
Foto: H.S.
21.03.2026 - von JADE Health
Das EU-geförderte Projekt JADE Health möchte die Belastung durch Demenz und andere neurologische Erkrankungen verringern und die Behandlungsqualität für Menschen mit diesen Erkrankungen verbessern.
Für eine Umfrage zum Thema „Gesellschaftliche Einstellungen zu Demenzerkrankungen“ sucht das Projektteam aktuell Teilnehmende, die mit einer ärztlich festgestellten leichten oder mittelschweren Demenz leben, oder die einen Menschen mit Demenz formell oder informell unterstützen, pflegen oder betreuen.
Die Teilnahme an der Umfrage ist anonym und umfasst die Beantwortung von elf Fragen. Sie ist bis zum 31. März 2026 möglich. Aus Deutschland sind an dem Projekt das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) sowie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) beteiligt.
Wichtige Informationen über die Teilnahme an der Umfrage: Link
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Projektlaufzeit: 01/2025 – 12/2027
Projektfinanzierung: Gefördert durch das EU4Health-Programm mit rund 4,5 Millionen EUR (bzw. ca. 5 Millionen laut EU4Health sowie Pressemitteilung)
Projektpartner: 47 Institutionen aus 17 Ländern, darunter Gesundheitsbehörden, Forschungseinrichtungen, Universitäten, Kliniken, NGOs
Projektwebseite:Link
Hintergrund
Demenz ist eine der Hauptursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter und stellt für Gesundheitssysteme, Patient*innen und Familien eine große Herausforderung dar. JADE Health verfolgt einen ganzheitlichen, gesamteuropäischen Ansatz zur Verbesserung von Prävention, Früherkennung und Versorgungspfaden bei Demenz und verwandten neurologischen Erkrankungen.
Ziel des Projektes
Das Hauptziel von JADE Health ist es, die Belastung durch Demenz und andere neurologische Erkrankungen zu verringern und die Behandlungsqualität für Menschen mit diesen Erkrankungen zu verbessern. Dies soll durch die Entwicklung neuer Versorgungsmodelle erreicht werden, die Bewusstseinsbildung, gesundes Altern und Früherkennung fördern. Dabei werden 7.500 Gesundheitsfachkräfte, Betreuende, Patient*innen, Familien und pflegende Angehörige einbezogen und evidenzbasierte Best Practices über 44 Pilotprojekte in 17 EU-Ländern umgesetzt.
Die spezifischen Ziele des Projekts sind:
- Sicherstellen, dass die in JADE Health ausgewählten Best Practices für die Umsetzung in verschiedenen europäischen Gesundheitssystemen nachhaltig wirken
- Neue Kooperationen entwickeln bzw. fördern, um neue Behandlungsmethoden, einen gerechten Zugang zur Versorgung und neue politische Maßnahmen im Bereich Demenz und/oder anderer neurokognitiver Störungen zu unterstützen
- Präventions- und Fördermaßnahmen zur Bekämpfung von Stigmatisierung verbessern, mit besonderem Fokus auf gefährdete Gruppen, einschließlich älterer Menschen
- Neue, proaktive und personenzentrierte Versorgungstechniken und -technologien fördern
- Die Effizienz von Präventions- und Aufklärungskampagnen zu Demenz und Schlaganfall (sowie anderen neurokognitiven Störungen) steigern
- Eine breite und effiziente Verbreitung der JADE Health-Aktivitäten/-Ergebnisse sicherstellen, um die Gesundheitskompetenz und den Zugang zu Daten über Demenz zu verbessern
Ablauf des Projektes
Die Aktivitäten sind in 10 Arbeitspakete (Work Packages, WPs) unterteilt: 4 Querschnitts-WPs und 6 technische WPs. JADE Health fördert die länderübergreifende Zusammenarbeit, maximiert die Nutzung gewonnener Erkenntnisse durch eine klare Strategie, bindet relevante Interessensgruppen ein und unterstützt die Integration und Nachhaltigkeit von Ansätzen, um eine hohe Wirkung zu erzielen.
Die AG Thyrian ist an folgenden Arbeitspaketen beteiligt:
Methodik und Evaluation – WP3: Das Hauptziel dieses Arbeitspakets ist es, das Monitoring und die Evaluation der Projektaktivitäten durchzuführen, um sicherzustellen, dass die Joint Action ordnungsgemäß umgesetzt wird.
