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Höhere Pflegeversicherungsbeiträge für Privatversicherte 2022

Foto: H.S.

30.09.2021 - von H.S.

"Corona-Zuschlag" nennt sich der Mehrbetrag, den die privaten Krankenkassen im nächsten Jahr mit dem Segen des Gesetzgebers von ihren Kunden erheben werden. Grund: Die private Pflegepflichtversicherung hat sich 2020 und 2021 mit 530 Millionen Euro am Pflege-Rettungsschirm beteiligt, den die Bundesregierung unter Merkel und Spahn aufgespannt hatte. Er diente dazu, auch Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen einen Ausgleich zu zahlen, für die Belastungen durch Corona: Rückgang der Einnahmen, weil Heime und ambulante Dienste weniger nachgefragt wurden, Ausgaben für Schutzausrüstungen und Corona-Tests, höhere Personalkosten. Dabei werden die Kosten des Pflege-Rettungsschirms nach der Zahl der Empfänger von Leistungen aus der Pflegeversicherung verteilt.

Weil die Mitglieder der Pflegepflichtversicherungen nun aber 2020 und 2021 weniger Leistungen in Anspruch genommen haben, was mit 50 Millionen Euro zu Buche schlug, fehlen den privaten Pflegeversicherungen "nur" 480 Millionen Euro. Um die zu kompensieren, zahlen Privatversicherte deshalb 2022 einen Aufschlag zur Pflegeversicherung von 3,40 Euro im Monat, Beamte 7,30 Euro. Von der Zuzahlung ausgenommen bleiben privat Pflegepflichtversicherte, die Arbeitslosengeld oder Grundsicherung erhalten. Beamte und ihre Angehörigen müssen den höheren Zuschlag zahlen, weil bei ihnen der
Anteil der Pflegebedürftigen deutlich größer ist als in den anderen Pflegepflichtversicherungstarifen.

Quelle: PKV + Süddeutsche, 30.9.21