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Anteil der armutsgefährdeten RenterInnen 2024: 3.7 Mio / Gesamtbevölkerung = 17.6 Mio.

Foto: H.S.

02.01.2026 - von Destatis

Seit 2022 ist die Zahl der von Armut betroffenen RentnerInnen bis zum Jahr 2024 um 9,6 Prozent gestiegen ! Damit gelten 3.744 Millionen RentnerInnen oder 21,2 Prozent aller verrenteten BundesbürgerInnen statistisch als armutsgefährdet. Wenig überraschend und seit Jahren unverändert: Frauen gehören fast doppelt so oft zu den Arrmutsrentnern wie Männer. 2.267 Millionen Frauen oder 23,1 Prozent aller Rente beziehenden Frauen erhalten Minirenten. Bei den Männern sind es aber auch noch 1.477 Millionen oder 18,7 Prozent aller männlichen Rentenbezieher.
Armutsgefährdet sind laut EU-Definition alle, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung erhalten.

Definition der Armutsgefährdungsquote laut EU: Link




2024 weiterhin ein Fünftel der Bevölkerung von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht
17,6 Millionen Betroffene in Deutschland im Jahr 2024
15,5 % der Bevölkerung waren armutsgefährdet,
6,0 % waren von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen,
9,8 % der Menschen lebten in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung

In Deutschland waren im Jahr 2024 rund 17,6 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das waren 20,9 % der Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anhand von Erstergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) mitteilt. ...

Eine Person gilt in der Europäischen Union (EU) als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn mindestens eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft:
Ihr Einkommen liegt unter der Armutsgefährdungsgrenze,
ihr Haushalt ist von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen oder
sie lebt in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.
Für jede dieser Lebenssituationen kann jeweils der Anteil der Betroffenen an der Bevölkerung ermittelt werden.


13,1 Millionen Menschen im Jahr 2024 mit Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze

Im Jahr 2024 waren 15,5 % der Bevölkerung oder rund 13,1 Millionen Menschen in Deutschland armutsgefährdet. Nach EU-SILC gilt eine Person als armutsgefährdet, wenn sie über weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2024 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland netto (nach Steuern und Sozialabgaben) bei 1 378 Euro im Monat; für Haushalte mit zwei Erwachsenen mit zwei Kindern unter 14 Jahren lag er bei 2 893 Euro im Monat; jeweils Äquivalenzeinkommen). Um das Einkommen vollständig zu erfassen, wird das Jahreseinkommen erfragt. Dadurch beziehen sich die Fragen zum Einkommen auf das Vorjahr der Erhebung, in diesem Fall also auf das Jahr 2023.


5,0 Millionen Menschen von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen

6,0 % der Bevölkerung oder rund 5,0 Millionen Menschen in Deutschland waren im Jahr 2024 von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen. Das bedeutet, dass ihre Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln deutlich eingeschränkt waren. Die Betroffenen waren zum Beispiel nicht in der Lage, ihre Rechnungen für Miete, Hypotheken oder Versorgungsleistungen rechtzeitig zu bezahlen, eine einwöchige Urlaubsreise zu finanzieren, abgewohnte Möbel zu ersetzen oder sich einmal im Monat im Freundeskreis oder mit Verwandten zu treffen, um gemeinsam etwas zu trinken oder zu essen.


6,2 Millionen Menschen in Haushalten mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung

9,8 % der Bevölkerung unter 65 Jahren oder rund 6,2 Millionen Menschen in Deutschland lebten 2024 in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung Das heißt, die Haushaltsmitglieder waren insgesamt sehr wenig oder nicht in den Arbeitsmarkt eingebunden. Nach EU-SILC liegt diese Situation vor, wenn die Erwerbsbeteiligung der erwerbsfähigen Haushaltsmitglieder im Alter von 18 bis 64 Jahren im Vorjahr der Erhebung insgesamt weniger als 20 % betrug. Dies war zum Beispiel der Fall, wenn in einem Haushalt mit zwei Personen in dieser Altersgruppe eine Person überhaupt nicht arbeitete und die andere insgesamt nur in vier von zwölf Monaten erwerbstätig war.

Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse entstammen der europäischen Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (European Union Statistics on Income and Living Conditions, EU-SILC). EU-SILC ist die amtliche Hauptdatenquelle für die Messung von Armutsgefährdung und Lebensbedingungen in Deutschland und der Europäischen Union.

Die Zahlen für die RentnerInnen wurden beim Statistischen Bundesamt vom BSW erfragt, die Zahlen der Gesamtbevölkerung sind aus der Pressemitteilung Nr. 036 vom 29. Januar 2025 des Statistischen Bundesamts

Quelle: Destatis