18.02.2026 - von EVG
Eisenbahnerfamilie hält zusammen – Spendenaktion nach Angriff auf Zugbegleiter
Der in einem Regionalexpress lebensgefährlich verletzte Zugbegleiter Serkan C. ist tot. Unser 36-jähriger Kollege war am Montagabend bei einer Ticketkontrolle von einem Fahrgast attackiert worden. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert dazu:
„Wir sind erschüttert und trauern um unseren Kollegen Serkan C., der seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Wir rufen heute alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner sowie die Fahrgäste zu einer Schweigeminute um 15 Uhr auf. Heute steht die Eisenbahnerfamilie still. Und ab morgen erhöhen wir nochmal den Druck. Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten. Wir erwarten, dass die Politik jetzt sofort Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreift. So ein Fall darf sich niemals wiederholen.“
Serkan C. war alleinerziehender Vater zweier Kinder. Um seine Familie zu unterstützen, wurde ein Spendenkonto eingerichtet:
Empfänger: DB Regio Aktiengesellschaft
IBAN: DE 15 5008 0000 0091 6377 01
Verwendungszweck: Serkan C.
Auch Fahrgäste der Bahn können spenden!!!
Unsere Sicherheit ist nicht verhandelbar - Petition gestartet!
18. Februar 2026
Der?2. Februar 2026?stellt für uns eine Zäsur dar: an diesem Tag wurde unser Kollege Serkan Çalar im Rahmen einer Fahrscheinkontrolle?Regionalzug RE 4131 (Heidelberg–Koblenz) so?brutal?angegriffen, dass er später seinen schweren Verletzungen erlag.?
Wir sind geschockt und entsetzt angesichts dieses Ausmaßes?roher Gewalt. Unser Beileid und Mitgefühl?gelten?den Angehörigen?und?Kolleg:innen?von Serkan.?Für uns ist klar: Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf uns alle!?
Aus unserer Trauer ist mittlerweile Wut geworden.?Wut darüber, dass die Warnsignale seit Jahren ignoriert werden. Wut darüber, dass Gewalt im öffentlichen Verkehr längst zum Alltag geworden ist und niemand ernsthaft handelt. Im Jahr 2024?haben wir über 4.000 Kolleginnen und Kollegen im Kundenkontakt befragt.?Das Ergebnis ist beschämend. Und:?es?ist?ein?Skandal:?
82 Prozent?haben Anfeindungen, Bedrohungen oder Übergriffe?in ihrem Berufsalltag?erlebt.?
Die Zeit für Beschwichtigungen und für Ausreden ist vorbei. Deshalb haben wir zum Sicherheitsgipfel von Bahn und Politik Alarm geschlagen. Mit erstem Erfolg: Die Bodycams für alle DB-Beschäftigten im Kundenkontakt sollen kommen.
Doch das reicht nicht. Wer mehr Sicherheit will, muss vor allem in mehr Personal investieren. Doch hier ducken schieben sich Bund und Länder mit Verweis auf leere Kassen und fehlende Zuständigkeit gegenseitig die Verantwortung zu. Wir sagen dagegen: Die Sicherheit unserer Kolleg:innen darf kein Kostenfaktor sein.
?Unsere Kernforderungen gegenüber Bund und Länder lauten daher:?
1. Mehr Personal in den Zügen und Bahnhöfen – Keine Alleinarbeit im Kundenkontakt!?
Alleinarbeit im direkten Kundenkontakt muss endlich der Vergangenheit angehören. Die Doppelbesetzung?im SPNV?schafft mehr Sicherheit für Fahrgäste und Bahnbeschäftigte, nicht nur auf?einigen wenigen Strecken, sondern überall. Im Fernverkehr muss die Regelbesetzung neben einer/m Zugchef/in mindestens zwei Zugbetreuer:innen umfassen. Ebenso müssen die Schichten in den Bahnhöfen sowie an der DB Information mindestens als Doppelbesetzung durchgeführt werden.
2. Mehr qualifiziertes Sicherheitspersonal?
Grundsätzlich muss im Nah- und Fernverkehr mehr zusätzliches Sicherheitspersonal eingesetzt werden – insbesondere auf Zügen mit hohem Gefährdungspotential, in den Abend- und Nachtstunden sowie an Metropol-Bahnhöfen.
3. Bodycams für alle
DB Regio bietet auf Druck der EVG-Betriebsräte bereits die freiwillige Nutzung von Bodycams an. Dies?kann nachweislich zur?Verhinderung von Übergriffen?beitragen. Nun haben wir beim DB-Sicherheitsgipfel die Zusage erreicht, dass die Deutsche Bahn allen ihren Beschäftigten im Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an den Bahnhöfen Bodycams zur Verfügung stellen will. Wir fordern eine zügige Umsetzung und die Beteiligung aller Unternehmen der gesamten Branche. Um die Strafverfolgung zu verbessern, muss zudem die Tonaufzeichnung ermöglicht werden.
4. Mehr Kapazität im Regionalverkehr?
Überfüllte Züge sind ein Sicherheitsrisiko.?Durch das Deutschlandticket nutzen mehr Menschen den ÖPNV, aber die Kapazitäten sind nicht mitgewachsen – das muss sich ändern!?
5. Wir sind keine?Ausweiskontrolleure?
Das Deutschlandticket und andere Fahrkarten müssen deutschlandweit einheitlich und fälschungssicher so ausgestaltet werden, dass keine Ausweiskontrollen nötig sind. Denn diese sind nicht selten Anlass für Eskalation,?Beschimpfungen?und?Gewalt.
6. Busfahrer:innen?besser schützen?
Es braucht endlich?verpflichtend?und?flächendeckend?Videoüberwachung sowie geschlossene Fahrerkabinen?in?allen Bussen!?
7. Mehr Kapazität im Regionalverkehr?
Überfüllte Züge sind ein Sicherheitsrisiko.?Durch das Deutschlandticket nutzen mehr Menschen den ÖPNV, aber die Kapazitäten sind nicht mitgewachsen – das muss sich ändern!?
8. Mehr Personal?bei den?Polizeien, bessere Strafverfolgung und härtere Strafen?
Außerdem fordern wir?eine bessere?Personalausstattung der?Bundes- und Landespolizeien,?eine?bessere?Strafverfolgung durch Sonderdezernate an den Staatsanwaltschaften?und?einen?stärkeren?strafrechtlichen Schutz durch?Strafrechtsverschärfungen.
Jetzt hier Petition unterschreiben: Link
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