW-CEO blieb Antworten schuldig"
NDR Stand: 25.08.2026 20:48 Uhr unter: Link
- Handelsblatt: "Auf den Plätzen der Vorstände lagen vorsorglich geräuschdämpfende Ohrstöpsel. Gebraucht wurden sie nicht."
Handelsblatt, 26.8.2026, print, S.4
Am 25.8.2026, begann mit der Betriebsversammlung in Wolfsburg eine Serie von Treffen zwischen Vorstand und Belegschaft von VW
- Deutschlandfunk: "Die Arbeitnehmervertretung hat dazu geladen. Sie verlangt Klarheit von der Geschäftsleitung im Hinblick auf die angekündigten Sparmaßnahmen.
Die Volkswagen-Betriebsratschefin Cavallo hat betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen bei VW ausgeschlossen. ... Das sei für sie keine Option, sagte Cavallo nach einem Treffen mit dem niedersächsischen.Ein Zukunftsprogramm könne nicht allein aus Personalabbau, niedrigeren Arbeitskosten und infrage gestellten Standorten bestehen.
VW-Chef Blume hatte zuletzt einen zusätzlichen Abbau von rund 50.000 Stellen ins Gespräch gebracht. Für die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gibt es nach Konzernangaben nach Auslaufen der derzeitigen Fahrzeugproduktion Anfang der 2030er Jahre keine gesicherte Belegung.
Ministerpräsident Lies forderte, gemeinsam Perspektiven für die Standorte zu entwickeln. Es gehe um mehr als nur Rendite oder Dividende, sagte der SPD-Politiker. Die Sorgen der Beschäftigten und die Bedeutung der Werke für ganze Regionen müssten berücksichtigt werden.
Aufgrund des VW-Gesetzes hat das Land Niedersachsen als Großaktionär besonderen Einfluss auf Volkswagen."
Diese Nachricht wurde am 25.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.Siehe: Link
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23.8.2026: IG-Metall-Chefin Benner im Interview: „VW-Mitarbeiter reiben sich die Augen, was bei Porsche anscheinend noch möglich ist“
Benner: "Wir haben Ende 2024 das weitestreichenste Sparpaket in der VW-Geschichte vereinbart. Und die Arbeitnehmerseite ist vertragstreu. ... Die Kolleginnen und Kollegen bei VW haben bereits große Opfer gebracht. Die Beschäftigten bei VW Deutschland verzichten jedes Jahr auf 1,5 Milliarden Euro als Beitrag zur Krisenbewältigung."
Gereon Haas, Marcus Theurer für FAS unter: Link
26.8.2026: "EU plant Auto-Allianz gegen China", titelt das Handelsblatt auf Seite 1.
Gegen China? Aufsichtsrätin Benner wurde im FAS-Interview vom 23.8.26 gefragt, ob "deutsche VW-Werke gerettet werden, wenn dort Autos chinesischer Hersteller vom Band rollen". Und sie hat geantwortet: "Wir prüfen das, aber nur als ergänzende Maßnahme zur bestehenden Beschäftigungssicherung. Es gibt konkrete Verhandlungen." Gesprochen werde darüber, ob VW und ein chinesisches Unternehmen ein faires Joint Venture zum Betrieb von Werken bilden (wollen/sollen/können/müssen/dürfen!).
VW-Chef Oliver Blume gehört laut DSW/TU vom 7.Juli 2026 mit 8,97 Millionen zu den bestbezahlten Chefs von Dax-Unternehmen im Jahr 2025. Im FAZ-Interview vom 21.8.2026 spricht Aufsichtsratsvorsitzende Benner von 9 Millionen Euro.
2025: Vergütung für die Mitglieder des Aufsichtsrats der Volkswagen AG
Sie "erhalten je Geschäftsjahr eine feste Vergütung von 170.000 €. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats erhält eine feste Vergütung von 510.000 €, sein Stellvertreter erhält eine feste Vergütung von 340.000 €.
Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhalten zudem für ihre Tätigkeit in den Ausschüssen des Aufsichtsrats pro Geschäftsjahr eine zusätzliche feste Vergütung von 75.000 € pro Ausschuss, sofern der Ausschuss mindestens einmal im Jahr zur Erfüllung seiner Aufgaben getagt hat. Die Mitgliedschaften im Nominierungs- sowie im Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG bleiben unberücksichtigt. Die Ausschussvorsitzenden erhalten den doppelten, ihre Stellvertreter den eineinhalbfachen Betrag der vorstehend aufgeführten Ausschussvergütung. Ausschusstätigkeiten werden für höchstens zwei Ausschüsse berücksichtigt, wobei bei Überschreiten dieser Höchstzahl die zwei höchstdotierten Funktionen maßgeblich sind. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat beziehungsweise einem seiner Ausschüsse angehört haben, erhalten die Vergütung zeitanteilig. Eine auf die Vergütung entfallene Umsatzsteuer erstattet die Gesellschaft.
Für die Teilnahme an einer Sitzung des Aufsichtsrats und eines Ausschusses erhält das jeweilige Mitglied ein Sitzungsgeld von 1.000 €; bei mehreren Sitzungen am Tag wird das Sitzungsgeld nur einmal gezahlt.
Finanzberichte der Volkswagen-Group 2025 unter: Link
Offener Brief der Vertrauensleute + Betriebsräte bei [b]Mercedes u.a. an die IG-Metall-Vorsitzende Benner[/b]
siehe dazu: Link
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31.08.2026: "Die AfD bekämpft Tarifverträge, Mindestlohn und Mitbestimmung"
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