30.10.2026 - von Karin Gerlich
Kein Verladen von Munition und Kriegsgerät !
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben Vorrang !
Für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne !
Heute am 30. Oktober 2026 rufen weltweit Hafenarbeiter-Gewerkschaften zum zweiten internationalen Aktionstag der Hafenarbeiter auf.
Die teilnehmenden Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer in mehr als 100 Häfen in Europa, Marokko, Türkei, Indien, Mexiko und den USA. Unter dem Motto "Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg" blockierten bereits in den letzten zwei Jahren Gewerkschafter Transporte von Kriegsmaterial nach Israel. Nicht abgefertigt wurden Maschinengewehrteile (Marseille, Frankreich), Spezialstahl für gepanzerte Fahrzeuge (Piräus, Griechenland) und Waffen, Munition, Panzer (Genua, Italien). Hafenarbeiter kontrollieren Schiffsladungen und verweigern das Verladen von Kriegsmaterial.
Mit diesen Waffen werden Arbeiterfamilien in Palästina und Nahost getötet, Schulen, Krankenhäuser und Wohngebäude in Schutt und Asche gelegt.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind uns wichtig, nicht die Verladung und der Transport von hochgefährlichem Kriegsmaterial wie Munition und Sprengstoffe.
Schon 2020 informierte der Sicherheitschef von Duisport darüber, das bei einem NATO Manöver logistische Aktivitäten über den Duisburger Hafen abgewickelt werden. Der Duisburger Hafen ist genauso Umschlagplatz für Kriegsgerät wie Hamburg oder Bremerhaven.
Andernorts zeigen uns Hafenarbeiter: Krieg und Entlassungen, Lohndumping und massive Einschränkungen beim Arbeitsrecht sind zwei Seiten der selben Medaille - wir können sie nicht trennen. Verbesserungen wie ein Tarifvertrag, der sich wenigstens dem Standard der Hochseehäfen anschließt und um circa 1.000 Euro höher liegt oder auch das Verbot von Leih- und Werkverträgen sind nur durch Arbeitskämpfe zu erreichen.
Dafür braucht es eine Organisierung aus dem Kreis der Hafenarbeiter selbst. Beispielsweise gewerkschaftliche Vertrauenskleute, welche sofort zu Aktionen aufrufen, wenn Waffen oder anderes Kriegsgerät in Duisburg
verladen werden sollen.
Schliesst euch zusammen und organisiert euch. Wir Gewerkschafter, Vertrauensleute und Betriebsräte aus dem Rheinland, sind bereit, uns mit Kollegen und organisierten Gruppen von Hafenbeschäftigten zu treffen, die daran interessiert sind, diese Zustände zu ändern.
Gewerkschafter gegen Kriegswirtschaft
Nachbereitung:
In Duisburg war er etwas kläglich und wurde durch Verdi leider - wie in Hamburg, nicht begleitet. Dennoch war es gut, dass ca. 30 Personen darauf aufmerksam gemacht haben und durch den DFG-VK Köln unterstützt wurden.
Es ist wichtiger denn je, besonders jetzt auf den Straßen und Plätzen stark präsent zu sein, nur auf Veranstaltungen werden wir diese Kriegstüchtigen nicht stoppen und weltweite Kriege auch nicht beenden können. Deshalb können wir stolz sein, dass es internationale Hafenstreiks gibt, die dieser Kriegstüchtigkeit zumindest in der Verschiffung von Rüstungsgütern einen Riegel vorschiebt.
Wenn am 30. Oktober 2026 in 113 Häfen weltweit die Arbeit stillsteht, ist das Ausdruck einer wichtigen Verschiebung innerhalb der Antikriegsbewegung. Denn am internationalen Aktionstag der Hafenarbeiter stand neben Arbeitsplatzsicherheit und höheren Löhnen vor allem das Thema Krieg auf der Tagesordnung - so Ulrike Eifler (IGM).
»Wir Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg«, lautete die Losung, unter der nach Angaben der französischen Gewerkschaft CGT in 22 Ländern Arbeiter gegen den Umschlag von Waffen streikten.
Auch an großen Seehandelsdrehkreuzen kam es zu Ausständen, darunter Valencia, Le Havre, Alcaciras, Piräus, Genua, Oakland, Tanger und Mumbai. In Triest nahmen 3.000 Menschen an einer Demonstration teil. Auch in Hamburg waren die Hafenarbeiter auf der Straße.
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Grüße Karin Gerlich
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