29.10.2005 - von Hanne Schweitzer
Generalstreik in Belgien. Drei Wochen nach dem ersten fand am 28.10.05 der zweite Generalstreik dieses Jahrhunderts in Belgien statt. Er richtete sich erneut gegen die Pläne der Koalitionsregierung aus Sozialdemokraten und Liberalen. Dazu muss man wissen: Belgien hat seit sechs Jahren einen ausgegelichenen Haushalt.
Trotzdem soll die Altersgrenze für die Vorruhestandsregelungen von 58 auf 60 Jahre angehoben und ausserdem die Anteile der ArbeitGEBER an der Sozialversicherung gesenkt werden.
Der Streik war wieder vom sozialistischen Gewerkschaftsbund ABVV/FGTB vorbereitet worden. Allein in Brüssel zogen nach offiziellen Angaben 100.000 Menschen durch die Straßen. Und wie es sich für einen richtigen Generalstreik gehört, wurde auch bei Opel in Antwerpen, im Antwerpener Hafen, bei Volvo, Philips und in der Antwerpener Chemieindustrie gestreikt. Aber auch MitarbeiterInnen der Supermärkte Carrefour und JB legten die Arbeit ebenso nieder, wie die im VW-Werk in Brüssel.
Einen Streikposten zitiert die FAZ so: "Warum sollen Alte länger arbeiten, obwohl die Jungen keinen Job finden?"
Die Antwort wüßten wir gerne.
Die Unternehmer wollen nun eine Offensive zur Einschränkung des Streikrechts lancieren.
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