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Pflege: Zurück zu den Verwahranstalten???

15.03.2006 - von BIVA

Letzte Woche gab das Bundesgesundheitsministerium das Finanzergebnis für
die Pflegeversicherung für das vergangene Jahr bekannt: Wieder einmal ein Defizit, diesmal über "nur" 360 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es
noch 820 Millionen.

Die Ministerin spielt das Ergebnis zwar herunter. Fakt jedoch ist, dass die Pflegeversicherung im 6. Jahr in Folge ein Defizit erwirtschaftet
hat. Die Einnahmensituation wird sich bei anhaltend hoher
Arbeitslosigkeit kaum verbessern.

"Auf der Ausgabenseite stehen uns die teuren Jahre noch bevor", so
Katrin Markus, die Geschäftsführerin der BIVA. "Im Jahre 2010 wird jeder Vierte in Deutschland 60 Jahre und älter sein, 2020 schon fast jeder
Dritte. Mit zunehmendem Alter steigt natürlich auch die
Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Darüber hinaus ist die Finanzierung des Betreuungsbedarfs der Demenzkranken noch völlig ungeklärt."

Selbst wenn die Kostensteigerung im Gesundheits- und Pflegebereich
gebremst werden kann, die Gesamtausgaben in der Pflege werden steigen, und das bei auf lange Sicht sinkenden Einnahmen. "Der Kinderlosenzuschlag ist hier nur ein Tropfen auf dem heißen Stein vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung", so Markus weiter. "Dies darf auf keinem Fall zu Lasten der Schwächsten gehen: Der
Pflegebedürftigen."

Langfristig ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen keine nachhaltige finanzielle Sicherung der Pflege gewährleistet. Durch die
fehlende Dynamisierung der Leistungen -- bei anhaltender
Kostensteigerung - werden zudem immer mehr Menschen von Sozialhilfe abhängig, und dies in einer Lebensphase, in der sie sich kaum noch selbst helfen können.

"Der wachsende Kostendruck und die prekäre Finanzsituation in der Pflege darf auf keinen Fall zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen", so die Vertreter der BIVA. "Gute Pflege hat ihren Preis, insbesondere beim
Personal. Eine Reform der Pflegeversicherung ist dringend erforderlich.
Sonst gesellt sich zum Schreckgespenst der Altersarmut noch das der "Verwahranstalten" der 70er Jahre. Dies muss unbedingt verhindert werden, zumal es jeden treffen kann, irgendwann."

Wer Näheres zum Thema aus Verbrauchersicht erfahren möchte, kann sich unmittelbar an die BIVA wenden.

Link: http://www.biva.de
Quelle: BundesInteressenVertretung + selbsthilfeverband der bewohnerinnen +