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Griechenland - 26.05.2026 - von Carmela Negrate, Giorgos Gogos
Im Juli des letzten Jahres weigerten sich die Hafenarbeiter in Piräus Rüstungsgüter, die für Israel bestimmt waren, zu verladen. Carmela Negrate im Gespräch mit Giorgos Gogos. Er ist Vorsitzender der Gewerkschaft der Hafenarbeiter in Piräus.
Carmela Negrete: Ihre Gewerkschaft hat sich im Juli vergangenen Jahres geweigert, im Hafen von Piräus Rüstungsgüter für Israel zu verladen. Wie kam es dazu?
In den Containern wurde militärisch nutzbarer Stahl für die israelische Rüstungsindustrie transportiert. Wir hatten diese Information unter anderem von der BSD-Bewegung erhalten und haben die Begleitpapiere der Container zweimal überprüft. Das ist zweimal in unserem Terminal geschehen, denn in Piräus gibt es zwei Terminals. Entsprechenden Protest gab es auch in einem anderen Terminal der Firma PCT, bei einer anderen Gewerkschaft.
Hatte der Protest Konsequenzen?
Zumindest in einem Fall. Sobald wir die Informationen vom Netzwerk der palästinasolidarischen Organisationen erhalten hatten, haben wir uns an die Geschäftsführung gewandt und darauf hingewiesen, dass diese Container verdächtige Gegenstände enthalten, die für die israelische Rüstungsindustrie bestimmt sind. Wir machten klar, dass wir diese Container aus Sicherheitsgründen nicht entladen werden. Diese Aktion wurde von allen vier Gewerkschaften unterstützt, die bei der Hafenbehörde von Piräus tätig sind. Daraufhin sagte die Geschäftsführung, sie werde unsere Weigerung an die Reederei weiterleiten. Wir haben dann aufgepasst, dass diese Container in Piräus als Transithafen nicht entladen wurden. Also blieben sie auf dem Schiff und wurden zu einem anderen Hafen gebracht. Ein anderes Mal leitete die Mediterranean Shipping Company das Schiff um und ließ die fraglichen Container in einem anderen Hafen in Italien zurück. Eine andere Gewerkschaft im Containerterminal von Piräus erhielt im Oktober 2024 Informationen über einen Container mit Munition, der vom Land her zur Verladung in den Hafen gebracht werden sollte. Also stoppten die Gewerkschafter diesen Container vor den Toren des Hafens.
Sie haben auch ein Kreuzfahrtschiff blockiert, weil dort israelische Soldaten an Bord waren?
Im Fall der »Crown Iris« haben wir uns geweigert, auf diesem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, das auch Kriegsverbrecher befördert. Und wir riefen zu einer Demonstration vor dem Kreuzfahrtterminal auf. So versammelten sich Gewerkschafter, politische Parteien, politische Organisationen und Gemeinschaften. Das war am 14. August 2024, der 15. August ist ein Feiertag. Wir schätzten, dass sich damals etwa 2.000 bis 2.500 Menschen vor den Toren versammelt hatten, um zu protestieren. Danach wurde das Kreuzfahrtschiff auf vielen Inseln, in den meisten seiner Anlaufhäfen, blockiert. Lediglich auf Kreta und in Tyros wurden die israelischen Passagiere dieses Schiffes willkommen geheißen.
Wie ist die Stimmung in Griechenland bezüglich des Krieges in Palästina?
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