Die spezifischen Ziele von WP3 sind:
- Entwicklung des Evaluationsplans und geeigneter Instrumente zur Prüfung, ob die Projektprozesse planmäßig verlaufen
- Bewertung mittels zweier Umfragen und eines Evaluationsworkshops, ob die Teilnehmenden (WP-Leitungen, Stakeholder, Vertreter*innen der Mitgliedstaaten usw.) mit den Projektprozessen zufrieden sind
- Beurteilung der Ergebnisse der Joint Action durch Messung und Analyse von Output- und Outcome-Indikatoren
- Überprüfung, ob die Deliverables termingerecht und gemäß den Zielen erstellt werden (Outputs der Joint Action)
- Überwachung des Fortschritts und Bewertung der Umsetzbarkeit neuer Erkenntnisse dieser Joint Action in den Mitgliedstaaten (Machbarkeitsfaktor, Outcomes der Joint Action)
Auf dem Weg zu einer harmonisierten und synergetischen Prävention von Demenz und Schlaganfall – WP7: Das Hauptziel ist es, einen Rahmen für die Prävention von Demenz und Schlaganfall in den teilnehmenden Ländern zu schaffen – durch Identifizierung und Charakterisierung von Interventionen, Abschätzung potenziell vermeidbarer Fälle beider Erkrankungen sowie die Durchführung einer Schulungs-/Informationsintervention für Gesundheitsfachkräfte, gesunde Personen, Betroffene und pflegende Angehörige.
Die spezifischen Ziele von WP7 sind:
- Unterstützung der Planungsaktivitäten von Entscheidungsträger*innen und politischen Verantwortlichen im Bereich Demenz und Schlaganfall
- Förderung der Einführung bevölkerungsbasierter Präventionsstrategien, die an spezifische Kontexte angepasst werden können
- Erleichterung der Überwachung veränderbarer Risikofaktoren in verschiedenen Bevölkerungsgruppen
- Unterstützung der Forschung zur Prävention von Demenz und Schlaganfall.
Versorgungspfade für Menschen mit Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen – WP8: Das Hauptziel ist es, evidenzbasierte Entscheidungen für integrierte, postdiagnostische Best Practices vorzubereiten und zu unterstützen.
Die spezifischen Ziele von WP8 sind:
- Verbesserung bestehender Versorgungspfade für Menschen mit Demenz und neurodegenerativen Erkrankungen.
- Entwicklung länderspezifischer Empfehlungen für den Ausbau von Versorgungsstrukturen und klinischen Pfaden, um die Nachhaltigkeit integrierter Versorgungsmodelle zu stärken – unter Berücksichtigung von Herausforderungen in der Ressourcenverteilung, Bezahlbarkeit, Zugänglichkeit und Chancengleichheit bei einer qualitativ hochwertigen Versorgung.
Personenzentrierte neue Versorgungsmodelle – WP9: Das Hauptziel ist es, ungedeckte Bedarfe in den Best Practices neuer europäischer Versorgungsmodelle zu identifizieren, indem Best Practices im Bereich Demenz und anderer neurologischer Erkrankungen überprüft, mit bestehenden Leitlinien verglichen und optimiert werden.
Die spezifischen Ziele von WP9 sind:
- Optimierung neuer Modelle zur Unterstützung der wirtschaftlichen und sozialen Nachhaltigkeit
- Ermittlung, wie Gesundheitsfachkräfte die Behandlungsqualität für Patient*innen mit Demenz und nicht übertragbaren Krankheiten verbessern können, um deren Autonomie zu erhalten oder zu steigern und die Belastung von Familien zu verringern
- Einbeziehung von Familien, pflegenden Angehörigen und Stakeholdern in alle Projektphasen und Zuweisung einer wichtigen Rolle
- Kombination des „Aging-in-place“-Modells (so lange wie möglich im eigenen Zuhause oder in selbstbestimmten Wohnformen) mit neuen Technologien und personenzentrierten Versorgungsmodellen
Kontakt
Prof. Dr. Jochen René Thyrian, Dipl.-Psych.
Arbeitsgruppenleiter
rene.thyrian(at)dzne.derdern. Dabei werden 7.500 Gesundheitsfachkräfte, Betreuende, Patient*innen, Familien und pflegende Angehörige einbezogen und evidenzbasierte Best Practices über 44 Pilotprojekte in 17 EU-Ländern umgesetzt.
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