
Foto: H.S.
31.12.2025 - von H.S. gesammelt + notiert
Wer nix verdient, kriegt später auch nix Rente!
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18.12.2026: "Am 18. Dezember 2025 fand ein Warnstreik für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) statt. 6.000 Kolleg*innen versammelten sich vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin, während drinnen der Haushalt für die nächsten zwei Jahre beschlossen wurde. Ihnen angeschlossen hatten sich persönliche Assist*innen und Kolleg*innen, die bei freien Trägern arbeiten. Letztere haben sich für den Tag krankgemeldet und wild gestreikt. (...) Den wild Streikenden wurde untersagt, auf der offiziellen Streikkundgebung einen Redebeitrag zu halten. Deshalb haben wir ihre Rede hier dokumentiert." Video bei Labournet TV (Deutschland 2025, 10min, deutsch mit dt. UT)
Link
18.12.2025: Proteste gegen Kürzungen in Berlin
Am 18. Dezember 2025 fand ein Warnstreik für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) statt. 6000 Kolleg*innen versammelten sich vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin, während drinnen der Haushalt für die nächsten zwei Jahre beschlossen wurde. Ihnen angeschlossen hatten sich persönliche Assist*innen und Kolleg*innen, die bei freien Trägern arbeiten. Letztere haben sich für den Tag krank gemeldet und wild gestreikt. Alle diese Kolleg*innen kämpfen letztlich dafür, dass die Kürzungen im Bereich der öffentlichen Daseinsfürsorge zurückgenommen werden und "dass der Staat seine Verantwortung wieder wahrnimmt", wie eine der Streikenden erklärte. "Es wurden Jugendeinrichtungen für queere Jugendliche gestrichen, es wurde bei den frühen Hilfen gestrichen, die einfach ein gutes, niedrigschwelliges Angebot sind für Familien. Es wurde absurderweise das Präventionsprojekt von BIG gegen häusliche Gewalt gestrichen, obwohl seit Jahren versprochen wird, dass da aufgestockt werden soll, gerade in Prävention von häuslicher und sexualisierter Gewalt", so die Kollegin weiter.
Den wild Streikenden wurde untersagt, auf der offiziellen Streikkundgebung einen Redebeitrag zu halten. Deshalb hat Labournet TV die Rede hier dokumentiert. Link
15.12.2025: “Sick Out – statt Burnout” Streik am 18.12. in Berlin. Demo vor dem Abgeordnetenhaus
Die Initiative "Sick out statt Burnout" ist ein selbstorganisierter Zusammenschluss Beschäftigter freier Träger. Der Streik am 18. Dezember ist die erste Aktion der Initiative. Link Die Betriebsgruppe von ver.di an der FU Berlin solidarisiert sich mit den Beschäftigten der freien Träger: „Wir solidarisieren uns mit den Kolleg*innen, die beabsichtigen, in einen „wilden“ Streik, d. h. ohne Aufruf der Gewerkschaften, zu treten. Bei den Beschäftigten freier Träger – etwa in sozialen Beratungsstellen – richtet sich der Protest gegen Kürzungspläne des Senats, unzureichende Finanzierung und die fehlende tarifliche Anerkennung. ...
Die Initiative will einen eigenen Block auf der Streikkundgebung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vor dem Abgeordnetenhaus bilden. Treffpunkt ist morgens 9 Uhr am Leipziger Platz. Wilder Streik in der Sozialarbeit: „Das ganze System fährt an die Wand“, Interview mit Beschäftigten von Jonas Wahmkos für taz unter: Link
1.12.2025: Zalando: Erneute Streiks und Aktionen für Tarifvertrag zwischen 28. November und 2. Dezember 2025 bundesweit in den Logistikzentren und Outlet-Stores
siehe Labournet unter: Link
1.12.2025: Offener Brief von kritischen Kolleg*innen des Helios Amper Klinikums Dachau gegen Überlastung durch pflegefremde Aufgaben
Unzumutbare Arbeitsbedingungen.
Siehe Labournet.de unter: Link
1.12.2025: Dossier: Großküche der Uniklinik Bonn: Die fristlose Kündigung des Vorsitzenden des Betriebsrats der UKB-Catering muss zurückgenommen werden! Nur noch zwei von sieben Betriebsratsmitgliedern übrig: Ministerium für Wissenschaft sieht keine Anzeichen für Union Busting bei Uni-Klinik-Bonn-Catering
Siehe Labournet.de unter: Link
28.11.2025: Streiks und Proteste bei Amazon in über 35 Ländern - am Black Friday wird von Achim bis Winsen an 9 Standorten in Deutschland gestreikt
Labournet unter: Link
5.12.2025: Trotz berüchtigter Überwachung stundenlang auf der Toilette unentdeckt? Nach Todesfall bei Amazon in Erfurt: Arbeitsschutz und auch Staatsanwaltschaft ermitteln.
Labournet.de unter: Link
27.11.2025: Amazon-Mitarbeiter im Warenlager in Erfurt stirbt während der Schicht nach vergeblicher Krankmeldung – KollegInnen berichten von hohem Druck
„Am Dienstag, den 17. November, wurde ein Arbeitnehmer des Amazon Fulfilment-Centers in Erfurt-Stotternheim während der laufenden Frühschicht leblos auf der Toilette aufgefunden. Berichten zufolge soll der Beschäftigte vorher vergeblich versucht haben, sich bei seinem Vorgesetzen krank zu melden. Ver.di fordert Amazon auf, die Umstände dieses Todesfalls aufzuklären und die Arbeitsbedingungen am Standort zu verbessern. „Beschäftigte berichten uns von hohen Leistungsanforderungen, Urlaubssperren, fehlenden Lohn bei Krankmeldungen, ständigem Druck bei Unterschreitung willkürlicher Normen. Sie befinden sich zu großen Teilen in befristeten Arbeitsverhältnissen und berichten von Angst vor Arbeitsplatzverlust, wenn sie sich krankmelden oder zu langsam arbeiten“…“
PM Ver.di unter: Link
26.11.2025: Berlins größtem Krankenhausuntternehmen Vivantes drohen Streiks im nächsten Jahr
Ver.di-Forderungen:
- 100-prozentige Angleichung der Töchterverträge an den TVöD.
- Einmalzahlung von 2000 Euro an alle Beschäftigten.
--Drei zusätzliche Urlaubstage für Verdi-Mitglieder oder wahlweise 200 Euro für jeden der drei nicht genommenen Urlaubstage.
- Teilzeitkräfte bekommen das Anrecht auf eine Vollzeitstelle.
19.11.20225: Momox ist kein Arbeitgeber wie andere
Das Unternehmen momox ist eine Anlaufstelle für diejenigen, die anderswo keine Chance bekommen. Menschen mit Duldung, mit unsicherem Aufenthaltsstatus, mit gebrochenem Deutsch. Sie arbeiten, um bleiben zu dürfen. Der Arbeitsplatz ist für sie nicht nur eine Einkommensquelle, sondern die Bedingung für ihr Recht, in Deutschland zu leben. Eine Falle aus Papier und Angst."
Bei momox in Leipzig arbeiten 1.200 Menschen. Die Belegschaft hat am 30. Oktober 2025 das erste Mal gestreikt. Die Kolleg*innen kämpfen für einen Tarifvertrag.
"Sommerfest bei momox": In diesem ergreifenden Video von Labournet.tv sieht man eigentlich nur ein Sommerfest der momox Belegschaft in Leipzig. Beim Betrachten lernt man aber auch viel über die Lage migrantischer Arbeiter*innen in Deutschland und über den Mut, den es braucht, um gegen schlechte Arbeitsbedingungen aufzubegehren und sich zu organisieren.
Video von Labournet.tv unter: Link
17.11.2025: Streit um gerechte Löhne: Duisburger Hafenbeschäftigte wollen Tarifvertrag – von ihrem arbeitgebernah agierenden Betriebsrat bekommen sie keine Unterstützung
„Die Duisburger Hafen AG gehört dem Land NRW und der Stadt Duisburg. Einen Tarifvertrag lehnt der Hafenchef ab – zum Ärger der Bundesarbeitsministerin.
SPD-Chefin Bärbel Bas scheint wenig amüsiert, wenn sie auf den drohenden Arbeitskampf bei der Duisburger Hafen AG blickt. Die ist einer der wichtigsten Arbeitgeber ihrer Heimatstadt. „Tarifbindung ist ein Kernstück unserer sozialen Marktwirtschaft“, erklärt die mächtigste Sozialdemokratin der Republik auf taz-Anfrage. „Wer unter einem Tarifvertrag arbeitet, verdient mehr und hat bessere Arbeitsbedingungen“, sagt Bas. Als Bundesministerin für Arbeit und Soziales setze sie sich deshalb „mit Überzeugung dafür ein, die Tarifbindung in Deutschland zu stärken“. Doch bei der Duisburger Hafen AG, die zu zwei Dritteln dem schwarz-grün regierten Land Nordrhein-Westfalen und zu einem Drittel der SPD-geführten Stadt Duisburg und damit vollständig der öffentlichen Hand gehört, interessiert das die Chefetage wenig. Der Vorstandsvorsitzende Markus Bangen lehnt die Forderung der Gewerkschaft Verdi nach Abschluss eines Tarifvertrages gänzlich ab. Die Hafen AG habe „keinerlei Rückmeldungen von Mitarbeitenden erhalten, dass Interesse an einer gewerkschaftlichen Betreuung / Vertretung besteht“, lässt er sich im Lokalteil der Westdeutschen Allgemeinen zitieren. Mit der taz wollte Bangen über das Thema Tarifvertrag nicht sprechen. Doch eine Umfrage, die Verdi mit über 200 Beschäftigten im Duisburger Hafen durchgeführt hat, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: 95 Prozent wollen einen Tarifvertrag. Denn im Vergleich zu anderen Häfen wie etwa Wilhelmshaven wird in Duisburg schlecht bezahlt. ...
Weiterlesen bei Andreas Wyputta für taz unter Link
6.11.2025: Assistenzen im Arbeitgebermodell: Menschen mit Behinderung besetzten 24 Stunden die Berliner Senatsverwaltung für Soziales für gleichen Lohn für gleiche Arbeit
„Nach Gesprächen mit Senat und Abgeordneten hoffen die Protestierenden auf die Umsetzung der Forderung »gleicher Lohn für gleiche Arbeit« ...
Weiterlesen bei Lola Zeller für nd unter: Link Video der Besetzung von Labournet unter: Link
30.10.2025: Erster Streik in der Geschichte von momox Leipzig
ver.di ruft die Beschäftigten der momox Services GmbH am Standort in Leipzig am 30.10.2025 von 0:00 Uhr bis 23:59 Uhr zum ersten Warnstreik in der Geschichte des Unternehmens auf. Sie fordert die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Dem Arbeitskampf ging eine lange Phase (seit 2021) voraus, in der aktive ver.di – Mitglieder in hunderten Befragungen und zahllosen Gesprächen die Themen und Probleme der Kolleginnen und Kollegen gesammelt, besprochen und bewertet haben.
„Sie berichten von existentiellen Nöten, mit dem Lohn von momox ihr Leben und das ihrer Familie finanzieren zu können. Dabei geht es um so grundlegende Dinge wie sich die Miete, (gesundes) Essen und Heizen leisten zu können. Sie berichten von Leistungsdruck durch Vorgesetzte, von respektlosem, diskriminierendem und rassistischem Umgang im Arbeitsalltag und einer Stimmung der Angst. Nun nehmen sie ihr Grundrecht wahr und wehren dagegen!“, so Ronny Streich.
30.10.2025: NGG-Spendenaufruf zur Aufstockung des Streikgeldes für die kämpfenden Fahrer*innen des Essenslieferdienstes Lieferando
„So wie vergangene Woche mit einem Streik in Berlin kämpfen die Fahrer*innen des Essenslieferdienstes Lieferando gemeinsam mit der NGG weiterhin für einen Tarifvertrag. Dabei ist ihre Lage ohnehin schon prekär: Denn Lieferando will bundesweit 2.000 Rider*innen kündigen. Deren einzige Chance: Zu Subunternehmern wechseln – dort herrschen aber teilweise illegale Praktiken, wie Recherchen unter anderem des rbb zeigen. Aber die Kolleg*innen kämpfen weiter! Das Problem: Aufgrund der Niedriglöhne, die Lieferando zahlt, wird es bei einigen trotz Streikgeld finanziell langsam eng. Wer die Kolleg*innen unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun:
An: KAB DV Trier
IBAN: DE30 3706 0193 3002 3590 05
Verwendungszweck: Spenden Liefern am Limit
Die Ausstellung einer Spendenquittung ist leider nicht möglich.“ Aufruf der NGG vom 30.10.2025 externer Link
23.10.2025: Die Gewerkschaft NGG ruft die Fahrerinnen und Fahrer in Berlin im Zeitraum von 23.Oktober ab 8:00 morgens bis 0:30 am 24.Oktober auf
Am Donnerstag, dem 23. Oktober wird in Berlin beim Essenlieferdienst Lieferando (Takeaway Express B.V. & Co. KG) gestreikt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die insgesamt etwa 1.900 Essenskuriere und Support-Mitarbeiter auf, die Arbeit niederzulegen. An diesem Tag sind Zustellprobleme oder komplette Ausfälle bei Lieferando-Bestellungen zu erwarten. Die Streikversammlung beginnt um 13 Uhr vor dem HUB/Fahrerstartpunkte (Rotherstr. 16, 10245 Berlin) nähe S-Warschauer Straße. Es wird einen Protestzug über die Oberbaumbrücke zur Unternehmenszentrale (Schlesische Str. 34) und zurück geben.
Das Ziel: Ein Zeichen setzen für gute Löhne und sichere Jobs und gegen die unsoziale Politik der Unternehmenszentrale. Diese will bundesweit etwa 2.000 Jobs auslagern. Beschäftigte drohen in die Scheinselbständigkeit abgeschoben zu werden oder sich als Angestellte von Subunternehmen wiederzufinden, sogenannte Schattenflotten, die inzwischen für ihre illegalen Praktiken berüchtigt sind. Mit dem Streik will die Gewerkschaft als Gegenmodell gegen diese Unternehmenspolitik einen Tarifvertrag durchsetzen.
„Wenn in diesen Tagen bei Lieferando von ‚ausgeliefert` gesprochen wird, sind damit nicht Essensbestellungen gemeint, sondern die Beschäftigten. Es findet gerade eiskalter Klick-Kapitalismus statt. Die moderne Arbeitswelt der Startups ist nichts anderes als Tagelöhnertum per App. Außen Hightech, innen Frühkapitalismus wie im 19. Jahrhundert“, sagt Veit Groß von der NGG Berlin. Der Gewerkschafter weiter: „Die ersten Opfer sind überwiegend migrantisch Beschäftigte, die sich in einer rechtlich schwachen Position befinden. Aber wir sollten uns nichts vormachen: In solchen Laboren testen die Unternehmen, wie unser deutsches Arbeitsrecht mit digitalen Tricksereien zur Makulatur gemacht werden kann. Das geht alle an“.
Zeitgleich zum Streik findet in Berlin die 6. Verhandlungsrunde zu einem Interessenausgleich und Sozialplan statt. Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe bei der Gewerkschaft NGG, der die Verhandlungen begleitet, hierzu: „Jetzt sind bundesweit 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Aber was kommt dann? Bisher verweigert das Unternehmen eine Zukunftssicherung und auch einen Sozialtarifvertrag. Der Streik unterstützt unsere Verhandlung.“
Die Gewerkschaft fordert von der Politik die EU-Plattformrichtline mit einem Festanstellungsgebot schnell umzusetzen, um solchen Praktiken ein Riegel vorzuschieben und die Beschäftigten zu schützen. Groß erklärt: „Nur mit einem Direkteinstellungsgebot können Kontrollbehörden, Betriebsräte und Gewerkschaften ihrer Arbeit als Immunsystem unserer Rechtsordnung nachkommen. In einem Sumpf von Subunternehmen funktioniert das nicht. Das haben wir in der Fleischbranche gesehen und dort wurde auch entsprechend durchgegriffen“.
Hintergrund:
Die Lebensmittelgewerkschaft NGG kämpft seit Jahren für einen bundesweiten Tarifvertrag bei Lieferando, unter anderem für einen Einstiegslohn von 15 Euro. Das Unternehmen ist in den letzten Monaten dazu übergegangen tausende Jobs auszulagern, ganze Standorte zu schließen und die Aufträge an Subfirmen zu vergeben. Die Aufträge und Touren gehen an eine Schattenflotte von lokalen Dienstleistern wie Fleetlery. Bei diesen arbeiten die Beschäftigten oftmals in einer rechtlichen Grauzone. Auffällig stark betroffen von den Maßnahmen sind Standorte, an denen es für die Lieferdienstbranche einzigartig Betriebsräte gibt. Die NGG kritisiert die ungeregelten Verhältnisse der investorengetriebenen Plattform-Ökonomie, in der Beschäftigte die Unternehmen nur als App kennen und es kaum soziale Rechte und Standards gibt. Der Lieferando-Mutterkonzern wurde Anfang Oktober von dem internationalen Finanzinvestor Prosus übernommen.
PM NGG Link
21.10.2025: Großküche der Uniklinik Bonn: Die fristlose Kündigung des Vorsitzenden des Betriebsrats der UKB-Catering muss zurückgenommen werden!
