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Foto: H.S.
25.09.2026 - von Hanne Schweitzer
In der Metall- und Elektroindustrie mit ihren aktuell noch 3,7 Millionen Beschäftigten plant die IG-Metall, mit der Forderung nach einer Lohnerhöhung von fünf Prozent in die Verhandlungen mit den Arbeitgebern zu gehen. Für Mitarbeitende von "Boom-Unternehmen" will sie außerdem eine tarifliche Gewinnbeteiligung durchsetzen und für Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen eine finanzielle Besserstellung.
Das beschloss und verkündete der IG Metall-Vorstand am Mittwoch, 23.9.2026.
Von den geforderten fünf Prozent mehr werden allenfalls drei Prozent übrig bleiben. Was aus der tariflich festzulegenden Gewinnbeteiligung werden wird, steht in den Sternen, und wie viel die finanzielle Besserstellung der unteren Entgeltgruppen den Beschäftigten bringen wird, sei dahingestellt.
Boomunternehmen nennt die IG-Metall zwei Drittel der Metall verarbeitenden Unternehmen, die aufgrund ihres Auftragsbestands eine gute bis sehr gute Entwicklung zu erwarten haben. Diese sollen vom Gewinn etwas an die Beschäftigten abgeben. Zu den Boomern gehören laut IG Metall Unternehmen des Schiffsbaus, der Luft- und Raumfahrt, Schienenfahrzeughersteller, Unternehmen für Medizintechnik und natürlich auch die nach Deutschland expandierenden israelischen Rüstungsunternehmen Rafael und Elbit.
Das restliche Drittel der Unternehmen nennt die IG Metall "Krisenunternehmen". Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Vorsitzende im VW-Aufsichtsrat, kündigte an, "Verlagerungsdrohungen als Ablenkungsmanöver von Management-Versagen" nicht zu akzeptieren.“ Über den Verkauf des VW-Werks in Osnabrück an das Rüstungsunternehmen Rafael oder die angedachte Umrüstungen ziviler Produktion in Rüstungsproduktion verlor sie kein Wort.
Die Tarifvorständin der IG Metall, Nadine Boguslawski versorgte die Öffentlichkeit mit den Vorstandsbeschlüssen über den Umgang mit den Krisenunternehmen und den Beschäftigten, die „dort bereits auf tarifliche Leistungen" verzichten. "Bei einem Drittel der Unternehmen, insbesondere in der Autoindustrie oder im Maschinenbau, ist die Auftragslage schlecht bis sehr schlecht." Deshalb möchte die IG Metall nun prüfen, ob "die Instrumente für Beschäftigungssicherung und Zukunftsinvestitionen ausreichen."
Die Tarifvorständin Boguslawski betont: „Unser Forderungspaket ist verantwortungsvoll, gerecht und passgenau. Wir bieten und verlangen von den Arbeitgebern tariflich Antworten für die vielfältigen wirtschaftlichen Situationen: vom Krisen- bis zum Boom-Betrieb.“
Die Friedenspflicht endet mit dem 31. Oktober, ab 1. November sind Warnstreiks möglich.
Schau`n wir mal.
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