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Lufthansapiloten: Startklar zum Streik, aber zuerst Verhandlungen

Foto: H.S.

09.08.2022 - von PMVC

Cockpit: Erstmal keine Streiks geplant
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit setzt auf Verhandlungen mit dem Lufthansakonzern. Vereinbart seien vier Verhandlungsterime, sagte der Vorsitzende der
Tarifkommission, Andreas Pinheiro.
9.8.2022, Printausgabe FAZ, S.19

4.8.2022: Ende des Flugchaos? Lufthansa will in den kommenden 18 Monaten 10 000 neue Mitarbeiter einstellen
Die Lufthansa will endlich die gravierenden operativen Probleme anpacken und lösen. Dazu plant das Unternehmen die Einstellung Tausender neuer Mitarbeiter. Während der Pandemie hatte man sich von zu vielen Angestellten getrennt. Der Konzern hat jüngst wieder die Gewinnzone erreicht – allerdings nur wegen des Frachtgeschäfts.
Neue Zürcher Zeitung unter: Link

3.8.2022: Flugchaos bei Lufthansa und Swiss: Auf die Konzernchefs warten unangenehme Fragen
Warnstreiks des Bodenpersonals, Streikandrohungen der Lufthansa-Piloten, abgelehnter Gesamtarbeitsvertrag durch die Swiss-Piloten: Die Chefs von Lufthansa und Swiss brauchen dringend Ideen, wie sie den Betrieb stabilisieren und das Vertrauen ihrer Mitarbeiter zurückgewinnen.
Neue Zürcher Zeitung unter: Link

31.7.2022: Lufthansa-Piloten Startklar zum Streik
Bei der am 31.07.2022 zu Ende gegangenen Urabstimmung haben sich die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa klar dafür ausgesprochen, den aktuellen tarifpolitischen Weg weiterzuverfolgen. Das bedeutet: Die Piloten sind bereit in den Streik zu treten. Bei einer Wahlbeteiligung von 93,2 % (DLH) bzw. 95,7 (Lufthansa Cargo) stimmten 97,6% (DLH) bzw. 99,3% (Lufthansa Cargo) für die Unterstützung der Tarifkommission. Das erforderliche Quorum wurde damit deutlich überschritten. Das teilte am Mittag die Gewerkschaft VC mit.
Das Ergebnis der Urabstimmung zeigt die große Unterstützung der Mitglieder für die Ziele der Konzerntarifkommission. Gegenstand der aktuellen, aber bislang leider nicht erfolgreichen Verhandlungen, ist die angemessene und ausgewogene Vergütung im Cockpit. Bei den Forderungen der Pilotinnen und Piloten geht es schwerpunktmäßig um einen Ausgleich des Reallohnverlustes. Ein weiterer zentraler Punkt der Forderungen an den Arbeitgeber ist die Angleichung der Vergütungssystematik im Personalkörper bei gleichzeitiger Steigerung der Attraktivität der unteren Lohnstufen.

Dr. Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der VC: „Wir brauchen jetzt eine moderne und faire international konkurrenzfähige Vergütungsstruktur in allen Berufsgruppen.“
Diese positive Urabstimmung führt noch nicht zwangsläufig zu Streikmaßnahmen. Aber sie ist ein unüberhörbares Signal an die Lufthansa, die Bedürfnisse des Cockpitpersonals ernst zu nehmen.
„Auch im Interesse unserer Passagiere bedarf es jetzt eines ernstzunehmenden Lösungswillens seitens Lufthansa, um gemeinsam kreative Lösungsräume im Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden zu schaffen“, so Dr. Gröls abschließend.

21.7.2022: Streik bei Lufthansa? Cockpit beschließt Urabstimmung
Frankfurter Rundschau, 21.7.2022 unter: Link


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Luftindustrie am Boden: Weltweite Arbeitskämpfe als Reaktion auf die Cost-Cutting Crazyness
Abhebende Profite und zunehmende Ausbeutung! Wir unterstützen alle aktuellen Kämpfe auf europäischen Flughäfen!
"Am 16. Juli 2022 trafen sich per Videokonferenz Delegierte der Beschäftigten des Luftverkehrssektors (Spanien, Italien, Frankreich und Portugal) von Gewerkschaftsorganisationen, die dem internationalen Gewerkschaftsnetzwerk für Solidarität und Kampf angehören, um die explosive Situation in der Branche zu erörtern, die durch die Phase nach der Pandemie und das Ende der Beschränkungen und Schließungen gekennzeichnet ist. (...)

All dies ist das Ergebnis des kapitalistischen Managements der pandemischen Krise in diesem Sektor, bei dem das einzige Ziel darin bestand, die Profite der großen multinationalen Konzerne zu sichern, während für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Sektors nur Entlassungen, ob trocken oder unterstützt oder mit Kurzarbeit, Prekarität und starke Lohnkürzungen vorgesehen waren, wodurch der Sektor nicht auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs vorbereitet war, mit Personalmangel in allen Flughäfen und Unternehmen, mit unannehmbaren Arbeitsbedingungen, sowohl für diejenigen, die weitergearbeitet haben, als auch für diejenigen, die neu in den Sektor gekommen sind.

Diese Bedingungen schaffen eine explosive Situation mit mehreren Mobilisierungen an verschiedenen europäischen Flughäfen und auch durch spontane Initiativen von Beschäftigten (...) Der Luftverkehr ist in Italien, Frankreich, Spanien und Portugal mit einer allgemeinen Unterbesetzung in allen Bereichen, Lohnkürzungen, einer Zunahme der Unsicherheit und der Flexibilität konfrontiert, die die Arbeitsbedingungen unhaltbar machen, auch aufgrund der Verschlechterung der klimatischen Bedingungen, die zu einer Verschlechterung der Dienstleistungen für die Passagiere führen..."

Aus der Pressemitteilung am 29.7.2022 beim alternativen gewerkschaftlichen Netzwerk für Solidarität und Kampf (dem auch LabourNet Germany angehört) - siehe im Dossier von Labournet den Volltext und die Hintergründe unter: Link

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Streit zwischen der Swiss und ihren Piloten
Der neue Gesamtarbeitsvertrag ist geplatzt – 80 Prozent der Mitglieder von Aeropers haben den Entwurf abgelehnt. ... Gewerkschaft Aeropers etwas anders.
Sie schreibt in einer Mitteilung: «Der Aeropers-Vorstand fordert nun zügige Nachbesserungen des abgelehnten Vertrages zugunsten der Pilotinnen und Piloten, damit die Stabilität des Flugbetriebes über den Sommer und den Herbst sichergestellt werden kann.»
Neue Zürcher Zeitung Printausgabe vom 2.8.2022 S.21

Quelle: Airportzentrale.de, Labournet.de, NZZ