PM ver.di unter: Link
20.10.2025: Aus nach 70 Jahren: Bosch Waiblingen macht dicht - ein Schock für die Belegschaft | ZDF Länderspiegel
Link
16.10.2025: Streik bei Avnet/Tria am 22. September wieder aufgenommen, Geschäftsführung verwehrt IG Metall Zutritt und blockiert den Betriebsrat – Soli-Aufruf und Aktion am 16.10.
„Liebe Kolleginnen und Kollegen, seit dem 22. September streiken die Beschäftigten der Tria Technologies und der Avnet Integrated Solutions in Eschbach (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) durchgehend für ihren Tarifvertrag. Und sie brauchen deine Unterstützung. Mehr erfährst du in den Videobotschaften der Kolleginnen und Kollegen aus dem Betrieb auf instagram: Link oder auf youtube: Link oder in der WhatsApp-Community der Streikenden. Zu dieser kommst du über den angehängten QR-Code oder über diesen link Link
Wir freuen uns, wenn du den Streikenden bei Avnet/Tria eine Botschaft sendest oder diese E-Mail oder die von den Kolleginnen und Kollegen erstellten Videobotschaften teilst.
Der Avnet-Konzern mit Sitz in Phoenix, Arizona (USA) hat den Betrieb in Eschbach in vier Firmen aufgespalten. Dadurch entfiel die Tarifbindung. Zwei der vier Firmen, die Produktionsgesellschaften, haben die Tarifbindung bereits zurück. In den anderen beiden Firmen, der Tria Technologies und der Avnet Integrated Solutions, arbeiten vor allem die „Angestellten“. Die Unternehmensleitung weigert sich, den Tarif wiederherzustellen. ...
Am 14. Juli haben die Mitglieder in den tariflosen Gesellschaften Tria Technologies und Avnet Integrated Solutions mit 91,5 Prozent Zustimmung beschlossen, dass sie in den unbefristeten Streik treten. Von Anfang an hat die Unternehmensleitung pro Tag und Person 200 Euro Streikbruchprämie gezahlt. Das hat niemanden beeindruckt.
Nach zwei Wochen Streik und einer Unterbrechung in den Sommerferien haben die Kolleginnen und Kollegen den Streik am 22. September wieder aufgenommen. Die Beteiligung wächst. Der Schwung der Streikenden nimmt zu. Das Unternehmen nimmt beträchtlichen Schaden am eigenen Geschäft und bei seinen Kunden in Kauf, um seinen Tarifbruch gegen die Beschäftigten durchzusetzen. Das akzeptieren wir nicht. Wir sind verhandlungsbereit und bieten Lösungen an. Und wir machen mehr Druck. Unterstütze uns!
Am Donnerstag (16.10.) findet um 12 Uhr eine Aktion vor dem Betrieb statt.“ e-mail vom 13.10.25 von Norbert Göbelsmann, 1. Bevollmächtigter IG Metall Freiburg | IG Metall Lörrach („Streik für Tarif bei Avnet/Tria. Die Entschlossenheit wächst. Du kannst uns unterstützen!“)
15.10.2025: Das neoliberale Label "Bürokratieabbau" trifft nun auch auf den Arbeitsschutz und droht u.a. mit der Abschaffung von rund 123.000 Sicherheitsbeauftragten
Labournet.de Link
15.10.2025: Schutz der Beschäftigten nicht aufs Spiel setzen: DGB-Gewerkschaften und Marburger Bund lehnen die geplante Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes weiterhin entschieden ab
Labournet.de Link
14.10.2025: 91% der IG Metall-Mitglieder an den ZF-Standorten haben massiven Verschlechterungen bei Division E zugestimmt
„Das Maßnahmenpaket sieht bis 2027 Kosteneinsparungen von über einer halben Milliarde Euro vor. Diese sollen durch eine Absenkung der Arbeitszeit um sieben Prozent, tarifliche und betriebliche Beiträge sowie Effizienzmaßnahmen erreicht werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen.“
PM IG Metall, 14.10.2025 unter: Link
13.10.2025: IG Metall kritisiert Mafi & Trepel scharf und will um Standort und Arbeitsplätze kämpfen
Die IG Metall hat die Geschäftsführung von Mafi & Trepel Technologies (MTT) wegen der angekündigten Schließung des Werks scharf kritisiert. Die Gewerkschaft kündigte an, um Standort und Arbeitsplätze in Bremerhaven zu kämpfen.
„Das Verhalten der Geschäftsführung ist ein beispielloser Vorgang“, sagte Felix Groell, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Weser-Elbe. „Noch auf der Betriebsversammlung am 22. September war mit keinem Wort die Rede von einer beabsichtigten Stilllegung des Betriebs in Bremerhaven. Und zwei Wochen später werden urplötzlich Massenentlassungen und die Betriebsschließung zum Ende des Jahres angekündigt.“
Das Vorgehen der MTT-Geschäftsführung sei nicht akzeptabel: „Der Betriebsrat wurde nicht angemessen unterrichtet, wie es das Betriebsverfassungsgesetz verlangt. Als IG Metall fordern wir von dem Unternehmen Transparenz: eine umfassende Offenlegung der wirtschaftlichen Lage gegenüber dem Betriebsrat und der Hintergründe der Entscheidung“, sagte Groell. „Wir erwarten die volle Beachtung der Mitbestimmung und damit der Beschäftigten über den weiteren Weg bei Mafi & Trepel. Unser Ziel ist es, den Standort und die Arbeitsplätze in Bremerhaven zu erhalten“, erläuterte Groell die Forderungen der Gewerkschaft. „Alle Optionen zur Fortführung des Betriebs müssen auf den Tisch. Der Betriebsrat hat deshalb Sachverständige bestellt und wird nun intensiv die wirtschaftliche Situation prüfen. Währenddessen darf es keine Entlassungen geben.“
Der Fahrzeugbauer Mafi & Trepel Technologies hatte am Freitag angekündigt, sein Werk in Bremerhaven Ende des Jahres zu schließen. Dort arbeiten derzeit 50 Beschäftigte.
PM IG Metall Küste
8.10.2025: Streik bei der Dönerspießfabrik Birtat: »Der Arbeitskampf hat aus Communities eine Gemeinschaft gemacht«
"... Die größte Herausforderung war, die verschiedenen Communities im Betrieb zusammenzubringen. Die Belegschaft besteht aus kurdischen, türkischen, rumänischen und bulgarischen Kolleg:innen. Vor dem Tarifkonflikt haben sie im Betrieb nebeneinanderher existiert, sie sind sich selten begegnet. (...) Das war oft herausfordernd: Alles an Infomaterial haben wir in vier Sprachen bereitgestellt. Auf den Versammlungen wurde alles mehrmals gesagt, auf Deutsch, Türkisch, Rumänisch und Bulgarisch.
Für uns lag von Vornherein auf der Hand: Wenn sich hier eine Belegschaft hinter einem gemeinsamen Ziel versammeln soll, dann muss auch klar sein, dass jeder alle Infos bereitgestellt bekommt. (...)
Ganz wichtig waren die Mitgliederversammlungen. Wir haben sehr viele davon gemacht. (...) Mit der Zeit sind dann die Grenzen zwischen den Communities immer weniger geworden, vor allem, als so viel gestreikt wurde (...)
Wir haben getanzt, Musik gemacht, Fußball gespielt. Das hat den Zusammenhalt ausgemacht. Von Streiktag zu Streiktag ist die Belegschaft immer fester zusammengewachsen. (...) Irgendwann wurde zum Streik Essen füreinander mitgebracht. Und ab einem bestimmten Punkt waren auch die Familien der Beschäftigten mit dabei – Ehefrauen und Geschwister kamen dazu, haben noch mal mehr Essen mitgebracht. Das hat den Zusammenhalt enorm gestärkt. Bei der NGG gilt zwar ohnehin das Motto »Ohne Mampf kein Kampf«, wir achten also darauf, dass alle gut versorgt sind..." Aus dem Interview von Lucas Rudolph (pdf) in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit - Ausgabe 09-10/2025 mit Magdalena Krüger, Geschäftsführerin der NGG-Region Stuttgart und Verhandlungsführerin für die NGG bei Birtat
siehe Labournet.de unter: Link
2.10.2025: Piloten sind streikwillig
Gestern haben sich die Mitglieder der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bei einer Urabstimmung mit großer Mehrheit für einen Streik ausgesprochen. Seitdem sind Streiks jederzeit möglich. Ein Spitzentreffen der Lufthansa mit Gewerkschaftsvertretern ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen, weil von der Lufthansa kein neues Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vorgelegt worden war. Vorstand und Tarifkommission sollen noch in dieser Woche die Situation besprechen.
1.10.2025: Stahl Nordwest: IGMetall- Abschluss niedriger als Inflationsrate!
Das Verhandlungsergebnis in der nordwestdeutschen Stahlindustrie: 1,75 Prozent mehr Geld ab Januar 2026, 75 Euro mehr im Monat für Auszubildende. Laufzeit bis 31. Dezember 2026!Die Tarifverträge zur Beschäftigungssicherung, Übernahme der Azubis und zur Altersteilzeit wurden verlängert.
PM IG Metall
29.9.2025: Tik Tok lagert aus
Einigungsstelle im Kündigungsstreit bei Tik Tok eingesetzt. ... Der Social-Media-Konzern plant, sein Berliner Team zur Moderation von Inhalten auszulagern, teils an Subunternehmen, teils an künstliche Intelligenz. Das nennt sich Outsourcing, etwa 150 Beschäftigten droht die Kündigung. Bei dem Gerichtstermin geht es um die Einsetzung einer Einigungsstelle, die einen Interessenausgleich festlegen soll. Verdi fordert unter anderem eine Abfindungszahlung von drei Jahresgehältern, Tik Tok will dem nicht entgegenkommen.
Luca von Ludwig für Junge Welt unter: Link
28.9.2025: DHL Leipzig: Aufruf "Kein Transport für Völkermord - Solidarität mit
Palästina ist kein Verbrechen – Sofortige Rücknahme der Kündigung Christophers!"
Aufruf Mitzeichnen unter: Link Video von Labournet.tv dokumentiert die Rede von Christopher, einem Vertrauensmann von ver.di bei DHL in Leipzig. Aus der Nachtschicht kommend beteiligte er sich am 23. August an einem Protestmarsch gegen die Lieferung militärischer Güter am Flughafen Leipzig. "Arbeiter schiessen nicht auf Arbeiter". DHL hat ihn daraufhin freigestellt. Er darf den Betrieb nicht mehr betreten und bekommt rund ein Viertel weniger Lohn, wie das nd berichtet. Rede unter: Link
28.9.2025: Mitten im 4-tägigen Streik gegen Massenentlassungen erlaubt das Arbeitsgericht mit der Einigungsstelle auch die Kündigungen bei TikTok in Berlin an ver.di vorbei
Link
27.9.2025: Lieferando Workers Collective (LWC) ruft auf zur Streik-Versammlung am 27.09.2025 in Berlin: SCHEIN-Subunternehmen wie Fleetlery und Co zwingen uns in die Illegalität!
„Lieferando-Kurier*innen in Berlin und Potsdam machen sich bereit für einen Streik. Am Samstag, den 27. September 2025, wollen Mitglieder und Unterstützer des Lieferando Workers Collective (LWC) vor der Firmenzentrale in Kreuzberg gegen Massenentlassungen und die Ausweitung illegaler SCHEIN-Subunternehmerpraktiken protestieren. Nach der Demo gibts eine Streikversammlung. Gurpreet vom LWC: „Unbefristet und direkt angestellte Kurier*innen werden entlassen und durch Schein-Subunternehmer ersetzt, die illegal arbeiten.”
Lieferando hat angekündigt, bis Ende 2025 mindestens 2.000 Stellen in Deutschland abzubauen. Allein in Berlin ist die Zahl der Kurier*innen seit Januar von 2.000 auf 1.500 gesunken. Potsdam soll im Oktober geschlossen werden, wodurch weitere 60 Kurier*innen ihren Job verlieren. In der Zwischenzeit übernehmen Subunternehmer wie die „Fleetlery” GmbH (eine Briefkastenfirma in Hamburg) und nicht registrierte SCHEIN-Subunternehmen die Lieferungen. Kurier*innen berichten, dass sie bis zu 500 Euro für den Zugang zu einem Konto zahlen müssen, 20 % ihres Lohns an Zwischenhändler abgeben müssen und ohne Vertrag in bar bezahlt werden. „Das ist keine Innovation – das ist Ausbeutung. Plattformen wie Wolt und UberEats nutzen diese illegalen Methoden seit Jahren in Berlin. Dass die Behörden diesen mafiösen SCHEIN-Subunternehmer-Sumpf wachsen lassen, ist ein Skandal”, sagt Aisha von der LWC. Die EU hat im März 2024 die Plattformarbeitsrichtlinie verabschiedet, die die Haftung der Plattformen für ihre „Vermittler“ und den Schutz der Arbeiter*innen festlegt, aber Deutschland hat sie noch nicht umgesetzt. „Ohne Durchsetzung bleibt das europäische Recht nur ein Stück Papier. Die Untätigkeit der Politik ebnet den Weg für Unternehmenskriminalität“, warnt das LWC. Das Lieferando Workers Collective (LWC) fordert: Keine Entlassungen. Fairer Sozialplan. Legale Arbeit.“
ZEITPLAN für Samstag, 27.09.2025:
13:00 Uhr – Protest vor der Lieferando-Zentrale, Schlesische Str. 34, 10997 Berlin
15:00 Uhr – Streik-Versammlung & Pressetermin, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin (in der Nähe des Ostbahnhofs)
17:00 Uhr – Pressetermin, Franz-Mehring-Platz 1
"»Ich möchte nicht arbeiten, wenn ich krank bin, aber ich werde dazu gezwungen sein.« (aus dem Video bei labournet.tv (9 Minuten / 2025) unter: Link
Mo vom Lieferando Workers Collective erklärt, weshalb der Angriff auf die Essenkuriere ein Angriff auf uns alle ist: "Das betrifft nicht nur uns, das ist ein Angriff auf das Arbeitsverhältnis an sich. Die wollen hier Geld machen, ohne sich an irgendwelche Gesetze zu halten." Video avon Labournet.tv unter: Link Labournet TV ist bedroht! Unterstütze uns und werde Fördermitglied, damit wir unsere Arbeit aufrechterhalten können! Danke. Link
24.9.2025: Nordwestdeutsche Stahlindustrie - Trotz Lösungsvorschlag der IG Metall – kein Ergebnis
„Die Arbeitgeber legen bei der dritten Verhandlung der nordwestdeutschen Stahlindustrie Prozente auf den Tisch, wollen aber eine viel zu lange Laufzeit. Die Reallöhne sichert ihr Angebot auch nicht. Das Gegenangebot der IG Metall lehnen sie ab. Nun drohen Warnstreiks.
Die Arbeitgeber lassen eine weitere Chance vergehen, noch vor der Friedenspflicht einen Tarifabschluss zu erzielen:
24.9.2025: Auch die dritte Tarifverhandlung in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie endet ist am Mittwoch ohne Ergebnis
Die Arbeitgeber haben nach Aufforderung der IG Metall eine prozentuale Erhöhung von 1,2 Prozent ab Anfang 2026 geboten. „Das ist viel zu wenig, um die Reallöhne zu sichern“, sagte Knut Giesler, Verhandlungsführer der IG Metall, „und die Laufzeit mit insgesamt 16 Monaten viel zu lang“. Die IG Metall hat daraufhin einen Lösungsvorschlag unterbreitet, den die Arbeitgeber abgelehnt haben. Das Gegenangebot, das die Verhandlungskommssion der IG Metall auf den Tisch gelegt hat, sieht vor, dass die Entgelte ab dem 01. Januar 2026 bis September 2026 um 2 Prozent steigen. Noch 2025 soll es eine Pauschalzahlung von 300 Euro für die Beschäftigten geben, die je nach wirtschaftlicher Lage des Betriebs auf 0 Euro abgesenkt werden kann.
PM IG Metall unter: Link
23.9.2025: Arne Karstens von Cockpit über Auseinandersetzungen mit Lufthansa
Arne, Lufthansa-Chef Jens Ritter hat in einem internen Interview gesagt, die Forderungen der Pilotinnen und Piloten zur betrieblichen Altersvorsorge seien nicht finanzierbar. Ist da was dran?
Arne Karstens: Nein. Lufthansa schreibt Gewinne, plant eine Dividende auszuschütten, und nach Aussagen des Managements läuft das „Turnaround“-Sparprogramm nach Plan. Die Lufthansa Passage steht nach Auffassung der VC viel besser da, als nach außen kommuniziert wird. Wie sich die einzelnen Geschäftsergebnisse auf die jeweiligen Gesellschaften verteilen und welche internen Verrechnungsschlüssel es für Leistungen wie unter anderem Wartung gibt, möchten wir seit Jahren wissen. Hierzu wird uns leider jegliche stichhaltige Auskunft verweigert.
Außerdem hat er gedroht, Flugzeuge in profitablere Flugbetriebe zu verlagern.
Arne Karstens: Diese Drohung kennen wir längst. Flugzeuge werden seit Jahren verlagert – völlig unabhängig von Vereinbarungen oder Tarifverträgen, die wir abgeschlossen haben. Fakt ist: Durch die Zersplitterung in viele kleinere Gesellschaften sind erst Ineffizienzen und Kosten entstanden, die es bei einer Lufthansa früher nicht gab. Das Management geht diesen Weg konsequent weiter – und schiebt die Schuld immer wieder unseren Tarifverträgen zu.
