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02.01.2026 - von Hanne Schweitzer
2.1.2026: Pflegeversicherung droht der baldige Kollaps
NZZ unter: Link
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29.12.2025: Nichthandeln der Politik rächt sich
Die Pflegeversicherung lebt auf Pump mit Darlehen des Bundes in Höhe von mittlerweile 4,2 Milliarden Euro“, sagte der Vorstandschef des Spitzenverbandes der Krankenkassen, Oliver Blatt, dem RND. „Das deckt 2026 zwar annähernd das Defizit, allerdings nur rein rechnerisch.“ Man sollte sich auf Liquiditätsprobleme einiger Pflegekassen einstellen, fügte er nicht ohne Grund hinzu. Bereits im Februar 2025 musste die erste Pflegekasse durch die Beantragung von "Liquitätshilfen" aus dem "Ausgleichsfonds" der gesetzlichen Pflegekassen vor dem Bankrott gerettet werden.
WELT, print, 29.12.2025, S.1
Zunehmend nervig und unverschämt ist der im Zusammenhang mit Pflegebedürftigkeit (und auch Renten) stets auftauchende Satz von der "zunehmenden Zahl der Pflegebedürftigen". Sind die verantwortlichen Herrschaften tatsächlich so ahnungslos? Ist es eine Überraschung für PolitikerInnen, Vorsitzende von Krankenkassen, Spitzenverbänden, Planer, JournalistInnen oder KabarettistInnen, dass Babyboomer älter werden und das es viele sind? Kennen die Herrschaften keine Statistiken? Ist ihnen entgangen, dass immer weniger Kinder in den letzten Jahrzehnten geboren wurden? Hat ihnen niemand gesagt, dass die demografische Veränderung schon Ende des 19. Jahrhunderts begonnen hat und die pronatalistische Politik der 30iger und 40ger Jahre des 20. Jahrhunderts daran nichts geändert hat?! Warum wurden keine Vorbereitungen getroffen, Rückstellungen gemacht?!
Hanne Schweitzer.
11.12.2025: Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten am 11. Dezember 2025 Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann und die Hamburger Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer die wichtigsten Ergebnisse der [b]Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ vor [/b]
Die wichtigsten Ergebnisse der Bund-Länder-AG „Zukunftspakt Pflege“ sind laut Bundesgesundheitsministerium die folgenden inhaltslosen Aussagen, die nicht mal den Ansatz von sogenannter Reform erkennen lassen. Die Kommissionsmitglieder haben sich gegenseitig mit ihren Forderungen blockiert. So schlug die SPD vor, Mieteinnahmen und Aktiengewinne beitragspflichtig für die Pflegeversicherung zu machen, während die CDU die Assekuranz durch die Einführung einer verpflichtenden Pflegezusatzversicherung beglücken wollte.
ZDF heute-show, 19.12.2025, Minute 21:19: Martin Klempnow rettet die Pflege unter: Link
"Prävention und Nachhaltigkeit in der Langzeitpflege: Regelmäßige Gesundheits-Check-ups zur Erkennung individueller Risikofaktoren für pflegerelevante Krankheiten werden durch eine Neuausrichtung der GKV-Leistungen auf spezifische präventive und rehabilitative Bedarfe Pflegebedürftiger ergänzt.
Aktiv und selbstständig bleiben – Pflegebedürftigkeit vermeiden: Mit gezielter fachlicher Begleitung, Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen und einem Notfallbudget für Randzeiten wird die häusliche Pflege nachhaltig unterstützt.
Kurze Wege in die Pflege – Zugänglichkeit erleichtern: Mit der Bündelung in einem Sachleistungs- und Entlastungsbudget sollen ambulante Leistungen für Pflegebedürftige flexibler und leichter zugänglich werden. Zugleich können Leistungsbeträge im Vergleich zu den bisherigen für ambulante Sach- und Geldleistungen verfügbaren Beträgen fokussiert werden.
Pflegeversorgung in der Fläche sicherstellen: Für eine bürgernahe pflegerische Versorgung in ländlichen Regionen sollen Pflegekassen und Kommunen mehr Möglichkeiten zur Trägerschaft von Pflegeeinrichtungen erhalten, wobei sie für eine gezielte Bereitstellung pflegerischer Angebote von vertraglichen Vorgaben abweichen dürfen.
Mehr Freiheit, weniger Vorgaben: Unter Vereinfachung und Abbau doppelter Vorgaben auf Bundes- und Landesebene sollen Kernbereiche wie Personaleinsatz und Qualitätssicherung nachhaltig entbürokratisiert werden, um die Arbeitsbedingungen von Pflegenden zu verbessern und die Attraktivität von Pflegeberufen zu erhöhen.
Mut zur Innovation: Mit einer unbürokratischen Förderung von Pflege-Innovationen, vor allem in den Bereichen Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz sollen die Effizienz von Arbeitsabläufen erhöht und die digitale Transformation vorangetrieben werden.
Nachhaltige Finanzierung und Finanzierbarkeit der Pflegeversicherung: An den Prinzipien des Teilleistungssystems und den Pflegestufen soll festgehalten werden. Um die Ausgabendynamik in der Pflegeversicherung zu bremsen, werden aber sowohl Möglichkeiten zur Begrenzung pflegebedingter Eigenanteile als auch die Zugangswirkung bestehender Schwellenwerte in der Begutachtungssystematik geprüft."
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