20.06.2026 - von Horst Debusmann
"Warnung vor Altersarmut" / Koalition will „richtiges Signal“ setzen / „Union überlegt, wann der Beschluss zum Verzicht auf Diätenerhöhung am besten gefasst wird“: So hießen die Schlagzeilen am 20.05.2026 auf der Titelseite unserer Tageszeitung
An alle Mitglieder von
CDU/CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die LINKE und AfD, die im Bundestagsausschuss für Gesundheit sitzen
Ihre Politik ist nur noch ein taktieren. Vor Wochen die Diätenerhöhung mit herbeigeredeten Argumenten verteidigt, kommt langsam die Einsicht …
„Ich verstehe, wenn wir im Land eine Debatte haben, wo die Menschen sagen, jetzt, wo jeder seinen Beitrag leisten muss, erwarten wir das auch als Signal vom Bundestag.“ Würde man die Aussetzung der Diätenerhöhung im Zusammenhang mit der GKV-Reform beschließen, gäbe der Bundestag ein solches Signal …
Überlegt wird nun, den Diätenbeschluss zeitlich mit Reformgesetzen zu koppeln, die Bürgern und anderen Gruppen etwas abverlangen, (also zur Kasse bitten). Als Beispiel wird die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Erwägung gezogen.“
Politik reagiert nur noch auf Druck, nicht auf ehrliche Einsicht.
Genau wie bei dem seit 2004 (!) bestehenden Missbrauch, privat finanzierte Sparpläne zur Lebenssicherung für das Alter (abgeschlossen auf Empfehlung der Regierenden !!) mit der Mehrheit der Stimmen von den damals im Bundestag sitzenden Abgeordneten gesetzwidrig - und von den gesetzlichen Krankenkassen als Eintreibenden realisiert (!!!) zu einer Betriebsrente umzufunktionieren.
Seit Jahren wird vor Altersarmut gewarnt (auch infolge durch Missbrauch mit versicherungsfremden Leistungen), eine Schande für unser Land, das im OECD-Ranking am unteren Rand steht. Wer als Bürger sich vor Altersarmut schützen wollte, wird seit 22 Jahren um seine Ersparnisse betrogen (Raub am Eigentum).
Abgeordnete zeigen weder „Gewissen“ noch „gesunden Menschenverstand“ zur Einsicht.
Sorry, leider bestätigte Tatsache.
Nachzulesen unter:
Deutscher Bundestag, Stenografischer Bericht
15. Wahlperiode – 97. Sitzung
Berlin, Donnerstag, den 11. März 2004
Ab Seite 8731:
"Zusätzliche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge bei Versorgungsbezügen durch das GKV-Modernisierungsgesetz rückgängig machen" – Drucksache 15/2472
Auf Seite 8732 (Carl-Ludwig Thiele / FDP):
„Meine sehr verehrten Damen und Herren!
Ich bin seit 1990 im Deutschen Bundestag. Ich habe es noch nicht erlebt, dass eine solch weitreichende gesetzliche Regelung beschlossen wurde, ohne dass dieser Punkt vorher in einem der Debattenbeiträge zu diesem Thema – weder am 18. Juni noch am 9.?September noch am 26. September – auch nur angesprochen wurde. Es hat am 26.?September auch bei Ihnen sehr viele Diskussionen und sehr viele persönliche Erklärungen gegeben; aber in keiner dieser persönlichen Erklärungen ist dieser Punkt auch nur angesprochen worden, weil fast keinem diese Regelung überhaupt bekannt war.
Aus vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, auch von der SPD und von der Union, weiß ich, dass viele der Kolleginnen und Kollegen – ich gehe von 80 bis 90 Prozent aus –, die damals dem Gesetz zustimmten, nicht wussten, dass eine solche Regelung Bestandteil des Gesetzes war. Die Öffentlichkeit erfuhr von dieser Regelung erst Ende letztes bzw. Anfang dieses Jahres. Als Mitglied des Finanzausschusses bin auch ich erst zu diesem Zeitpunkt überhaupt auf diese Regelung aufmerksam geworden, das bekenne ich hier ganz freimütig.
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen,
Altersvorsorge ist wichtig und notwendig. Wer Vertrauen beim Aufbau einer privat finanzierten Altersversicherung durch einen solchen sorgsam geplanten und der Öffentlichkeit verschwiegenen Eingriff verspielt, hat Schwierigkeiten, Vertrauen überhaupt wieder zurückzuerwarten. Dieses Gesetz ist ohne jegliche Differenzierung ohne Übergangsfristen, ohne Einzelfallbetrachtung beschlossen worden.“
Die FDP nannte es kalte Enteignung.
Bitte nehmen Sie die berechtige Wut der Betroffenen zur Kenntnis, so lang diese gen Himmel schreiende Ungerechtigkeit nicht korrigiert wird, auch für Altverträge, wird der Exodus ehemals treuer Stammwähler weiter gehen. Wer den Nutzen davon hat, muss ich Ihnen nicht erklären.
Wann wollen Sie das richtige Signal setzen?
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