Ritter behauptet also, eure Verträge seien das Problem. Wo siehst du die wahren Ursachen?
Arne Karstens: Das Problem sind nicht unsere Verträge, sondern Management-Fehler. Zwei Beispiele: Erstens – nicht unser Manteltarifvertrag von 2023 hat die Produktivität gesenkt, sondern die falsche Allokation von Flugzeugen und Piloten nach Corona. Da war Lufthansa ohnehin schon stark geschrumpft. Zweitens – das Management schiebt die angeblichen Kosten immer uns Piloten zu. Dabei zeigen andere Netzwerkairlines, dass es anders geht: In den Niederlanden gibt es bessere Arbeitsbedingungen als bei uns, Wachstum von 3.000 auf 4.000 Piloten im Haustarifvertrag – und trotzdem solide Gewinne.
... weiterlesen bei Cockpit unter: Link
22.9.2025: [Ost] IG Metall weist Arbeitgeber-Angebot zurück: Zwei mal 250 Euro Einmalzahlung für 12 Monate – aber keine dauerhafte Lohnerhöhung. Null Prozent
Die zweite Tarifverhandlung in der ostdeutschen Eisen- und Stahlindustrie endete am Montag ohne Ergebnis. Wie bereits am Freitag, den 19. September, in der zweiten Verhandlungsrunde der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie legten die Arbeitgeber ein Angebot vor, das die IG Metall als völlig unzureichend zurückgewiesen hat.
Konkret sieht das Angebot zum 1. Januar 2026 und zum 1. Juni 2026 eine Einmalzahlung von 250 Euro vor, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Eine dauerhafte Erhöhung der Entgelte ist somit nicht Bestandteil des Angebots. „Das erste Angebot der Arbeitgeber in der Stahl-Tarifrunde ist enttäuschend. Die IG Metall erwartet ein deutlich verbessertes Angebot – sonst gibt es ab 1. Oktober Warnstreiks.
PM IG Metall unter: Link
17.9.2025: Ford in Köln will weitere 1.000 Stellen streichen
Es waren mal 40.000! Nun will Ford in Köln-Niehl im Januar 2026 die Elektromodelle Explorer und Capri nur noch in einer statt aktuell in zwei Schichten bauen lassen. Das kostet ca. 1.000 Arbeitsplätze in der Fertigung und den angrenzenden Bereichen.
Auf der Kundgebung der Linken vor der Kommunalwahl in Köln-Mülheim wurde Ford von keinem der Redner oder RednerInnen erwähnt. Fühlten sich wohl alle sicher und glaubten nach dem 24Stunden-Streik im Juli (siehe 11.7.25 weiter unten) an das "komplexe Sicherheitsnetz bis 2032", dem das US-Ford Board im Sommer zugestimmt hatte.
17.9.2025: Ford lässt Bombe platzen: Kahlschlag in der Fertigung - Wir akzeptieren das nicht!
Ford lässt Bombe platzen: Kahlschlag in der Fertigung - Wir akzeptieren das nicht!
Bild von der selbständigen Streikaktion im Dezember 2024 bei Ford in Köln (rf-foto)
Die Kolleginnen und Kollegen der Fahrzeugfertigung wurden am Dienstag, dem 16.9., auf Versammlungen mit dem neuen Schritt der Arbeitsplatzvernichtung konfrontiert. Ab Januar Fertigung nur noch auf einer Schicht. 330 statt 440 Autos am Tag. Ford will 1000 Arbeitsplätze zusätzlich vernichten. 720 davon direkt in FN, darüberhinaus die Leiharbeiter bei AIS (Ford-Tochter im Supplier-Park) und in der Batterie-Fertigung in Halle W.
Feige überließ Markus Wassenberg wieder anderen das Verkünden schlechter Nachrichten. Der Werkleiter Oliver Kröll versuchte uns die Maßnahme noch als gemeinsamen Kampf für die Zukunft zu verkaufen. In guten Redebeiträgen brachten Kolleginnen und Kollegen ihre ganze Wut auf den Umgang mit der Belegschaft auf den Punkt. Sie bekamen starken Applaus.
"Finger weg von der 2. Schicht!"
Schon im Dezember 2024 protestierten Kolleginnen und Kollegen in der Halle-Y und forderten "Finger weg von der 2. Schicht!" Sie hatten Recht! Aber Ford hat uns ins Gesicht gelogen. Alles als Gerücht abgetan. Gleichzeitig haben sie alles im Hintergrund vorbereitet. Die Arbeitsplätze sollen, laut Presse, bis Anfang Januar abgebaut sein. Sie gehen über unsere Existenzen und unsere Familien eiskalt hinweg.
"Wir akzeptieren das nicht!" so ein Kollege. Es wurde vorgeschlagen, nach den Versammlungen nicht mehr zu produzieren, solange diese Pläne auf dem Tisch liegen. Auf der Frühschicht gab es den Vorschlag, zur A-Halle zu demonstrieren. Viele unterstützten die Idee, aber der Mut reichte noch nicht aus. Auf der Spätschicht stand das Band nach der Versammlung für eine Stunde. 50 Kollegen versammelten sich mit dem BR. Diese Streikaktion war ein erster Anfang. Wir müssen jetzt den weiteren Widerstand organisieren. Um Ford zu zwingen, die Pläne zurückzunehmen, ist ein unbefristeter selbständiger Streik notwendig. Das müssen wir beraten, vorbereiten, Mut fassen.
Der üble Plan von Ford
Ford hat bewusst gewartet, bis der Sozialtarifvertrag angenommen war, um dann direkt mit der nächsten Arbeitsplatzvernichtung weiter zu machen. Das ist ihr"Plan für die Zukunft". Insgesamt stehen innerhalb von einem Jahr mind. 4500 Arbeitsplätze auf der Abschussliste.
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Unsere Forderungen
Wir sollen jetzt Verständnis haben. Weil sich Explorer und Capri so schlecht verkaufen, ginge es nicht anders. Das ist schlicht gelogen! Diese kapitalistische Logik ist nicht in Stein gemeißelt. Zeit, unsere eigenen Forderungen aufzustellen!
- Schluss mit Unterbesetzung und Arbeitsdruck!
- Wir brauchen 100 Leute zusätzlich für das Lager (FCSD)
- Die Bänder in FN sofort langsamer stellen, um die Kollegen zu entlasten
- Ab Januar 2026 Arbeitszeitverkürzung auf 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnsausgleich. - - - Beides zusammen kann die 1000 Arbeitsplätze erhalten!
- Wir können alles bauen und fordern Ersatzarbeitsplätze: ein kleines E-Auto, Elektrofahrräder oder Teile für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
- Aufstockung der Lehrwerkstatt, Ausbildungsquote von 10 Prozent!
... weiterlesen bei Rote Fahne News, Extraausgabe vom Scheinwerfer am 17.9.2025 unter:
Link
16.9.2025: UFo erklärt Gespräche mit der Lufthansa für gescheitert
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) hat nach zahlreichen Anläufen und schließlich Ablauf einer großzügigen Frist Gespräche mit der Konzernführung über eine tarifliche Gesamtlösung für das Kabinenpersonal bei Lufthansa, Lufthansa CityLine, Lufthansa City Airlines und Discover Airlines für gescheitert erklärt. Die destruktive Verweigerungshaltung des Managements stellt aus Sicht der UFO ein unüberwindbares Hindernis auf dem konstruktiven Weg zu einer Gesamtlösung dar. In der Folge fordert UFO nun die Tarifkommissionen der betroffenen Airlines auf, die jeweils notwendigen Forderungen für die Kabinenbeschäftigten der einzelnen Airlines im Rahmen voneinander unabhängiger Verhandlungen durchzusetzen. ... “Wir wollten über Monate Lösungen finden, die allen Seiten nützen. Doch was wir erlebt haben, waren Blockade, Terminverschleppung und Drohungen. Statt intelligenter Verbesserungen beschränkte sich die Vorstellung der Lufthansa auf Produktivitätssteigerungen in Höhe von über 20 Prozent. Das hätte letztlich nichts anderes bedeutet, als die totale Aufgabe sozialer Standards. Umso undenkbarer ist ein solcher Schritt vor dem Hintergrund, dass die Ergebnissituation der Mainline nicht unter den Arbeitsbedingungen ihrer Kabinenbeschäftigten leidet, sondern vor allem an einem vom Management zu verantwortenden Investitionsstau aus mindestens einer Dekade. Nun sollen die Beschäftigten mit dramatisch härteren Bedingungen die Versäumnisse der Führung refinanzieren. Das ist für uns nicht akzeptabel”, betont Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und UFO-Verhandlungsführer bei Lufthansa.
PM UFO
[15.9.2025: Die Marinesparte von Lürssen (NVL, Naval Vessels Lürssen) wird durch Rheinmetall übernommen
Doch viele Fragen sind noch unbeantwortet. Da fordern wir Klarheit. Hier die Stellungnahme von Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste:
„Nun gibt es Klarheit über das gemeinsame Ziel von Rheinmetall und Lürssen. Es bleiben für die Beschäftigten und Arbeitnehmervertretungen viele Fragen offen. Beispielsweise fehlen das industriepolitische Konzept und die konkret geplanten Synergien, von denen bei Rheinmetall die Rede ist. Wir sehen aufgrund der guten Auftragslage kurzfristig keine Gefahr für die Beschäftigten, klar ist aber: Ohne Sicherheit von Standort und Beschäftigung sowie guter Tarifverträge wird eine neue Struktur unter Rheinmetall nicht funktionieren. Rheinmetall und Lürssen sind gefordert, schnellstmöglich für Transparenz zu sorgen und den Beschäftigten an den norddeutschen Standorten die bestehende Unsicherheit zu nehmen.“
PM IG Metall Küste
Besonders die unterschiedlichen Tarifmodelle an den Standorten bereiten Sorgen. "Ohne Standort- und Beschäftigungssicherung sowie gute Tarifverträge wird kein neues Modell funktionieren", sagte Daniel Friedrich, der Deutschen Presse-Agentur. In der Lürssen-Militärsparte (NVL) existieren laut Friedrich unterschiedliche Tarifmodelle. Einige Standorte fallen unter den Metall-Flächentarifvertrag, andere wie Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) unter einen schlechteren Haustarifvertrag. Die Gewerkschaft strebt einen einheitlichen Flächentarifvertrag an. "Tarifbindung ist bei Rheinmetall nicht selbstverständlich"
t-online unter: Link
15.9.2025: Tria/Avnet verwehrt IG Metall Zutritt und Gespräche
Geschäftsführung blockiert Gespräche zwischen IG Metall, Betriebsrat und Beschäftigten
Die Unternehmensleitung der Tria/Avnet im Gewerbepark Breisgau in Eschbach hat Gespräche zwischen dem Betriebsrat und der IG Metall und den Beschäftigten der Tria/Avnet am 15.09.2025 verhindert und angekündigt, das weiterhin zu tun.
Zu diesem Zweck hat die Personalleiterin der Tria Technologies GmbH, der Avnet Integrated Solutions GmbH, der Avnet Integrated Solutions IC GmbH und der Tria Systems GmbH den Gewerkschaftsbeauftragten der IG Metall den Zutritt zum Betrieb untersagt – obwohl sie das der IG Metall Freiburg zufolge gar nicht darf. „Die Beschäftigten haben Grundrechte. Dazu gehört, dass sie mit ihrem Betriebsrat und ihren Gewerkschaftsbeauftragten sprechen dürfen. Das missachtet die Unternehmensleitung der Tria/Avnet grob. Sie fordert vom Betriebsrat, dass er mit ihr über Verschlechterungen von Entgelt, Arbeitszeit und anderen tariflich geregelten Fragen verhandeln soll, obwohl er das nach dem Gesetz weder kann noch darf. Sie droht ihm an, das zu erzwingen. Gleichzeitig versucht sie, den Beschäftigten den Zugang zu Information und Beratung zu versperren.“, so Norbert Göbelsmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Freiburg. „Der Betriebsrat will in solchen wichtigen Fragen die Beschäftigten nicht übergehen, sondern alle anhören. Unter dem enormen Druck der Geschäftsführung hat der Betriebsrat für die Gespräche die Unterstützung der IG Metall-Geschäftsstelle angefordert. Wir haben unseren Besuch drei Tage vorher angekündigt und sind wie angekündigt am Montag um 13 Uhr zum Betrieb gekommen. Aber die Geschäftsleitung will das blockieren und hat uns an der Tür aufgehalten und uns den Zutritt verwehrt. Sie hat gestern Vormittag behauptet, der Betriebsrat selbst dürfte auch keinen Betriebsrundgang mit Gesprächen mit den Beschäftigten durchführen, und gesagt, das wäre riskant für die Betriebsräte. Auf Nachfrage erklärte sie, dass sie und ihr Anwalt meinten, der Betriebsrat dürfte nicht in so einem großen Umfang mit den Beschäftigten reden. Außerdem hat sie an alle Beschäftigten geschrieben, der Betriebsrat dürfte die Betriebsversammlung am 18.09. nicht fortsetzen, und wer teilnehme, bekomme für die Zeit kein Arbeitsentgelt. All das zeigt keinen Respekt für die Beschäftigten und ihre Vertretung. Die Geschäftsleitung muss dringend ihre Linie überdenken. Wir gehen gerichtlich gegen diese krasse Missachtung der Rechte der Beschäftigten vor.“ Die Geschäftsleitung will den Beschäftigten künftig weniger Entgelt zahlen als nach Tarif. Durch eine Umfirmierung wurde die Avnet (vormals MSC Technologies in Freiburg auf der Haid, vormals Hellige) in vier Firmen aufgespalten. Die Avnet Integrated Solutions IC und die Tria Systems haben den Tarif bereits zurück. Als reine Produktionsgesellschaften sind sie aber wirtschaftlich auf die anderen Firmen und den Konzern angewiesen. In der Avnet Integrated Solutions und der Tria Technologies besteht das Unternehmen darauf, dass es keinen Tarif geben darf. Außer dem Willen der Unternehmensleitung hat die für Eschbach zuständige Geschäftsleitung des US-Konzerns dafür aber keine Gründe genannt. Jetzt behauptet die Geschäftsführung, der Betriebsrat könnte und müsste diese Verschlechterungen mit ihr regeln. „Für die Beschäftigten und für uns gilt aber: Die Belegschaft der Tria und Avnet in Eschbach lässt sich nicht spalten. Sie wollen eine faire Teilhabe an dem, was sie erarbeiten, und sichere Arbeitsplätze für alle. Deshalb lassen wird uns unsere Rechte nicht nehmen.“, so Norbert Göbelsmann weiter.
IGM Freiburg,
12.9.2025: Urabstimmung bei der Lufthansa über Altersversorgung der PilotInnen hat begonnen
Im Tarifkonflikt um die betriebliche Altersvorsorge haben die Piloten der Lufthansa und
ihrer Frachttochter Lufthansa Cargo die Urabstimmung über einen Streik begonnen. Hintergrund sind die gescheiterten Verhandlungen zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV). Das Votum läuft noch bis zum 30. September. Bis dahin sind keine Arbeitskampfmaßnahmen vorgesehen.
10.9.2025: Stöger Automation- Betriebsrat eröffnet Büro im Wohnwagen
Vier Wochen lang arbeitete der Betriebsratsvorsitzende bei Stöger Automation in einem Wohnwagen außerhalb des Werks. Die Geschäftsleitung hatte ihm Hausverbot erteilt. Nach einem Vergleich vor Gericht darf er wieder rein. Aber: Der Ingenieur darf nicht arbeiten - und erhält somit auch kein Gehalt.
...Grund des Streits: Die Geschäftsleitung will den Beschäftigten ihr Kurzarbeitergeld kürzen. Die im Betrieb vereinbarte Aufstockung auf bis zu 90 Prozent des Nettos soll entfallen, was für einzelne Beschäftigte über 20 Prozent Lohnverlust bedeuten würde. Zudem will die Geschäftsleitung Schichtarbeit einführen. ...
PM IG Metall unter: Link
8.9.2025: Charité-Diagnose: Kritisch überlastet. Assistenzärzte an der Charité verfassen Brandbrief
„Eigentlich sollen sie die Gesundheit anderer schützen – doch Assistenzärzte an der Charité befürchten, dass sie ihre eigene Gesundheit gefährden könnten. »Gesetzlich verankerte Arbeitszeitgrenzen werden regelmäßig überschritten, stillschweigend und anscheinend folgenlos«, heißt es in einem Brandbrief, den an den zur Charité gehörenden Krankenhäusern tätige Assistenzärzte in der vergangenen Woche veröffentlichten. »Wer nicht handelt, gefährdet nicht nur das Personal – sondern die Patient*innenversorgung als Ganzes«, heißt es weiter. Der Grund für die Sorge der Assistenzärzte: Die Charité plant eine Reform der Dienstzeiten des medizinischen Personals…“ Artikel von Marten Brehmer vom 8. September 2025 in Neues Deutschland online externer Link und mehr daraus/dazu:
nd unter: Link
28.8.2025: „Was ist der nächste Schritt? Dass wir die Bäder putzen müssen?“
„Pflegekräfte des Dachauer Amper-Klinikums beklagen, dass ihnen immer mehr Aufgaben aufgebürdet werden, für die es bislang Servicepersonal gab. Der Betreiber-Konzern Helios spricht von „Skill-Mix“. Rund 20 Pflegekräfte haben sich am Donnerstagmittag vor dem Dachauer Krankenhaus versammelt, um gegen den – wie sie es nennen – „Sparkurs“ des Helios-Konzerns und zunehmende Arbeitsbelastung zu protestieren. Auf einem Banner, das sie ausgebreitet haben, steht: „Profite pflegen keine Menschen, wir schon.“ Die Pflegekräfte beklagen, dass sie immer mehr Service-Aufgaben übernehmen müssen, für die bislang Hilfspersonal im Krankenhaus zuständig war; dazu zählen etwa Essen servieren oder Patienten zu Operationen fahren. ...
