13.10.2017
Der Suizid trägt die Handschrift des Alters. Über 65-jährige Männer und Frauen haben die höchsten Suizidraten von allen Altersgruppen. Es sind besondere physische, psychische und soziale Belastungen im Alter, die sich in wechselseitiger Verstärkung so zu Krisen zuspitzen können, dass Menschen nicht mehr leben wollen und sich das Leben nehmen. Medizinische und psychosoziale Einrichtungen sowie ambulante Hilfsdienste und Behandler begegnen in ihrer Praxis häufig älteren Menschen in seelischer Not. Tatsache ist, dass Aktivitäten der Suizidprävention, die möglichst früh einsetzen sollten, ältere Menschen noch viel zu selten erreichen.
Das Hauptthema der Herbsttagung 2017 der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention vom 13.-15.102017 in Hamburg ist die Suizidalität und die Suizidprävention im Alter. Damit sollen die Suizidgefährdung alter Menschen als gesundheits- und versorgungspolitisches, wie auch wissenschaftliches Problem sichtbar gemacht werden sowie Behandlungsmöglichkeiten und Formen der Suizidprävention vorgestellt, diskutiert und unterstützt werden. Aktuelle wissenschaftliche Projekte und Forschungsergebnisse zur Suizidprävention werden präsentiert, Fragen der Lebensbegrenzung aufgegriffen und in den gesundheits- und gesellschaftspolitischen Diskurs eingebracht.
Die Herbsttagungen der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention bieten jährlich die Möglichkeit des Diskurses zwischen Wissenschaftlern, die Arbeiten zur Suizidprävention und zur Behandlung der Suizidalität vorlegen und praktisch tätigen Professionellen, die in Psychotherapie, Beratung, psychiatrischer Versorgung und Seelsorge mit Suizidgefährdeten arbeiten. Neben der jeweiligen Hauptthematik wird immer ein breites Spektrum suizidologisch relevanter Themen diskutiert. In 2017 soll die Suizidprävention im Alter von Themen der Suizidprävention der Lebensalter umgeben sein. An den Herbsttagungen nehmen in der Regel 180-250 Personen teil. Die Veranstalter rechnen, angesichts des Tagungsthemas und der Attraktivität des Kongressstandortes Hamburg, mit 200-250 Teilnehmern. Um besonders Professionellen mit niedrigem Einkommen die Teilnahme an der Tagung zu ermöglichen, wird der Tagungsbeitrag auf € 100,- bis 160,- niedrig gehalten.
Eingeladen sind alle Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS), wie auch an der Suizidprävention Interessierte aus der Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Beratungsarbeit, Politik und Gesellschaft.
Die geplante Herbsttagung der DGS findet im Oktober 2017 in Hamburg im Albertinen-Haus statt. Sie wird ausgerichtet von der Albertinen-Akademie, einer Kongress- und Veranstaltungsorganisation im Rahmen des Albertinen-Diakoniewerks. Das Albertinen-Haus ist eine national und international renommierte Institution mit allen Organisationsformen moderner Altenhilfe. Es ist mit dem Lehrstuhl für Geriatrie und Gerontologie eine wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Hamburg. Die wissenschaftliche Leitung der Tagung liegt bei PD Dr. med. Reinhard Lindner, Oberarzt für Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie an der Medizinisch-Geriatrischen Klinik des Albertinen-Hauses. Die Arbeitsgruppe „Alte Menschen“ des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland unterstützt den Kongress aktiv.
Die Tagung findet in Hauptvorträgen und Seminaren gegliedert statt. Zur Förderung des wissenschaftlichen Austausches wird ein Call-for-Papers veröffentlicht, der sich besonders an Wissenschaftler richtet, die Arbeiten zur Suizidprävention im Alter präsentieren wollen.
National und international renommierte Wissenschaftler und Kliniker werden zu Hauptvorträgen (und Seminaren) eingeladen. Anzufragen sind Prof. Dr. Mark J. Goldblatt, Harvard University (Psychodynamic Psychotherapy of Suicidality) und Prof. Dr. Stephen Briggs, University of East London (Short Time Psychotherapy with Suicidal Adolescents), aber auch Prof. Dr. Martin Teising, International Psychoanalytic University, Berlin, Prof. Dr. Norbert Erlemeier, Münster, Prof. Dr. Rolf D. Hirsch, Bonn, Prof. Dr. Hans Wedler, Stuttgart, Prof. Dr. Barbara Schneider, Köln, Prof. Dr. Arno Drinkmann, Eichstätt, Dr. Uwe Sperling, Mannheim, Dr. Claus Wächtler, Hamburg, Dr. Sylvia Schaller, Mannheim, Daniela Hery LLM, Mainz, Georg Fiedler, Hamburg und andere.
Kongressprache ist Deutsch. Die zwei, in englischer Sprache gehaltenen Vorträge werden zuvor in deutscher Übersetzung den Teilnehmern ausgehändigt.
Kontakt:
PD Dr. med. Reinhard Lindner
Gerontopsychosomatik und Alterspsychotherapie
Medizinisch-Geriatrische Klinik Albertinen-Haus
22459 Hamburg
Tel. 040 55814855
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