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Medizintourismus: Zur Operation nach Dehli

29.05.2007 - von diverse

Es stand in der L.A. Times, und deshalb wird es in absehbarer Zukunft bei uns im Spiegel, der ZEIT, dem Focus oder der Bild auftauchen: Wer diese Webseite liest, ist schneller informiert!

Ein gewisser Carl Garrett flog im September 2006 nach Neu Delhi. Er ließ sich dort die Gallensteine entfernen und eine neue Kniescheibe einsetzen.

Sein Arbeitgeber, über dessen Versicherung er krankenversichert ist, wird den Flug für ihn und seine Verlobte bezahlen, die Kosten der Operationen und den Aufenthalt für beide.
Außerdem erhält er bei seiner Rückkehr noch einen Anteil an den 10.000 $, die der Arbeitgeber durch die Reise nach Indien gespart hat.

Weil die Preise in den Krankenhäusern der USA in den letzten Jahren raketenartig in die Höhe geschnellt sind, reisen mittlerweile 10.tausende AmerikanerInnen in andere Länder, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen.

Die Gesundheitsvorsorgung globalisiert sich. Hohe Medizinpreise haben dazu geführt, dass AmerikanerInnen Medikamente in Kanada oder Mexiko kaufen, einige Krankenhäuser haben ihre radiologischen Abteilungen bereits nach Australien oder Europa ausgelagert.

Medicare, die staatliche amerikanische Versicherung für Ältere und Behinderte hat mitlerweile 88 ausländische Krankenkassen unter Vertrag, darunter das BUMRUNGRAD Hospital in Thailand und das APOLLO Hospital in Indien.
Die Krankenhäuser ähneln 5 Sterne Hotels, sie sind ausgestattet mit den neuesten technischen Geräten.

Viele der dort arbeitenden Ärzte wurden in den USA ausgebildet und die PatientInnen werden verwöhnt rund um die Uhr.

Ein Kranzarterien-Bypass kostet in Indien 6.500 $, in Kalifornien 60.400 $.

Planet Hospital in Malibu, Kalifornien, ein start up Unternehmen, hofft bald eine Versicherung zu kreieren, die die Grundversorgung weiter in der USA abdeckt, größere Operationen aber nicht mehr in US-Krankenhäusern durchführt.

Es stand in der San Gabriel Valley Newspaper:

Planet Hospital hat inzwischen eine Partnerschaft mit 20 Krankenhäusern weltweit etabliert. Begonnen hat die Firma im November 05. Seitdem wurden mehr als 500 Amerikaner in Krankenhäuser in Belgien (!!!), Brasilien, Costa Rica, Indien, Mexiko, Polen, Singapur und Thailand vermittelt.

In der Klink BUMRUNGRAD in Bangkok wurden im Jahr 2005 bereits 2.500 AmerikanerInnen behandelt. Die Wachstumsrate beträgt jährlich 25%.

Sharon Taylor, 63 brauchte eine neue Hüfte, sie gehört zu den 40 Millionen unversicherten Amerikanern. Sie ist noch nie in ihrem Leben geflogen. Der 22 Std.-Flug nach Indien machte ihr Angst, deshalb entschied sie sich, zur Operation ein Krankenhaus in Belgien zu nehmen. Der Flug dauerte nur 11 Stunden. Am Flughafen wurde sie mit ihrem Lebensgefährten abgeholt und fortan wurden beide mit allem versorgt, von der guten belgischen Schokolade bis zum Mobiltelefon und der postoperativen physikalischen Therapie.

Zwei Wochen später war sie mit ihrem Gefährten wieder Zuhause . Die ganze Angelegenheit einschließlich zwei 1.Klasse Flugtickets, OP + Essen kostete 26.000 $.

In den USA würde es für eine unversicherte Person zwischen 43. + 63.000 $ betragen. Brücken kosten in einer Klinik in Los Angeles 10.000 $, beim Privatarzt 15.000 $, in Thailand aber nur 624 $.

Quelle: L.A.Times, San Gabriel Valley News