Süddeutsche unter: Link
26.8.2025: NGG ruft zu 48-Stunden-Streik am Mittwoch und Donnerstag (27./28.8.)
bei Lieferando in Köln, Leverkusen und Bonn auf
Labournet.de unter: Link
18.8.2025: Beschäftigte beim Paketdienstleister DPD in Hamburg-Wilhelmsburg wehren sich gegen Lohndumping und Outsourcing
Labournet.de unter: Link
16.8.2025: CFM-Beschäftigte kämpfen weiter. Verdi: Charité-Tochter verschleppt Umsetzung von Tarifeinigung
„Die Wut unter den Beschäftigten der Charité Facility Management GmbH (CFM) in Berlin ist groß. Anfang Juni hatten sie gegenüber der Geschäftsführung nach einem 45tägigen Streik durchgesetzt, dass ihre Löhne bis 2030 an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) angeglichen werden. Doch die Umsetzung werde von der Unternehmensleitung verschleppt, so ein bei der CFM beschäftigter Verdi-Gewerkschafter gegenüber junge Welt am Freitag. »Sie versuchen alles, um die Redaktionsverhandlungen in die Länge zu ziehen – da zeigt sich mal wieder die fehlende Wertschätzung für uns Beschäftigte.« Auch eine zugesagte Einmalzahlung über 300 Euro wolle die Unternehmensführung nicht auszahlen.
In einer Verdi-Stellungnahme ist deshalb von »Wortbruch« die Rede. Außerdem weiche die Unternehmensleitung von zentralen Punkten ab, auf die sich bereits geeinigt wurde. So wolle sie verhindern, dass Werktätige der CFM und der Charité künftig gemeinsam streiken können, und Anhebungen des TVöD erst verspätet bei den Lohnabhängigen der CFM ankommen lassen. ..."
weiterlesen bei David Siemgmund Schultze für Junge Welt unter: Link
15.8.2025: Der Arbeitskampf der Beschäftigten des Dönerfleischherstellers Birtat in Murr (nahe Stuttgart) war erfolgreich!
Nach monatelangen Verhandlungen, Warnstreiks und einer Urabstimmung für die Aufnahme ei-
nes unbefristeten Streiks, hat die Geschäftsleitung kapituliert. Am 8. August schloss sie mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einen Tarifvertrag ab. Bei Baden-Württembergs größtem Produzenten von Dönerspießen sind die Beschäftigten nun tarifvertraglich abgesichert. Die Löhne werden angehoben und die Willkür bei der Eingruppierung hat ein Ende. Es ist der erste Tarifvertrag in dieser Branche und er könnte eine Signalwirkung für die ähnliche Unternehmen haben.
UZ, 15.8.2025
7.8.2025: Germans are in kebab angst
They worry that their most beloved street food—the spicy, juicy kebab in a pita — found on every street corner across Germany, may get more expensive, or even worse, that the country may be sliding into a national kebab shortage.
Workers at the Birtat Meat World SE factory in southwestern Germany have gone on strike again amid a salary dispute. ...
weiterlesen bei euronews unter: Link
6.8.2025: Tarifkonflikt bei Helios Therapie Ost gelöst – 100 % Helios-Entgelt ab 1.2027
Die Lohnmauer zwischen den Helios-Therapeut:innen in Berlin-Buch und Berlin-Zehlendorf ist durchbrochen. Im Tarifkonflikt zwischen der Helios Therapie Ost GmbH und der Gewerkschaft ver.di konnte am 5. August 2025 – nach 76 Tagen Streik, davon 43 am Stück – eine Einigung unterzeichnet werden. Der Streik war bereits seit dem 24. Juli ausgesetzt. Die therapeutischen Dienste am Helios Klinikum Berlin-Buch finden wieder im üblichen Umfang statt. Seit Anfang Januar hatte es Warnstreiks gegeben, seit Mitte Mai befanden sich die Therapeut:innen im Erzwingungsstreik. Dieser konnte nun endgültig beendet werden. Rückwirkend zum 1. Juli soll ein Tarifvertrag gelten, in dem für das laufende Jahr eine Entgelterhöhung von 15 % vereinbart wird. Diese hatte die Arbeitgeberin zuvor im laufenden Streik einseitig zugesagt. Darüber hinaus wird im September eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeitbeschäftigte anteilig) ausgezahlt. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten die ca. 50 Therapeut:innen 95 % des Tabellenentgelts des Helios-Konzerntarifvertrags, ab dem 1. Januar 2027 dann 100 % der Helios-Entgelte zum dann gültigen Zeitpunkt. In der Spitze ergeben sich damit Entgeltsteigerungen für die Beschäftigten von bis zu 1.660 Euro über 1,5 Jahre. Verbesserungen gibt es auch bei der Jahressonderzahlung (über mehrere Jahre ansteigend auf 90 % eines Monatsgehalts), der Arbeitszeit (diese wird zum 1. Januar 2026 von 40 auf 38,5 Stunden gesenkt) sowie durch die Einführung von Zuschlägen für Mehrarbeit und Wochenendarbeit. ...
PM ver.di
5.8.2025: Erfolg für die Kampagne gegen Leiharbeitstarife: Die Androhung "Wir gehen zum EuGH" lässt den Verleiher kapitulieren
"... Der Leiharbeitnehmer Johannes A. wurde vom 2.6. bis 12.6. 2020 in einem Kölner Metallbetrieb eingesetzt. Er leistete dort dieselbe Arbeit wie ein Beschäftigter der Entgeltgruppe 4 des Lohntarifs Metall. Umgerechnet auf die Stunde sah der Tarif eine Vergütung von 18,06 Euro brutto vor. A hatte jedoch nur 10,15 Euro die Stunde erhalten. Daraus ergab sich eine Differenz von 569,52 Euro. Im Januar 2021 erhob A mit Hilfe des DGB-Rechtsschutzes Klage auf Zahlung dieses Betrages. (...) Auf Vorlage des BAG entschied der EuGH, die Leiharbeitstarife dürften vom Grundsatz des „Equal Pay“ nur dann abweichen, wenn sie dafür zugleich einen Ausgleich, z. B. einen längeren Urlaub vorsehen. Das tun die geltenden Leiharbeitstarife bis heute nicht. Viele rechneten deshalb damit, dass sie vom BAG „gekippt“ würden. Doch dieses sah die Sache anders und setzte sich über das Urteil des EuGH hinweg (...)
Der DGB-Rechtsschutz nahm nicht etwa die Klage zurück, sondern argumentierte offensiv: Das Arbeitsgericht Köln solle erneut den EuGH anrufen und u. a. fragen, ob das Vorgehen des BAG mit dem Europäischen Recht vereinbar war. (...) Würde das Arbeitsgericht Köln dem folgen? Vermutlich ja, doch muss die Frage bis auf weiteres offenbleiben. Der beklagte Verleiher zog nämlich die Notbremse: Er anerkannte die Klageforderung in vollem Umfang. (...) So wie in dem Kölner Verfahren kann man überall vorgehen. Der hier dokumentierte Schriftsatz kann als Muster dienen (...) Es war noch nie so einfach, als Leiharbeiter einen Prozess zu gewinnen. Das Geld liegt gewissermaßen auf der Straße. Man muss es nur aufsammeln." Aus dem Artikel von Prof. Wolfgang Däubler vom 3. August 2025 (pdf) samt einer Handlungsanleitung
Link
5.8.2025: Massenentlassung bei Lieferando
Der Lieferdienst entlässt alle Kuriere in Hamburg. Viele stehen vor dem beruflichen Aus oder müssen bei einer Schattenflotte anheuern. Für Freitag hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gasststätten (NGG) deshalb um 18 Uhr in Hamburg zu einer Demonstration aufgerufen, die ausdrücklich politischer Natur sein soll und kein Streik ist. Erwartet werden 300 bis 500 Teilnehmende. Die NGG hofft, dass sich auch Politiker:innen beteiligen. Losgehen soll es am Gewerkschaftshaus im Besenbinderhof. ...
Weiterlesen bei Krischan Meyer für taz unter: Link
1.8.2025: ZF verschiebt Entscheidung zur Zukunft der Antriebssparte
In der harten Auseinandersetzung um die Zukunft der ZF-Kernsparte Antriebstechnik (Division E) mit 30.000 Beschäftigten gibt es bis zu endgültigen Entscheidungen eine Schonfrist bis zum 30. September. Unternehmensführung und Arbeitnehmerseite einigten sich am Rande der Aufsichtsratssitzung des Stiftungskonzerns am Mittwoch auf ein „Bündnis für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung für die Division Elektrifizierte Antriebstechnologien (E)“. ... Gemeinsames Ziel sei, die nachhaltige und zukunftsweisende Neuausrichtung der Division E in gemeinsamer Verantwortung und mit vereinten Kräften zu meistern, teilte das Unternehmen mit. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch, Gesamtbetriebsratschef Achim Dietrich, ZF-Vorstand Mathias Miedreich und Arbeitsdirektorin Lea Corzilius unterzeichnet. Beide Seiten streben an, die Restrukturierungsmaßnahmen bis zum 30. September in konkreten Vereinbarungen mit den zuständigen Gremien festzuschreiben. ...
Martin-W. Buchenau für Handelsblatt unter: Link
31.7.2025: Heute streikts bei den Oetker-Brauereien in Freiberg und Krostitz
„Der Familie Oetker soll klar aufgezeigt werden, dass sich ihre Beschäftigten in Sachsen nicht mehr länger als „Billig-Brauer“ behandeln lassen. Freiberg und Reudnitz ziehen in die dritte Arbeitskampfwelle. Jeweils mit der Frühschicht startet der Streik, geplant ist er erst einmal vom 31.07. – 01.08.25, von 05.30 Uhr bis 22.30 Uhr im Freiberger Brauhaus und von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr in der Krostitzer Brauerei. Die Brau-Unternehmer legten in der letzten Verhandlung kein Angebot vor. In den Tarifgebieten im Westen sind die Verhandlungen bereits abgeschlossen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für das Tarifgebiet der Brauindustrie Sachsen-Thüringen ein Lohnplus von 7 Prozent. Das „Brau-Kombinat Ost“ in Sachsen bekommt für die gleiche Arbeit über 8000 Euro im Jahr (ohne Zulagen und Zuschläge) weniger als die allermeisten Kolleginnen und Kollegen im Westen. Die Arbeitgeberseite beruft sich bei diesen Unterschieden auf „historische“ Gründe. „Wie sollen wir das Verstehen?“, fragt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer der Gewerkschaft NGG Ost. Die bestehende Ost- West-Lohnlücke soll auch nach 35 Jahren deutscher Einheit nicht kleiner werden?“ Oder Ossis sollen halt Ossis bleiben? Der Gewerkschafter weist auch darauf hin, dass am 01. August 2025 für die Ost-Berliner Brauerei der Radeberger-Gruppe die fünfte Verhandlung stattfindet. Auch da liegt kein akzeptables Angebot vor, dort sind es 4000 Euro weniger im Jahr. Auch der sechste Ost-Standort des Oetker-Konzerns in Rostock wird „historisch“ schlechter bezahlt, so Ledwig. Dort sind es sogar über 11.000 Euro im Jahr weniger. Hier fand in der letzten Woche die erste Verhandlung statt, ohne akzeptables Angebot. Die Tarifkommission hinterfragt, ob diese Verhandlungsstrategie zur sozialen Nachhaltigkeit der Radeberger Gruppe passe, die sie auf ihrer Homepage verspreche. Wohl nicht. Die Gewerkschaft erhöht mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber: In den sechs Betrieben des „Kombinat Ost“ fielen bisher 63 Schichten aus, mehr als 40 Mill. Flaschen Bier konnten, somit nicht abgefüllt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die Dynamik dieser Streikwelle eine vierte Welle noch vor dem nächsten Verhandlungstermin für Sachsen am 14. August auslösen wird. „Spätestens dort können die Brau-Unternehmer ihre Homepage-Werte mit Leben erfüllen“, so Ledwig abschließend.“
PM NGG Landesbezirk Ost unter: Link
31.7.2025: Audi-Neckarsulm „Solidarität mit den Leiharbeitern, unseren Kollegen“
Wie uns Kollegen berichten, hat Audi einen großen Teil der Leiharbeiter im August „abgemeldet“, gekündigt, rausgeschmissen. Dieselben Kollegen, die, wie wir, noch Anfang Juli Überstunden und Sonderschichten gearbeitet haben. Noch am 21. Juli hat man die Kollegen einen Vertrag bis zum Dezember unterschreiben lassen. Das berichten Kollegen von DEKRA und Randstad. Wieder einmal zeigt sich, dass in der "Familie" des VW-Konzerns die Verträge das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.
Was ist mit der Produktion in Neckarsulm, mit der es „aufwärtsgehen soll“? Die Kollegen in der Produktion sagen: „Wir brauchen jede Hand, die hilft.“ Da zerbricht die Lüge von dem „sozialen Abbau von Arbeitsplätzen“ und die Aussage: „Das trifft nur den indirekten Bereich …“, erweist sich als das, was sie ist: eine Lüge!
Bereits 2023 wurden die Leiharbeitskollegen zwei Tage vor dem Winterurlaub vor vollendete Tatsachen gestellt. Damals wurden die Kollegen wenigstens noch gesammelt in der Halle von diesem Zustand informiert. Und dieses Mal? Man kann dem Unternehmen fast schon unterstellen, aus seinem Vorgehen gelernt zu haben und es dieses Mal still und heimlich abzuwickeln. Ist es sozial, dass den Kollegen per Mail und am Telefon ihre Abmeldung durch die Leiharbeitsfirma mitgeteilt wird? Ist es sozial, unsere Leiharbeitskollegen, mit denen wir jeden Tag gearbeitet haben, als Kollegen zweiter Klasse zu behandeln? Als wären sie keine Menschen, hätten kein Leben, keine Familien oder Rechnungen zu zahlen! Ein Leiharbeitskollege hat gesagt: „Nicht einmal Tiere werden so behandelt, wie wir jetzt von der Audi!“
Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen auf: Kollegen, seid solidarisch mit den Leiharbeitern! Redet mit ihnen, kümmert euch um sie und organisiert eure Stärke! Denn ganz offensichtlich bekommt diese Methode System! Und nicht nur das; es wird sogar perfider! Die Verträge eine Woche vorher zu verlängern, um sie dann kurz vor dem Urlaub aufzukündigen?! Das ist eine bewusste Verarsche! Wer sagt denn, dass es in Zukunft nicht auch uns (Festangestellte) trifft?
Vor Ort konnte das folgende Interview mit einem betroffenen Kollegen geführt werden.
Kollege Herzî, wie hast du von der Kündigung erfahren?
Über Kollegen von Adecco, die wurden angerufen. Mein Gruppenleiter wusste von nichts. Mein Gruppensprecher dachte, ich will ihn verarschen.
Was sagst du dazu?
Ich fühle mich schlecht, ja wertlos mit dieser Behandlung. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Wo soll ich einen Job finden? Kollegen sind mit der Familie wegen Audi umgezogen. Was sollen die jetzt tun?
Was sagen deine Kollegen?
Einige sind still oder sagen: Da kannst du nichts dagegen machen. Es gibt kein Gesetz, das uns da hilft. Ein Audi-Kollege: „Ich hätte verstanden, wenn du heute nicht zur Arbeit gekommen wärst.“
Was wünschst du dir von deinen Kollegen für die Zukunft?
Dass wir zusammen was dagegen machen. Nicht einfach das als „normal“ hinzunehmen. Dass die Chefs ehrlich zu uns sind und uns das nicht zwei Tage vor dem Urlaub mitteilen. Leiharbeit ist doch unmenschlich, die muss abgeschafft werden.
rf news unter: Link
31.7.2025: NGG ruft Lieferando zu Sozialtarifverhandlungen auf, nach Ankündigung, 2.000 Jobs zu streichen
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert Lieferando zu Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag für die von Kündigung betroffenen Beschäftigten auf. Die NGG wirft Lieferando rücksichtloses Verhalten gegenüber seinen Mitarbeitenden vor. Nach der Ankündigung, bis Jahresende 2.000 Beschäftigte entlassen zu wollen, fordert die Gewerkschaft Lieferando auf, Verantwortung für seine Handlungen und deren Auswirkungen zu übernehmen. Nur ein kleiner Teil der vom Jobverlust betroffenen Lieferando-Standorte in 34 Städten besitzt einen Betriebsrat. Dort wo kein Betriebsrat vorhanden ist, können auch keine Sozialplanverhandlungen stattfinden. Die Gewerkschaft will daher einen Sozialtarifvertrag durchsetzen, der alle Betroffenen gleichermaßen berücksichtigt.
„Sollte Lieferando unserer Aufforderung zu Verhandlungen nicht umgehend nachkommen, werden wir in den vom Personalabbau betroffenen Städten erneut zu Warnstreiks aufrufen. Wenigstens jetzt sollte Lieferando ein Mindestmaß an sozialer Verantwortung zeigen und die Beschäftigten nicht ins Bodenlose fallen lassen“, sagt Guido Zeitler, Vorsitzender der NGG. Dringenden Handlungsbedarf sieht Zeitler bei der Politik. Am Beispiel Lieferando lasse sich sehr gut erkennen, wie notwendig ein gesetzlicher Rahmen für die Beschäftigung in der Plattformökonomie ist. Zeitler fordert als zentrale Punkte bei der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht: Haftungslücken bei Sub-Unternehmensstrukturen zu verhindern sowie digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften, klare gesetzliche Regelungen für die Bildung von Betriebsräten und ein Verbandsklagerecht zu gewährleisten. ...
PM NGG unter: Link
31.7.2025: Birtat-Beschäftigte beschließen unbefristeten Streik
„Die Arbeiter von Birtat, die ausschließlich aus kurdischen, türkischen, polnischen, Roma- und bulgarischen Einwanderern bestehen und seit Mai in Stuttgart für ihre Rechte kämpfen, stimmten der Umwandlung des Streiks, den sie auf Vorschlag der Gewerkschaft in fragmentarischer Form geführt hatten, in einen unbefristeten Streik zu.
Am Mittwoch starteten die Arbeiter einen weiteren Streik. Sie versammelten sich in den frühen Morgenstunden vor der Fabrik und marschierten erneut durch das Fabrikgelände. Anschließend fand in einem Gemeindesaal eine Versammlung mit Gewerkschaftsvertretern statt. Die Arbeiter bekräftigten ihren entschlossenen Widerstand und ihre Weigerung, ohne Gewerkschaft, Streik, Tarifvertrag oder Arbeitsplatzsicherheit zu arbeiten. Am Ende der Versammlung richtete die Gewerkschaft eine Wahlurne ein, um über den unbefristeten Streik abzustimmen. Alle Arbeiter stimmten mit „Ja“. Im Anschluss an die Versammlung luden die Arbeiter alle Streikenden zu einer Demonstration am nächsten Tag in der Ludwigsburger Zentrale ein...“ türk. Meldung vom 31.7.2025 in AVEG-KON unter Link – ähnlich viele türkische Berichte v.a. auf exTwitter, bei NGG noch nichts vermeldet
[Spendenaufruf] Birtat Solidarität
„In der Dönerspießfabrik Birtat streiken die Kolleginnen und Kollegen für den ersten Tarifvertrag in der Branche. Viele Kollegen sind neu im Betrieb und daher erst neu Mitglied in der Gewerkschaft NGG. Damit Sie bis zur Auszahlung des Streikgeldes trotzdem Miete und Essen zahlen können, sammle ich auf diesem Weg Geld. Mein Name ist Peter, und ich arbeite beim DGB, die Spendenaktion ist aber Privat.“ Spendenaufruf bei paypal Birtat Solidarität unter: Link
Streikvideo (englisch) unter: Link
31.7.2025: Bierstreik im Osten. Älteste Brauerei Sachsens schließt sich Ausstand an
„Sie machen alle das gleiche. Nämlich aus Wasser, Hopfen und Malz Bier. Doch die Lohnunterschiede sind erheblich. In München, wo die Brauer bundesweit am meisten bekommen, beträgt der tarifliche Ecklohn 4.558 Euro im Monat bei einer Arbeitszeit von 38 Stunden pro Woche. In den vier Radeberger-Betrieben in Sachsen erhalten die Kollegen bei 38,2 Wochenstunden gut 500 Euro weniger. In Berlin erhalten die Brauer 400 Euro weniger. Dagegen haben die Beschäftigten in den letzten Wochen immer wieder gestreikt. In Sachsen sogar das erste Mal seit 30 Jahren. Am Mittwoch haben sich auch die Beschäftigten der ältesten Brauerei Sachsens der Streikbewegung angeschlossen. Nach der Radeberger, der Sternburger, der Krostitzer und der Freiberger Brauerei, die alle zur Radeberger Gruppe innerhalb des Oetker-Konzerns gehören, haben nun die Kollegen von Wernesgrüner (Carlsberg-Gruppe) das erste Mal seit Ende der DDR die Arbeit niedergelegt. Mit ihnen streiken auch die Carlsberg-Logistiker in Wernesgrün. ...
Weiterlesen bei Susanne Knütter in der Jungen Welt unter: Link
27.7.2025: Unsere Niederlage: 11.000 Kolleginnen und Kollegen wegsaniert! TKS ist nicht die erste Hochburg der IG Metall, die fällt... NEIN zum SanierungsTV!
"Wir gehören nicht zu denen, die den Kapitalisten jede Fähigkeit absprechen. Denn verhandeln können sie. Das haben sie bei VW und jetzt mit dem Sanierungstarifvertrag bei Thyssenkrupp Steel bewiesen.
Katastrophe für uns und das Revier: Im Sanierungstarifvertrag wird der Abbau von ca. 11.000 Arbeitsplätzen bei TK-Steel geregelt (...) Unsere Niederlage ist umso weniger zu verstehen, als sich in den Auseinandersetzungen die Aktionärsvertreter Gather, Russwurm und López nicht gerade als Leuchten des Kapitalismus erwiesen.
Thyssenkrupp existiert nicht nur durch die von uns erbrachte Arbeitsleistung, sondern durch massive staatliche Subventionen. Dazu zählen 2 Mrd. Euro für die DRA, die 1,5 Mrd. Euro Zuschüsse an TKMS für neun israelische U-Boote und Milliarden Euro für die Aufrüstung. Gather und Russwurm halten immer die Hände auf, wenn staatliche Subventionen fließen. ...
Auch wir sind für die Staatshilfe von zwei Mrd. Euro für die DRA, aber nur mit Staatsbeteiligung und Arbeitsplatzgarantie!
Unsere Kritik an der IG Metall-Bezirksleitung: NEIN zum SanierungsTV!
Als Mitglieder, die an allen Aktionen der IG Metall bei Thyssenkrupp Steel und der Mahnwache teilnahmen, kritisieren wir offen die Politik des IGM-Vorstands und der IGM-Bezirksleitung d.h. von Kerner und Giesler. ... Zwar war unsere Delegation bei VW und Kollegen von VW bei unserer Mahnwache. Aber einen gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse gegen Entlassungen, Lohnabbau und De-Industrialisierung wünschten weder die IGM-Bezirksleitung NRW, noch der IGM-Vorstand in Frankfurt. So kämpft jede Belegschaft für sich allein und wir stecken eine Niederlage nach der anderen ein ..." Beitrag aus Was tun bei TK-Steel Ausgabe 6/25 vom 27.07.2025 (pdf)
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25.7.2025: TikTok forciert Kündigungen – ver.di ruft erneut zum Streik am 28.07. auf
In der Auseinandersetzung um die Kündigungen der Content-Moderator*innen versucht TikTok nach Einschätzung von ver.di Fakten zu schaffen un- zieht vor Gericht. Der Arbeitgeber forciert ein gerichtliches Verfahren gegenüber dem Betriebsrat, das nach Einschätzung von ver.di dazu dient, möglichst schnell Kündigungen aussprechen zu können. Bisher hat TikTok den Beschäftigten und dem Betriebsrat Angebote vorgelegt, die diese als unzureichend bewerten. Die Beschäftigten wollen über ver.di einen Sozialtarifvertrag verhandeln. Deshalb ruft ver.di parallel zum ersten Arbeitsgerichtstermin am 28.07. zu einem weiteren Warnstreik auf und wird vor dem Arbeitsgericht eine Kundgebung abhalten.
„Nachdem die Kolleginnen die Künstliche Intelligenz trainiert haben, scheint es TikTok gar nicht schnell genug zu gehen, die Kolleginnen loszuwerden. Vor diesem Hintergrund erhöhen wir mit diesem Streiktag den Druck für eine faire Vereinbarung. TikTok muss endlich Verantwortung übernehmen“, erklärt die ver.di-Verhandlungsführerin Kathlen Eggerling.
Unterdessen verbreitet TikTok in Bezug auf den ersten Streik am 23.07. unternehmensintern Falschinformationen über das deutsche Streikrecht. So behauptet die Geschäftsführung entgegen der geltenden Rechtslage, dass Beschäftigte durch ihre unangekündigte Teilnahme an dem Streik am 23.07. gegen rechtliche Pflichten verstoßen hätten. Die Geschäftsführung kündigt Einzelgespräche mit den Beschäftigten an, die sich am Streik ohne eine Information im Voraus beteiligt haben. Tatsächlich sind Beschäftigte rechtlich nicht verpflichtet, eine Streikteilnahme anzukündigen. ver.di sieht in der Mitteilung von TikTok einen Einschüchterungsversuch gegen die Streikenden.
„Scheinbar braucht TikTok auch für die unternehmensinterne Kommunikation Content-Moderator*innen, die Falschinformationen identifizieren. Wir fordern die Geschäftsführung auf, Einschüchterungsversuche gegenüber Streikenden zu unterlassen. Niemand muss seine Streikbeteiligung im Vorfeld anmelden. Statt Falschinformationen zu streuen, sollte TikTok endlich an den Verhandlungstisch kommen“, erklärt Eggerling abschließend.
Streikkundgebung vor dem Arbeitsgericht Berlin:
Montag, 28.07.2025 13:00 Uhr Magdeburger Platz 1, 10785 Berlin
PM Ver.di Kathlen Eggerling, ver.di Verhandlungsführerin
kathlen.eggerling(at)verdi.de
Streik bei Tiktok in Berlin ...
RBB24 unter: Link
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25.7.2025: Entschlossenheit der DHL Hub Leipzig Beschäftigten zeigt Wirkung
Die Beschäftigten am DHL-Drehkreuz in Leipzig haben mit ihrer Entschlossenheit Wirkung gezeigt: Nachdem in der Urabstimmung 78 Prozent der ver.di-Mitglieder für einen unbefristeten Streik gestimmt hatten, hat die DHL Hub Leipzig GmbH in der vierten Verhandlungsrunde ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt. Vorgesehen sind Lohnerhöhungen von 5,6 Prozent zum 1. Juli 2025 und weiteren 5,4 Prozent zum 1. Juli 2026 – insgesamt rund 11 Prozent mehr Geld, bei einer Laufzeit von 26 Monaten. Die ver.di-Verhandlungskommission empfiehlt einstimmig die Annahme des Angebots und lobt die neu gewonnene Stärke der Belegschaft. Vom 28. Juli bis zum 7. August sind alle ver.di-Mitglieder zur zweiten Urabstimmung aufgerufen – dann entscheidet sich, ob das Angebot angenommen wird oder ob ein unbefristeter Streik folgt.
24.7.2025: „Jurastudent erstreitet 100.000 Euro Entschädigung“
Nach fristloser Kündigung in der Gastro - weil er Betriebsrat gründen wollte - erstreitet ein Jurastudent u.a. Verdienstausfall, Trinkgelder, bezahlten Urlaub und schriftliche Entschuldigung des Arbeitgebers weil dieser u.a. behauptet hatte: Der Kläger sei - anders als die in Vollzeit festangestellten Arbeitnehmer der Beklagten - auch nicht unbedingt auf die Einkünfte aus der geringfügigen Beschäftigten angewiesen. Der Kläger war mit einem Alter von 24 Jahren noch jung und hatte weder Kinder noch Unterhaltspflichten.“
Landesarbeitsgericht München unter: Link
23.7.2025: Fortsetzung des Therapeut*innen-Streiks am Helios Klinikum Berlin-Buch
von Samstag bis Mittwoch, den 23. Juli 2025 gegen die Lohnmauer über 1000€ pro Monat
labournet.de unter: Link
23.7.2025: TikTok verweigert Verantwortungsübernahme – ver.di ruft zu Streik
Die Beschäftigten bei TikTok treten heute, am 23. Juli 2025, in einen eintägigen Warnstreik. Hintergrund des Streiks sind die Pläne des Unternehmens, die Trust-and-Safety-Abteilung, in der die Contentmoderator*innen für den deutschsprachigen Raum beschäftigt werden, aufzulösen. Die Tätigkeit der Content-Moderator*innen soll zukünftig von sogenannter Künstlicher Intelligenz übernommen und an externe Dienstleister vergeben werden. Bei den externen Dienstleistern sind die Arbeitsbedingungen relevant schlechter. Darüber hinaus soll ein Teil der sog. Live-Abteilung aufgelöst werden. Die Beschäftigten in dieser Abteilung sind für den Kontakt mit den Content-Produzenten bei TikTok verantwortlich. Content-Moderation ist eine psychisch extrem belastende Tätigkeit, weil die Beschäftigten regelmäßig mit stark belastenden Inhalten konfrontiert werden. Deshalb ist eine umfassende Gesundheitsprävention zur Reduzierung der psychischen Belastung zentral. ver.di sieht die Gefahr, dass sich TikTok durch das Outsourcing der Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Content-Moderator*innen entziehen will. ...
PM Ver.di unter: Link
22.7.2025: Fünfter Warnstreik bei Birtat
„Beim Dönerproduzenten Birtat in Murr spitzt sich der Tarifkonflikt zu. Die NGG ruft erneut zum Streik auf – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung: Streikende sollen zu Hause bedrängt worden sein. Der Arbeitgeber schweigt bislang.
Der Tarifkonflikt beim Dönerfleischproduzenten Birtat in Murr, einem Tochterunternehmen der Meat World SE, spitzt sich weiter zu. Nach mehreren Warnstreiks ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die rund 115 Beschäftigten am Dienstag (22. Juli) erneut zur ganztägigen Arbeitsniederlegung auf – bereits zum dritten Mal in Folge.
„Unserem Aufruf zu weiteren Warnstreiks bei Birtat am 18. und 21. Juli 2025 sind so viele Beschäftigte gefolgt wie noch nie“, sagt Magdalena Krüger, Geschäftsführerin der NGG-Region Stuttgart. „Heute schließen wir mit dem insgesamt fünften Warnstreik am Standort direkt daran an. Weitere werden folgen, wenn der Arbeitgeber nicht mit einem ernsthaften Angebot auf uns zukommt.“ ...
Ludwigsburg24 unter: Link
22.7.2025: Stellenabbau bei Bosch in Reutlingen und Kusterdingen angekündigt
... „Die heutige öffentliche Ankündigung eines möglichen Abbaus von bis zu 1.100 Stellen an den Standorten Reutlingen und Kusterdingen bis Ende 2029 übertrifft unsere Befürchtungen – sie ist ein schwerer Schock, nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die gesamte Region. ... Bosch begründet die Maßnahmen mit zunehmendem Markt- und Wettbewerbsdruck im Bereich der Steuergeräte. Vor diesem Hintergrund seien Kostensenkungen, Strukturanpassungen und eine strategische Fokussierung auf die Halbleiterproduktion notwendig. ... Bis Ende 2027 gilt ein Zukunftstarifvertrag der IG Metall für die Bosch Standorte aus dem Automobilbereich. Dieser Zukunftstarifvertag schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. „Bei dem Umfang, den die Arbeitgeberseite plant, ist ein sozialverträglicher Stellenabbau – beispielsweise über Abfindungen oder Altersteilzeit – schwer vorstellbar“, so Hülsken. Für den 23. Juli 2025, hat der Betriebsrat zu mehreren Betriebsversammlungen in die Stadthalle in Reutlingen eingeladen.
PM IG-Metall unter: Link
17.7.2025: Lieferando will 2.000 Lieferanten bis zum Jahresende entlassen, Fahrer streiken für Mindestlohn und gegen Stellenabbau, Proteste in in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt
... Hintergrund ist laut Mitteilung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Weigerung des Lieferando-Mutterkonzerns Just Eat Takeaway, über einen Tarifvertrag für die bundesweit rund 6.000 Beschäftigten zu verhandeln - darunter mehrere hundert Essenszusteller im Rhein-Main-Gebiet.
Die Gewerkschaft fordert einen Mindestlohn von 15 Euro und tarifliche Zuschläge und einen Stopp der "Schattenflotte". ... Das Kuriergeschäft werde nach und nach an Subunternehmen ausgelagert. Mehreren Beschäftigten sei gekündigt und dann von solchen Subunternehmen erneut ein Job als Fahrer zu schlechteren Konditionen angeboten worden. Die NGG forderte Lieferando auf, die Fremdvergabe an Dienstleistungsunternehmen sofort zu stoppen. Die Bundesregierung müsse zudem eine EU-Vorgabe umsetzen, die solche Praktiken unterbinde.
Unter anderem in Wiesbaden und Hamburg sollen künftig spezialisierte Logistikunternehmen die Auslieferung mit eigenen Fahrern übernehmen. Rund fünf Prozent des Liefervolumens sollen bundesweit ausgelagert werden. Zu der Forderung nach einem Tarifvertrag mit Mindestlohn teilte ein Unternehmenssprecher mit: "Eine Tarifvertragsinsel ist im gegebenen Marktumfeld unrealistischer denn je." Die direkt angestellten Fahrer würden bereits durchschnittlich mehr als 14 Euro pro Stunde verdienen. Hinzu kämen Urlaubsgeld und bezahlte Überstunden.
Quelle: hessenschau.de, dpa, Redaktion: Anja Engelke, Sendung: hr INFO, 17.07.25, 18:00 Uhr unter: Link
- SubSub statt Betriebsrat? In der Warnstreikwelle baut Lieferando rund 2.000 Fahrer:innen ab - NGG fordert Festanstellungsgebot analog der Fleischindustrie für die Lieferdienste
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17.7.2025: Tiktok-Beschäftigte protestieren gegen drohende Kündigungen im Bereich Content-Moderation
Das Unternehmen will nach Angaben der Gewerkschaft Verdi rund 150 Stellen in jener Abteilung streichen, die Inhalte in dem Netzwerk überprüft. Demnach soll diese Aufgabe künftig unter anderem mithilfe Künstlicher Intelligenz erledigt werden. Dies berge die Gefahr, dass unangemessene Inhalte nicht ausreichend erkannt würden, so Verdi. Zudem könne für aus dem Ausland stammende Beschäftigte der Verlust des Arbeitsplatzes auch deren Aufenthaltsgenehmigung gefährden. Die Gewerkschaft schloss Streiks nicht aus.
Diese Nachricht wurde am 17.07.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet unter: Link
17. Juli 2025: Eschbach: Mit Umfirmierung haben Tria Technologies und Avnet Integrated Solutions die Tarifbindung abgelegt und blockieren die Urabstimmung über Erzwingungsstreik
Die IG Metall-Mitglieder der Tria Technologies und der Avnet Integrated Solutions in Eschbach haben am 14. Juli, mit 91,5% Zustimmung beschlossen, dass sie sich ihren Tarif mit einem unbefristeten Streik zurückholen.
„Fröhliche Entschlossenheit ringsum. Am Mittwoch, 16.Juli, haben über 80 Beschäftigte sich am Streik bei Avnet/Tria in Eschbach beteiligt. Alle wissen: das Management fährt eine harte Linie gegen ihre Tarifforderungen. Und sie nehmen den Kampf an. Mit einem Demonstrationszug durch den Gewerbepark Breisgau und Zwischenkundgebungen vor den Betrieben PI micos und Cewe haben die Beschäftigten ihre Forderung unterstrichen, die Tarifbindung in der Avnet Integrated Solutions GmbH und der Tria Technologies GmbH wiederherzustellen.
Die Geschäftsleitung hat gestern Nachmittag eine Streikbruchprämie in Höhe von 200 Euro pro Tag pro Person ausgelobt. Allein damit zeigt sie aus Sicht der IG Metall, dass sie selbst sieht, dass den Beschäftigten die Streikziele sehr wichtig sind. „Während das Unternehmen gerade an vielen Stellen spart, ist dafür offenbar Geld da. Die allermeisten Beschäftigten empfinden den Versuch als kränkend oder sogar beleidigend, ihnen ihr solidarisches Engagement mit einer Streikbrecherprämie abzukaufen. ‚Wie tief kann die Geschäftsführung sinken, kommentierte ein Redner die Prämie.“ ...
weiterlesen bei Norbert Göbelsmann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Freiburg unter:
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11.7.2025: Ford Köln - Betriebsrat FORD und IG Metall informieren über Verhandlungsergebnis!
Nach dem 24StundenStreik bei Ford und Wochen der Ungewissheit konnte Benjamin Gruschka heute in der riesigen Betriebsversammlung die Ergebnisse vorstellen, nachdem gestern Nacht das US-Ford Board zugestimmt hatte. Viel Beifall zum 1 1/2 stündigen Vortrag. Ergebnisse haben für die meisten Ford-Beschäftigten die Erwartungen übertroffen. Ein komplexes Sicherheitsnetz bis 2032 für alle absehbaren Fälle von Insolvenz, Personalabbau, Betriebsübergänge wurde erkämpft. Das wird jetzt in den nächsten Wochen mit den Vertrauensleuten der IG Metall, mit der Belegschaft ausführlich diskutiert, erst Anfang September wird dann die Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis stattfinden. Sicherheitsnetz ist das positive. Im zweiten Schritt muss jetzt für Perspektiven der Ford-Werke in Köln gekämpft werden, dazu gehört auch die Ansiedlung zukunftsfähiger Betriebe auf den Teilen des Werksgeländes, die schon jetzt leer stehen.
Wittich Rossmann, Chef der IGMetall Köln-Leverkusen
Pressemitteilung der IG Metall Köln-Leverkusen
Am gestrigen Abend erreichte uns die Antwort der Konzernspitze aus den USA: Das Verhandlungsergebnis ist genehmigt. Somit kann der Verhandlungsprozess in Köln fortgeführt werden. Im ersten Schritt werden wir nun die Kolleginnen und Kollegen
mitnehmen. Auf drei Betriebsversammlungen wird die gesamte Belegschaft am heutigen Tag über die wichtigsten Inhalte aus dem Paket informiert. Die zukünftige Ausrichtung des Kölner Standortes bleibt weiter ungewiss. Die strategischen Überlegungen für Ford in Europa sind noch nicht abgeschlossen. Vor diesem Hintergrund ist das nun vereinbarte Verhandlungsergebnis ein wertvolles Sicherheitsnetz für die gesamte Belegschaft. Die Kolleginnen und Kollegen haben jetzt eine garantierte Planungssicherheit für unterschiedlichste Szenarien.
„Ein wenig Freude über den vereinbarten Mitgliederbonus gibt es in der Tarifkommission
natürlich auch“, ergänzt Kerstin D. Klein, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Köln-
Leverkusen. „Das verhandelte Gesamtpaket ist so komplex, dass wir nun einige Wochen brauchen werden, um es im Betrieb verständlich zu erklären. Wir werden die IG Metall Mitglieder über die Annahme des Verhandlungsergebnisses deshalb erst nach den Betriebsferien in einer zweiten Urabstimmung entscheiden lassen.“
Weitere Informationen: wir-bleiben-ford.de
11.7.2025: Ford Köln - Gewerkschaft und Management einigen sich
Wie Ford und die IG Metall bekanntgaben, haben sich die Tarifpartner auf Abfindungen, Altersteilzeit und einen finanziellen Schutzschirm für Rentner geeinigt. Damit sind warscheinlich die Betriebspensionen gemeint. Ford will bis Ende 2027 2.900 Arbeitsplätze streichen. Ein einziger Tag Streik, das ist mau, das sind wir von Fordlern in Köln anderes gewohnt! Nu gut. Die Tagesschau fragt: "Gibt es eine Löung für Ford Köln? Eine Lösung wird es geben. Die Frage ist nur, für wen sie Vorteile bringt.
Tagesschau.de unter: Link
[b]10.7.2025: Verhandlungen über Sozialtarifvertrag bei Thyssenkrupp wurden in der Nacht unterbrochen und seit heute mittag um 12 fortgesetzt
Gegen Widerstände und Unterdrückung, ausgehend vom Vorstand von tkSE, und auch Hetze einiger reformistischer Betriebsräte standen alle Kalt- und Warmwalzwerke und weitere Anlagen in Duisburg sowie das Werk in Dortmund stundenlang still! Besetzung von Straßen gehörte dazu – die Solidarität der Bevölkerung war voll da! Kämpferische Kollegen hatten große Verantwortung für die Mobilisierung gegen alle Widerstände übernommen. Ohne sie wäre der Dienstag nie so erfolgreich gewesen! Auch in Bochum, Gelsenkirchen und Andernach gab es Betriebsratsinfos und Proteste am Tor. Wichtig war auch der Zusammenhang zur Kriegsrüstung. Es ist doch keine Perspektive, dass die Stahlarbeiter erst ihre Arbeit verlieren und dann für die Herrschenden noch in den Krieg sollen. In Gelsenkirchen gab es am meisten Beifall, als der Betriebsratsvorsitzende ausrief „Hände weg von unserer Jugend“. ...
weiterlesen bei gw für Rote Fahne unter Link
10.7.2025: Streiks bei Zalando: Bezahlung nach Nasenprinzip, Verweigerung von Tarifverhandlungen. Beschäftigte von Zalando wehren sich zunehmend mit Streiks
Zalando ist zwar ein europäischer Versandhändler von Schuhen und Textilien, orientiert sich im Umgang mit Beschäftigtenrechten allerdings stark am US-Logistikkonzern Amazon. In dieser Woche haben Beschäftigte an den Logistikstandorten in Mönchengladbach und Erfurt deshalb für faire Arbeitsbedingungen und tarifliche Absicherung gestreikt.
Vor einem Jahr gab es bereits die ersten Arbeitskämpfe, zu denen Verdi aufgerufen hatte, ebenfalls im Frühjahr. Anlässlich des Jahrestages der ersten Streiks versammelten sich Dienstag und Mittwoch Teile der Belegschaft an den beiden Standorten, um ihre Forderungen zu untermauern. Für Mönchengladbach will die Gewerkschaft den Abschluss eines Anerkennungstarifvertrages auf der Grundlage des Flächentarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel in Nordrhein-Westfalen erreichen. Für Erfurt gilt analog die Forderung nach einem solchen Tarifvertrag, der sich an den entsprechenden Regelungen in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen orientiert. Zalando hat bisher Verhandlungen verweigert. ...
Weiterlesen bei Gudrun Giese für Junge Welt unter: Link
10.7.2025: ver.di ruft zu Streiks bei Amazon während der „Prime Week“ auf[/b
Im Konflikt um einen Tarifvertrag beim Online-Händler Amazon hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Logistikzentren diese Woche zum Streik aufgerufen. Anlass ist die aktuell von Amazon veranstaltete „Prime Week“, bei dem Prime-Abonnenten für eine begrenzte Zeit vergünstigte Artikel erwerben können. Die rund 9.000 Kolleginnen und Kollegen an den Standorten in Bad Hersfeld, Dortmund, Werne, Koblenz, Rheinberg und Leipzig werden noch bis ins kommende Wochenende hinein mit punktuell organisierten Ausständen deutlich machen, dass sie nicht bereit sind, für die Rabattschlachten des Konzerns ihre Gesundheit zu riskieren. „Die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon erhalten für die enormen Zusatzanstrengungen während der Prime Week keinerlei Wertschätzung von ihrem Arbeitgeber – stattdessen entzieht sich der Konzern einmal mehr seiner Verantwortung für die Gesundheit der Beschäftigten“, erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer am Donnerstag. ... In Deutschland verwehrt Amazon bislang jegliche Verhandlung über einen Tarifvertrag, der Löhne und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten regeln und verbessern würde. Denn trotz der Anhebung der Amazon-Stundenlöhne in den vergangenen Jahren – durchgesetzt nur mit konstantem Druck durch die Beschäftigten – bleiben die Einkommen wegen längerer Arbeitszeiten sowie niedriger oder fehlender Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld oft unter denen tarifgebundener Unternehmen.
Deshalb fordert ver.di vom Amazon die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie den Abschluss eines Tarifvertrages für ‚Gute und gesunde Arbeit‘.
PM ver.di Bundesvorstand, 10.7.2025
[b]10.7.2025: Große Beteiligung bei sächsischem Braustreik für mehr Lohn Produktion und Auslieferung stoppt
Warnstreik in der Brauwirtschaft Sachsen-Thüringen.
Eine zweite Streikwelle in den sächsischen Brauereien der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) stößt auf große Beteiligung. Seit Donnerstag früh bis einschließlich des Wochenendes sind die Beschäftigten des Freiberger Brauhauses, der Radeberger Brauerei, der Sternburg Brauerei in Leipzig und der Krostitzer Brauerei aufgerufen die Arbeit niederzulegen. Die Bierproduktion der vier Betriebe der Radeberger Gruppe ist größtenteils zum Erliegen gekommen, auch die Auslieferung ist vom Streik betroffen.
Solch einen Tarifkonflikt hat die Branche bisher noch nicht gesehen. Die Arbeitgeberseite weigert sich bisher für das Tarifgebiet Sachsen-Thüringen ein Angebot vorzulegen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für das Tarifgebiet der Brauindustrie Sachsen-Thüringen ein Lohnplus von 7%. Das derzeitige Lohniveau hinkt immer mehrere hundert Euro hinter den bundesweit üblichen Braulöhnen hinterher. Für Auszubildende soll es 100 Euro mehr geben.
„Der Osten will nicht nachrangig behandelt werden. Wir wollen einen eigenen Abschluss, der den Beschäftigten passt. Die Belegschaften produzieren normalerweise rund um die Uhr Bier. Jetzt geben sie mit dem Streik in der Tarifrunde Druck auf den Kessel. Die Radeberger Gruppe sollte die Kampfbereitschaft der Belegschaften nicht unterschätzen und als maßgeblicher Verhandlungsakteur im Tarifgebiet ihre Blockade aufgeben“, erklärt Uwe Ledwig, Verhandlungsführer der NGG Ost.
Viele Beschäftigte in Sachsen und Thüringen treibt um, dass sie über 30 Jahre nach der deutschen Einheit immer noch länger arbeiten für weniger Geld. Der Unterschied beträgt immerhin über 4000 Euro im Jahr, ohne Zuschläge.
Nächster Verhandlungstermin ist der 14. August. Auch davor kann die Arbeitgeberseite schon ein Angebot vorlegen. Weitere Arbeitsniederlegungen sind nicht ausgeschlossen und könnten in den kommenden Sommerwochen die Produktion und Lieferfähigkeit der Brauereien an Gaststätten und den Einzelhandel empfindlich stören.
PM NGG
8.7.2025: Protest nach TKS Betriebsversammlungen in Dortmund und Duisburg
„Nach Betriebsversammlungen bei Thyssenkrupp Steel in Dortmund, Duisburg, Unna kam es zu Protesten vor der Dortmunder Westfalenhütte. Die Beschäftigten fordern stärkere Mitspracherechte und eine sichere Zukunft für ihre Arbeitsplätze. Bei den Beschäftigten von Thyssenkrupp Steel in Dortmund liegen die Nerven blank. Der Vorstand fordert massive Kürzungen. Bis zu 200 Millionen Euro sollen pro Jahr eingespart werden. Bei Betriebsversammlungen in Dortmund und Duisburg haben Gewerkschaft und Betriebsrat die Beschäftigten darüber heute informiert.
Am Tag vor der 6. Verhandlungsrunde der Tarifparteien sind die Mitarbeitenden in allen zwölf Standorten von Thyssenkrupp Steel nervös. 5 nach 12 schlägt eine Glocke an der Zufahrt zur Westfalenhütte in Dortmund. Thomas Rösler hat sie aus Bochum mitgebracht. Der Dortmunder Betriebsratsvorsitzende Moritz Engels freut sich über den Krach, denn diese Betriebsversammlung soll gehört werden.
„Die Stimmung ist maximal aufgeheizt“, sagt Moritz Engels. „Wir wissen zwar, dass wir in einer wirtschaftlich unfassbar schlechten Lage sind, aber die Kollegen sind empört darüber, dass sowas an den Arbeitnehmervertretern vorbei durchgedrückt werden soll.“…“ Katja Leistenschneiderf ür WDR unter: Link
8.7.2025: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gibt in Hamburg den Startschuss für eine bundesweite Streikwelle bei Lieferando
In der Hansestadt ruft die NGG die Beschäftigten des größten deutschen Lieferdienstes an diesem Freitag 11.7.25 und Samstag 12.7.25 zu einem 36-stündigen Warnstreik auf. In den kommenden Wochen und Monaten werden weitere Warnstreiks quer durch die Republik folgen. Hintergrund ist die anhaltende Weigerung des Lieferando Mutterkonzerns Just Eat Takeaway mit der NGG in Verhandlungen über einen Tarifvertrag für die rund 6.000 Beschäftigten einzutreten. „Seit über zwei Jahren stellt sich Lieferando taub. Gerade nach der hohen Inflation der letzten Jahre ist ein Tarifvertrag mehr als überfällig“, sagt NGG-Referatsleiter Mark Baumeister. Die NGG fordert Lieferando zudem auf, den Aufbau der „Schattenflotte“ sofort auszusetzen und schon vorhandene Strukturen rückzubauen. ...
PM NGG unter: Link
8.7.2025: Daimler Truck will hierzulande bis 2030 ungefähr 5000 Stellen in Deutschland streichen
Betroffen ist die Lastwagen-Sparte des Unternehmens aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Dort gab es bis Ende 2024 noch rund 28.000 Stellen. Laut Unternehmenssprecher sollen die Stellen weitgehend über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit abgebaut werden. Aber auch gezielte Abfindungsprogramme seien möglich, hiess es. Da staunen IG Metall und Gesamtbetriebsrat. Daimler Truck hat sie über den Tisch gezogen. Während der "intensiven Verhandlungen" über ein "umfassendes Zukunftspaket" sei von Stellenabbau nicht die Rede gewesen.
NZZ unter: Link
IG-Metall, PM vom 9.5.2025, Sicherheit für die Zukunft unter: Link
8.7.2025: Amazon NRW - Prime-Day-Streik bei Amazon in Rheinberg
ver.di ruft die Beschäftigten des Amazon-Standorts in Rheinberg von Dienstagnacht (08. Juli) bis Freitagmorgen (11. Juli) zum Streik auf. Die Streikmaßnahmen finden gezielt anlässlich der anstehenden Prime Days statt, die zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr zählen. Mitten im für Amazon besonders sensiblen Verkaufszeitraum wollen die Beschäftigten ein deutliches Zeichen setzen: Ohne faire Arbeitsbedingungen kein reibungsloser Profit. ver.di fordert vom Online-Giganten die Anerkennung der Tarifverträge des Einzel- und Versandhandels in Nordrhein-Westfalen sowie einen ergänzenden Tarifvertrag, der den Beschäftigten gute und gesunde Arbeitsbedingungen garantiert. ... Wie weit die Schere zwischen Konzernspitze und Beschäftigten auseinandergeht, zeigte sich jüngst auch an den Feierlichkeiten in Venedig zur Hochzeit von Amazon-Gründer Jeff Bezos. „Für das tagelange Fest flossen Millionen von Euro. Ein dekadentes Spektakel der Superreichen, während die Beschäftigten in den Logistikzentren um faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen kämpfen“, so Schmidt weiter. ...
ver.di fordert Amazon auf, endlich Tarifverhandlungen aufzunehmen. "Die Beschäftigten haben bewiesen: Wenn ihre Arbeit nicht wertgeschätzt wird, dann muss weiterhin mit Widerstand gerechnet werden."
PM ver.di NRW
3.7.2025: Warnstreik bei der Dönerfabrik Birtat
Seit Wochen kämpfen die Beschäftigten bei Birtat in Murr bei Stuttgart für einen Tarifvertrag. Am Tag vor der vierten Verhandlungsrunde machten sie noch einmal richtig
Druck. Mehr als die Hälfte der Belegschaft folgte dem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Warnstreik. Im Mai hatte es den ersten Warnstreik
bei Birtat gegeben nachdem im September 2024 nach neun Monaten Vorbereitung ein Betriebsrat installiert worden war.
weiterlesen bei Christa Hourani für UZ unter: Link
2.7.2025: Obst- und Gemüsestreiks 2025 gestartet
Starkes Signal von den Warnstreiks in der obst- und gemüseverarbeitenden Industrie! Tolle Stimmung bei den Obst- und Gemüsestreiks Baden-Württemberg. Bisher waren die Kolleg*innen von Allos, Agrana und Refresco Grünsfeld vor dem Tor und haben ein starkes Signal für Plus 6,2 % mehr in Richtung der Arbeitgeberseite gesendet. Am 8. Juli wird weiterverhandelt!
NGG
1.7.2025: Waranstreik am 3. Juli 2025 der nichtärztlichen Beschäftigten und Auszubildenden der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT)
ver.di hat den Vorstand der MUL-CT am 26. Juni 2025 über den Warnstreik am 3. Juli 2025 informiert und eine Notdienstvereinbarung angeboten. ... Der Vorstand der MUL-CT hat den Abschluss einer Notdienstvereinbarung verweigert. Die Gewerkschaft ver.di hält sich an die einseitig zugesagten Notdienste.
Bei den Tarifverhandlungen für die rund 2.350 nichtärztlichen Beschäftigten und rund 570 Auszubildenden der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem (MUL-CT) wurde auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 23. Juni 2025 keine Tarifeinigung erzielt. Mit dem letzten Arbeitgeber-Tarifangebot vom 16. Juni 2025 soll eine Pflegefachkraft in Wechselschichtarbeit auf einer chirurgischen oder internistischen Station mit mindestens 15jähriger Berufserfahrung und Beschäftigungszeit in den 24 Monaten von Mai 2025 bis April 2027 rund 4.230 EUR weniger Entgelt erhalten, als dieser Pflegefachkraft nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) im gleichen Zeitraum zustehen würde. Dabei sind die Unterschiede bei den Zeitzuschlägen noch nicht berücksichtigt. Weiterhin soll diese Pflegefachkraft pro Kalenderjahr einen Tag weniger Zusatzurlaub für Wechselschichtarbeit und einen Tag weniger Grundurlaub als im TVöD erhalten. Dies sind pro Kalenderjahr zwei Tage weniger Urlaub, als der Pflegefachkraft in Wechselschichtarbeit nach dem TVöD zustehen würde. Auch soll sich die Wochenarbeitszeit erst ab dem 1. Januar 2026 von 39 Stunden auf 38,5 Stunden reduzieren, obwohl nach dem TVöD für die Krankenhäuser die Wochenarbeitszeit jetzt schon 38,5 Stunden beträgt.
PM ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg
27.6.2025: Mindestlohnkommission hat sich entschieden
2026 Erhöhung auf 13,90 Euro pro Stunde. Zum 1. Januar 2027 ist eine weitere Anhebung um 70 Cent auf 14,60 Euro geplant. Aktuell liegt die Lohnuntergrenze bei 12,82 Euro.
25.6.2025: Gut 2000 KollegInnen des Bremer Stahlwerks von Arcelormittal folgten dem Aufruf der IG Metall, hatten die Arbeit niedergelegt und sich vor dem Verwaltungsgebäude versammelt
Sie protestierten, weil sie zu Recht um die Zukunft ihrer rund 3000 Arbeitsplätze fürchten. Anlass war die Entscheidung von Arcelormittal, auf die Umstellung der Stahlherstellung durch Direktreduktionsverfahren in Eisenhüttenstadt und Bremen zu verzichten. „Ich fürchte, das wäre mittelfristig der Sargnagel für unser Stahlwerk. Alle anderen Stahlkonzerne in Deutschland planen die Umstellung auf ‚grünen‘ Stahl. Auf Dauer führt daran kein Weg vorbei. Das Festhalten an der Hochofenlinie bedeutet auch ein Festhalten am klimaschädlichen CO2-Ausstoß. Ich weiß, eine Umstellung kostet Arbeitsplätze, aber wir müssen ja was für die Umwelt tun. Vielleicht könnte man die Arbeitszeit für alle kürzen,“ so ein Kollege aus dem Stahlwerk. ...
gp für Rote Fahne unter Link
25.6.2025: Tariflöhne in Europa sind letztes Jahr gestiegen / Tarifbeschäftigte in Deutschland streikten im Schnitt 10 Minuten pro Jahr
Erstmals seit dem Inflationsschub des Jahres 2021 haben die Tariflöhne im vergangenen Jahr in Europa wieder deutlich Boden gut gemacht: Besonders hohe Kaufkraftgewinne gab es in Österreich (5,4 %), Portugal (4,5 %) und der Slowakei (3,8 %). In Deutschland lag der inflationsbereinigte Zuwachs bei 2,8 Prozent. Mit Ausnahme von Portugal liegen die Tariflöhne in allen Ländern mit verfügbaren Daten nach Abzug der Inflation noch unterhalb des Niveaus des Jahres 2020. Besonders drastisch sind die Verluste in Tschechien (?11,4 %), Italien (-9,1 %) und Spanien (-5,6 %). In Deutschland beträgt der Rückstand gegenüber dem Jahr 2020 noch 4,7 Prozent. Wenn der Tarifindex des Statistischen Bundesamtes verwendet wird, ergibt sich aufgrund methodischer Unterschiede sogar eine Lücke von 7,8 Prozent (inklusive Sonderzahlungen) bzw. von fast 10 Prozent (ohne Sonderzahlungen).
Erfolge wurden von den Gewerkschaften teilweise hart erkämpft: Die vergangenen beiden Jahre waren in Europa ausgesprochen streikreich. ... deutliche Zunahme des Arbeitskampfvolumens in den Jahren 2023 und 2024 – und zwar selbst in Ländern wie Österreich, in denen ansonsten kaum gestreikt wird. Deutschland liegt mit einem Streikaufkommen von jährlich 21 Ausfalltagen pro 1.000 Beschäftigten gemeinsam mit den Niederlanden im europäischen Mittelfeld. Umgerechnet auf einzelne Beschäftigte bedeutet dies, dass die Deutschen durchschnittlich 10 Minuten pro Jahr streiken – also in etwa so lange, wie eine Kaffeepause dauert. ...
weiterlesen bei Hans Böckler Pressemitteilung unter: Link
25.6.2025: Bemerkenswerte Rede auf Betriebsversammlung beim Mercedes-Benz Werk in Hamburg
Auf der Betriebsversammlung sprach Sven Vaith, hier einige Ausschnitte: "
"Ich bin Sven Vaith und arbeite in Halle 12 an der iSG Montage.
Wir sind heute hier in einer Zeit, in der die Arbeitsplatzvernichtung in der Automobil – und Zulieferindustrie zur bitteren Normalität geworden ist. Während die Konzernspitzen Milliardengewinne einfahren und Aktionäre sich ansteigenden Dividenden erfreuen, geht es uns an die Substanz. Die ersten, die immer dran glauben müssen, sind unsere Leiharbeiter-Kollegen, die genauso hart schuften wie wir, aber mit weniger Rechten, weniger Sicherheit und zum Teil weniger Lohn. ...
Im Mercedes Werk Hamburg haben wir einen hohen Altersdurchschnitt in der Belegschaft. Wir
brauchen diese Übernahmen (der Leiharbeiter), denn in den nächsten Jahren gehen viele von uns in Rente. Wenn diese Stellen nicht 1:1 nachbesetzt werden, bedeutet das nur eins: weiteren Stellenabbau und die Anzahl der Arbeitsplätze wurden hier in den letzten Jahren schon enorm reduziert. Und wer glaubt, das sei unvermeidbar, der soll mir erklären, warum die Produktivität in der Industrie seit den 90ern fast verdoppelt wurde – unser Lohn aber nicht.
Während wir jeden Tag unsere Leistung bringen, wird unser Anteil am Kuchen immer kleiner. Und was macht der Konzern? Er setzt auf Profitmaximierung – koste es, was es wolle. Doch diese Gier hat Folgen: Sie macht die Klassen-Spaltung der Gesellschaft immer deutlicher. Immer mehr Menschen werden abgehängt, während eine kleine Elite sich die Taschen vollmacht. Viele Unternehmen, in der Metall– und Elektroindustrie, wollen jetzt vom Rüstungswahnsinn profitieren – finanziert mit unseren Steuergeldern! Geld, das stattdessen in Arbeitszeitverkürzung, in ein gutes Gesundheitssystem, in Schulen und Kitas fließen könnte. ...
Die Friedensbewegung und die Klimagerechtigkeitsbewegung kämpfen bereits für eine andere Zukunft. Und wir? Wir müssen uns anschließen! Denn eine echte Zukunft für die Autoindustrie heißt: weg vom individualisierten Luxuskarossen-Wahnsinn, hin zu sinnvollen Produkten wie ÖPNV-Lösungen und Straßenbahnen. Jede Vernunft spricht dafür – nur die Kapitalisten - Interessen dagegen. Es heißt immer, die Zeiten seien schlecht. Doch nicht die Zeiten sind schlecht – die Machtverhältnisse sind es!..."
Komplette Rede von Sven Vaith als pdf bei Labournet.de unter Link
25.6.2025: Weniger als Mindestlohn für nichtdeutsche SaisonarbeiterInnen in der Landwirtschaft?
Der Agrarminister Rainer von der CSU kann sich vorstellen, dem Vorschlag des Bauernpräsidents Rukwied zu folgen und nur noch 80% des Mindestlohns zu zahlen. Für Arbeitsministerin Bas (SPD) ist das falsch. Eine Sprecherin ihres Ministeriums sagte am Mittwoch: Die Zahlung eines geringeren Lohns für Saisonarbeitskräfte „wäre eine unzulässige Diskriminierung sowohl nach europäischem als auch nach nationalem Recht“. Ausserdem sei der Mindestlohn eine "absolute Untergrenze" und "gilt branchenübergreifend."
... migazin.de unter: Link
23.6.2025: NGG ruft zu flächendeckenden Warnstreiks in den baden-württembergischen Brauereien auf
Heute haben die Beschäftigten der Brauerei Ganter in Freiburg ab 06.00 Uhr die Arbeit für vier Stunden niedergelegt - für faire Entgelte, Respekt und eine Anerkennung ihrer Leistung. Am vergangenen Mittwoch war bereits die Belegschaft der Fürstenberg-Brauerei in Donaue-schingen in einen Warnstreik getreten.
„Kein Angebot. Kein Cent. Kein Signal der Wertschätzung – das ist das Ergebnis von zwei Verhandlungsrunden seit Mai. Wer so mit seinen Fachkräften umgeht, darf sich nicht wun-dern, wenn die Stimmung kippt. Die Beschäftigten sind bereit, sich Gehör zu verschaffen!“, erklärt Burkhard Siebert, Geschäftsführer der NGG-Region Schwarzwald-Hochrhein.
Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Runde erneut kein Angebot vorgelegt – eine absolu-te Nullnummer. ...
Die NGG fordert:
• +6?% mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten
• +150?€ mehr für Auszubildende
• einen Mobilitätszuschuss für Azubis in Höhe von 58?€ monatlich
PM NGG unter: Link
24.6.2025: Keine Einigung in dritter Verhandlung Brotindustrie BaWü und Hessen
Die dritte Tarifverhandlung für die Beschäftigten in der Brot- und Backwarenindustrie in Baden-Württemberg und Hessen ist am Montag (23. Juni) erneut ergebnislos vertagt worden. Trotz konkreter Vorschläge und Entgegenkommen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zeigte sich der Verband Deutscher Großbäckereien nicht bereit, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Die Verhandlungen sollen nun am 29. Juli 2025 fortgesetzt werden. ... Die NGG fordert 6,5?Prozent mehr Geld, 100 Euro mehr für Auszubildende sowie die Fortführung der tariflichen Übernahmeregelung. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber bleibt davon weit entfernt.
In Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Berlin oder Brandenburg liegen die Löhne bereits heute deutlich über dem, was in Hessen und Baden-Württemberg gezahlt wird“, erklärt Münchow. „Und das, obwohl die Lebenshaltungskosten hier mit am höchsten sind. Wer hier von fairer Bezahlung und der Attraktivität der Berufe spricht, muss endlich handeln.“
Zum Vergleich: Ein ausgebildeter Bäcker (Geselle) verdient in der Brot- und Backwarenindustrie in Schleswig-Holstein bereits heute 23,45?Euro pro Stunde – in Baden-Württemberg sind es 22,75?Euro. Das entspricht einem Lohnunterschied von rund 3?Prozent.
Diese Ungleichbehandlung – teilweise im selben Konzern, wie bspw. bei Lieken – kann man keinem Beschäftigten erklären. ...
Die NGG fordert weiterhin:
plus 6,5?Prozent mehr Lohn bei 12 Monaten Laufzeit
plus 100?Euro für Auszubildende
Fortführung der tariflichen Übernahmeregelung
Zum Tarifgebiet gehören:
Baden-Württemberg: Lieken Bietigheim-Bissingen und Crailsheim
Hessen: Glockenbrot Frankfurt und Erlenbacher Backwaren Groß-Gerau
PM NGG unter: Link
18.6.2025: Transparent-Aktion gegen Arbeitszeitverlängerung bei Mercedes in Bremen
Am 18.6.25 wurden Kolleginnen und Kollegen im Mercedes Werk Bremen aktiv und hingen ein 12 Meter Transparent aus dem Fenster der Halle 9. Auf den Transparent stand in großer Schrift
UNSERE ANTWORT AN DIE BUNDESREGIERUNG
HÄNDE WEG VON DER ARBEITSZEIT.
7 STUNDEN AN 5 TAGEN/WOCHE – SONST STREIK
15.6.2025: 300 LeiharbeiterInnen haben bei VW in Hannover die Arbeit niedergelegt
Am letzten Freitag (zwei Wochen vor Vertragsende!) ließ die Personalabteilung die Katze aus dem Sack, welche 150 Kollegen eine weitere Verlängerung bis 30. September erhalten, und welche endgültig arbeitslos werden. Und das per E-Mail, kurz nach 19 Uhr. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Einige verließen nach dem Entlassungsschock den Arbeitsplatz und gingen nach Hause.
Die Produktion stockte in der ganzen Endmontage. Eine Montagelinie stand fast durchgehend von 19.15 bis zur folgenden Pause um 20.00. Eine größere Gruppe verlangte Aufklärung vom Meister, warum von ihrem Band kein einziger verlängert wurde. Die meisten Stammwerker unterstützten die entlassenen Kollegen, arbeiteten überwiegend auch nicht weiter, standen mit den Betroffenen zusammen, trösteten, stützten sich gegenseitig. Sie nahmen die Arbeit auch nicht wieder auf, als der Schichtleiter sie aufforderte. 15 bis 20 Kollegen, darunter mehrere Stammwerker und Vertrauensleute der IG Metall, protestierten in der Pause bei der Schichtleitung gegen die Entlassungen und die Behandlung der Kollegen.
Als sich die mutige Arbeitsniederlegung herumsprach, wurde das vielfach begrüßt. „Endlich wehrt sich mal jemand“ sagten und dachten viele. Genau! Selbständige und gewerkschaftliche Streiks sind die richtige Antwort gegen die Abwälzung der Krise auf die Belegschaften und die damit einhergehende Stimmung, man könne nichts machen. In Hannover schürt VW seit Monaten Verunsicherung über die Zukunft des Werks, um zu lähmen und auf Verzicht einzuschwören. Zurückgehende Produktionszahlen bei E-Modellen werden als Begründung für immer neue Angriffe angeführt. Pausenzeiten sollen gekürzt, einzelne Bereiche ausgelagert, hunderte Kollegen versetzt werden. Dieser Streik stärkte das Selbstbewusstsein. „Die stellen uns hin wie Kostenfaktoren, dabei schaffen wir die Kohle ran, die sie sich einsacken“ sagte einer zum Feierabend in der Waschkaue.
Kommenden Montag soll der Protest fortgesetzt werden.
Korrespondenten-Bericht vom 15.06.2025 in den Rote-Fahne-News unter: Link
7.6.2025: Nach 48 Tagen Streik bei Charité-Servicetochter: Angleichung an Entgelte des öffentlichen Dienstes bis 2030
Sie machen die Betten, halten die Stationen sauber, kochen 4.500 Mahlzeiten pro Tag, sorgen für die Instandhaltung des technischen Geräts und, und, und. Kurzum, sie halten den Betrieb des größten deutschen Universitätsklinikums am Laufen: die Beschäftigten der Charité Facility Management GmbH (CFM) in Berlin. Und seit 20 Jahren kämpfen sie für gleichen Lohn für gleiche Arbeit. In der Nacht zu Freitag sind sie ihm wieder ein Stück näher gekommen. Bis Ende 2030 soll die Lücke zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) geschlossen werden. Die 3.500 Beschäftigten der CFM sollen dann zu hundert Prozent den Entgelttariftabellen des TVöD zugeordnet sein. Das bedeutet ein Plus von 300 bis 800 Euro je nach Berufszweig, erläuterte Sascha Kraft, Betriebsrat der CFM, am Freitag gegenüber jW. Die Geringverdiener erhalten demnach den größten Zuwachs. Außerdem sei eine Dynamisierung erreicht worden, das heißt, wird der TVöD 2027 wieder angehoben, wirkt sich das auch auf die CFM-Entgelte aus. ...
Susanne Knütter für Junge Welt unter: Link
6.6.2025: IG Metall warnt vor möglichem Abbau von bis zu 20.000 Stellen bei ThyssenKrupp
Dirk Schulte, Personalvorstand von Thyssenkrupp Steel Europe, sagte gegenüber der „West-
deutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ), dass man am angekündigten Abbau von 11.000 Stellen festhalten wolle und mit der IG Metall über einen Sozialplan verhandeln wolle.
6.6.2025: Geschäftsführung der Charité Facility Management (CFM) bleibt stur
Am vergangenen Sonntag kündigte sie die Notdienstvereinbarung und versuchte so, das Streikrecht der Beschäftigten zu beschneiden. Die Notdienstvereinbarung war Ergebnis langer Verhandlungen zwischen CFM-Geschäftsführung und ver.di gewesen. Sie war die Grundlage für die vergangenen Streikwochen um bei den CFM- Beschäftigten, die eine Servicetochter der Berliner Universitätsklinik Charité ist, eine Angleichung zum TVöD zu erreichen. Im Unterschied zum Tarifvertrag Öffentlicher Dienst liegt der Unterschied in der Bezahlung zu den Beschäftigten bei der Charité bei bis zu 700 Euro pro Monat.
4.6.2025: „Nicht die Zeiten sind schlecht, sondern die Machtverhältnisse“: Gemeineigentum ist keine Utopie
Rede von Thorsten Donnermeier, Vertrauensmann bei VW Kassel, bei einer Betriebsversammlung am 4.Juni 2025. „Kolleginnen und Kollegen,
Leiharbeiter sollen hier bei VW weggeputzt werden wie tote Fliegen von der Fensterscheibe. 35.000 Stellen sollen bei VW abgebaut werden. Arbeitsplatzvernichtung ist in der Automobil- und Zulieferindustrie an der Tagesordnung, mit dramatischen Folgen für die Regionen. Was die Deindustrialisierung bedeutet, kennen wir noch aus der Nachwendezeit in den neuen Bundesländern. Da wachsen Bäume aus den Häusern.
Die Kapitalrendite ist heilig, und um sie hochzuhalten, geht es uns ans Leder. Was passiert mit den Reichtümern, welche wir mit unserer Hände Arbeit erwirtschaftet haben? Einen unsinnigen Tunnel möchte Herr Porsche bei Salzburg bauen lassen, damit er es bequemer hat beim Autofahren, hin zu seiner Villa.
Kolleginnen und Kollegen, wie viele Leiharbeiter und Befristete könnten mit diesem Geld weiter beschäftigt werden? Wie viele Stellen könnte man mit den Profiten der Eigentümerfamilien durch die Arbeitszeitverkürzung erhalten? Der eine baut sich einen Privattunnel und die anderen stehen ohne Arbeit da und müssen um ihre Existenz fürchten. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Hier wird deutlich, dass diese Eigentumsformen an Produktionsmitteln uns schaden. ...
Weiterlesen bei Labournet unter: Link
24.5.2025: Kein Lohn bei Krankheit: Das Modeunternehmen Zara verweigert Lohnfortzahlung
"... Keine Lohnfortzahlung aufgrund von mehr als sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit, wenn es sich doch um verschiedene Krankschreibungen im Verlaufe eines Jahres handelt? »Der Lohn wird nach den sechs Wochen verweigert, da man von einem sogenannten einheitlichen Verhinderungsfall ausgeht. Das bedeutet, dass Zara davon ausgeht, dass sämtliche Diagnosen anrechenbar sind – auch wenn nachgewiesen wurde, dass dies eindeutig nicht der Fall ist«, sagt Dominik Datz dem Autor. Er ist als Gewerkschaftssekretär bei ver.di für den Bereich Handel in München zuständig. Begonnen hat Zara mit dieser Vorgehensweise laut Datz etwa im Dezember 2024. Die Personalabteilung von Zara zählt alle Krankheitstage zusammen und kehrt die Beweislast um (...) Aber die verweigerte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird nicht hingenommen: »Es wehren sich alle und klagen den Lohn ein. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, an sein Geld zu kommen«, so Gewerkschaftssekretär Datz – die für Gewerkschaftsmitglieder kostenfreie ver.di-Rechtsabteilung sei schon dran: »Es wird sehr viele Arbeitsgerichtsprozesse geben«..."
Artikel von Gaston Kirsche in express – Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit 5/2025 unter Link
21.5.2025: Hauptversammlung 2025 der Porsche AG - Katastrophale Klimabilanz und klimafeindliches Lobbying: Gegenantrag der kritischen Aktionärinnen und Aktionäre
... Zu TOP 3: Entlastung der Mitglieder des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024
Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre beantragt, den Mitgliedern des Vorstands die Entlastung zu verweigern.
Begründung:
Der Vorstand der Porsche AG kommt weiterhin nicht hinreichend seiner Verantwortung nach, wirksame Maßnahmen für den Klimaschutz umzusetzen. ... Allein die 2024 produzierten Porsche-Fahrzeuge werden für über 13 Millionen t CO? sorgen, bei durchschnittlicher Nutzungsdauer. Dies sind mit Abstand die größten Emissionen in Porsches Klimabilanz. Leider gibt Porsche keinen Wert für 2023 an, sodass nicht nachvollziehbar ist, ob die Klimabilanz nun verbessert oder verschlechtert worden ist. ... Beim Festhalten am Verbrennungsmotor ist insbesondere das Verhalten des Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume kritisch zu sehen. Nicht nur seine viel kritisierte Doppelrolle als CEO von Volkswagen und Porsche, sondern auch seine führende Position im Verband der Automobilindustrie (VDA) steht im Widerspruch zu den eigens proklamierten Klimazielen. Unter Mitwirkung von Oliver Blume hat der VDA aktiv Lobbyarbeit betrieben, um wichtige klimapolitische Regulierungen zu verzögern oder zu verwässern. Dazu gehören Bemühungen zur Verschiebung von Grenzwerten, zur Aufweichung des beschlossenen Endes für Neuzulassungen von Verbrennerfahrzeugen bis 2035 und zur Aussetzung möglicher Strafzahlungen bei Nichteinhaltung von Umweltauflagen.
Weiterlesen bei kritische Aktionaere unter: Link
19.5.2025: Ford Belegschaft hat bewiesen: „Wir können Streik!“
„Mit einem eindrucksvollen Tagesstreik bewies die Kölner Ford-Belegschaft am vergangenen Mittwoch, dass sie fest hinter ihrer Verhandlungskommission steht. „Dies führte dazu, dass die Geschäftsführung in den Gesprächen seit Donnerstag weit genug auf uns zu gekommen ist, dass wir weiteren Verhandlungen einen angemessenen Raum geben wollen“, gibt Kerstin D. Klein als IG Metall-Verhandlungsführerin bekannt. Benjamin Gruschka, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Ford Werke ergänzt: „Wir konnten uns mit der deutschen Geschäftsführung auf einige Eckpunkte für weitere Verhandlungen verständigen. Dafür braucht es an der ein oder anderen Stelle nun eine Zustimmung aus der Konzernzentrale in den USA. Bis hier eine Rückmeldung vorliegt, werden wir in Arbeitsgruppen weitere Details ausarbeiten.“ „Sollte die US-Geschäftsführung bereit sein, den eingeschlagenen Weg mit zugehen, werden wir die Verhandlungen fortsetzen, wenn nicht, werden wir den Druck auf die Arbeitgeberseite weiter erhöhen müssen“, mahnt Frank Koch, Vertrauenskörperleiter Ford FCSD. „Wir werden dann die Streiks fortsetzen und ausweiten.“
Pressemitteilung der IG Metall Köln-Leverkusen vom 19. Mai 2025
19.5.2025: Kämpferische Rede von Tobi Rosswog auf der BMW Hauptversammlung über Konversion, Vergesellschaftung und den Umbau der Auto- zur Mobilitätsindustrie
Liebe Susanne, lieber Stefan, lieber Oliver, liebe Freund*innen und Aktionär*innen von BMW, einen wunderschönen Tag!
Ich heisse Tobi Rosswog und komme aus der VerkehrsWendestadt Wolfsburg, die einige von euch noch als Autostadt bekannt sein mag. Mit kämpferischen Kolleg*innen vom Band und aus dem Büro haben wir in den letzten Jahren über 100 bunte und spektakuläre Aktionen gemacht unter dem Motto “VW steht für VerkehrsWende”, um den automobilen Konsens aufzubrechen. Bisher war ich auf VW und Porsche Hauptversammlungen. Heute bin ich bei BMW. Vielleicht steht das ja bald für die bayerischen Mobilitäts-Werke? ... Beginnen wir kurz mit der ökologischen Katastrophe: Am 3. Mai – vor rund einer Woche – war der deutsche „Erdüberlastungstag“. Wir haben alle unsere in Deutschland zur Verfügung stehenden Ressourcen bereits aufgebraucht. Damit leben wir über unsere ökologischen Grenzen. 49 Millionen zugelassene Autos in Deutschland tragen dazu maßgeblich bei. Und das egal welcher Antriebsart. Das System Auto ist das Problem. Jeden Tag 8-9 tote, über 1000 Verletzte. Allein in Deutschland. Stellen wir uns vor ein anderes Verkehrsmittel wäre so dramatisch gefährlich. Es würde direkt verboten werden. Aber im Autoland Deutschland mit VW, Daimler und eben auch BMW nicht. ...
Weiterlesen bei Untergrund Blättle unter: Link
17.5.2025: Keine Verluste, sondern nur Gewinneinbußen bei VW - Volkswagen schüttet 3,2 Milliarden Euro (!) an die Aktionäre aus
Flugblatt von VW Arbeitern aus Kassel, Wolhsburg und Sachsen Bei Labournet.de unter:
Link
16.5.2025: „Eigentümer der Volkswagen AG bekommen den Bauch nicht voll genug“: Rede von
Markus Dufner auf der virtuellen Hauptversammlung der Volkswagen AG
Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat der Volkswagen AG,
mein Name ist Markus Dufner. Ich bin Geschäftsführer des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre. Mit unseren 30 Mitgliedsorganisationen sowie Kooperationspartnern aus den Bereichen Umwelt und Menschenrechte repräsentieren wir einen Teil der Zivilgesellschaft. Zudem ist der Dachverband Mitglied der Klimaallianz Deutschland mit 155 Mitgliedsorganisationen. ... Ich beginne mit TOP 2, Verwendung des Bilanzgewinns.
Herr Blume und Herr Pötsch: Ihr Dividendenvorschlag von 6,36 Euro pro Vorzugsaktie und 6,30 Euro je Stückaktie ist eine Frechheit. Das ist nicht nur sozial und ökologisch unverantwortlich, es untergräbt schlicht alle Bemühungen, Volkswagen aus der Krise zu führen. Dieser Dividendenvorschlag lässt eigentlich nur zwei Schlüsse zu: Entweder ist die Krise bei Volkswagen doch nicht so groß, wie vom Vorstand und von Teilen des Aufsichtsrats öffentlich kommuniziert wird. Oder beide Gremien ziehen nicht die richtigen Schlüsse aus der eigenen Problemanalyse.
Wir müssen uns wirklich die Augen reiben: Während in der Berichterstattung die Wörter „Krise“ und „Volkswagen“ nicht mehr zu trennen sind, Gewinne einbrechen, die Beschäftigten auf Lohnerhöhungen verzichten und die Werke in Dresden und Osnabrück geschlossen werden sollen, halten es Vorstand und Aufsichtsrat für angemessen, über drei Milliarden Euro als Dividende auszuschütten, anstatt diesen Betrag in die Zukunft des Unternehmens und seiner Belegschaft zu investieren. ...
Wir können diesem – ja unverschämten – Dividendenvorschlag daher nicht zustimmen. Sie, geehrte Aktionärinnen und Aktionäre fordern wir auf, diesem Vorschlag ebenfalls nicht zuzustimmen. ...
weiterlesen bei Kritische Aktionäre unter: Link
14.5.2025: Solidarität mit dem Streik bei Ford!
Entwicklung und Produktion neuer klimagerechter Verkehrsmittel unter Kontrolle der Belegschaft
„Mit 93,5% Ja-Stimmen haben die stimmberechtigten Mitglieder der IG Metall in einer Urabstimmung bei Ford in Köln für einen Arbeitskampf gestimmt, um die Forderungen zu einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Belegschaft kampfbereit ist. Hintergrund ist die prekäre Lage des Betriebes mit seinen heute 11.800 Beschäftigten. Vor der Pandemie arbeiteten dort 20.000 Kolleg*innen. Ford hat bereits angekündigt, weitere 2900 Arbeitsplätze abzubauen. Es ist offensichtlich, dass es nicht “nur” um diese Jobs geht, auch nicht um 1000 weitere, sondern dass der Bestand des gesamten Werkes gefährdet ist. Der bereits erfolgte Abbau in der Produktentwicklung – 1700 von 4000 Stellen wurden gestrichen, 600 weitere Kolleg*innen sollen gehen – führt dazu, dass Ford Köln nicht mehr in der Lage ist, eigene Produkte zu entwickeln. Die Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften, in der Betriebsratsmitglieder und Vertrauensleute, Metallerinnen und Metaller aktiv sind, unterstützt den Kampf bei Ford. Ein Sozialtarifvertrag ist allerdings nichts anderes als ein tariflich vereinbarter Sozialplan: Die Arbeitsplätze wären futsch, aber über einen Streik kann eine höhere Abfindung durchgesetzt werden. (…) Wenn Ford – wie viele andere Unternehmen – Arbeitsplätze streicht, verlagert oder wegrationalisiert, wenn ganze Werke geschlossen werden, dann brauchen wir andere Ziele:
– Alle Beschäftigten sollen bleiben!
– Kein Werk darf geschlossen werden. Wenn die Unternehmen es nicht mehr betreiben wollen, muss es entschädigungslos enteignet werden (§ 2 der IG Metall Satzung).
– Entwicklung und Produktion neuer klimagerechter Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen unter Kontrolle der Beschäftigten. Damit käme auch unsere Gewerkschaft wieder aus der Defensive raus. Die IG Metall sollte den Streik bei Ford zum Ausgangspunkt nehmen, um den Widerstand gegen Schließungen und Abbau überall zu bündeln.“
Erklärung der Vernetzung für Kämpferische Gewerkschaften VKG vom 14. Mai 2025
14.5.2025: Tagesstreik bei Ford
Mit einem eindrucksvollen Tagesstreik bewies die Kölner Ford-Belegschaft am vergangenen Mittwoch, dass sie fest hinter ihrer Verhandlungskommission steht. ... „ Wir konnten uns mit der deutschen Geschäftsführung auf einige Eckpunkte für weitere Verhandlungen verständigen“, erklärt Benjamin Gruschka, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Ford Werke. „Dafür braucht es an der ein oder anderen Stelle nun eine Zustimmung aus der Konzernzentrale in den USA. Bis hier eine Rückmeldung vorliegt, werden wir in Arbeitsgruppen weitere Details ausarbeiten.“
„Sollte die US-Geschäftsführung bereit sein, den eingeschlagenen Weg mitzugehen, werden wir die Verhandlungen fortsetzen, wenn nicht, werden wir den Druck auf die Arbeitgeberseite weiter erhöhen müssen“, mahnt Frank Koch, IG Metall-Vertrauenskörperleiter Ford FCSD. „Wir werden dann die Streiks fortsetzen und ausweiten.“
„Dazu sind wir jederzeit bereit, denn die vergangenen Wochen und Monate haben uns bewiesen, dass die gesamte Belegschaft in allen Unternehmensbereichen bereit ist, mitzuziehen. Der vergangene Mittwoch hat eindrucksvoll gezeigt: Wir können Streik!“, sagt David Lüdtke, Vertrauenskörperleiter Ford Niehl/Merkenich. „Wir haben außerdem so viel solidarische Unterstützung aus ganz Deutschland und auch international erfahren, das hat uns alle sehr berührt und bestärkt. Wir sind sehr dankbar dafür, denn solche Auseinandersetzungen gewinnt man nie allein! Deshalb senden wir solidarische Grüße an die Kolleginnen und Kollegen von HKM in Duisburg, die sich nun ebenfalls in einer harten Auseinandersetzung um einen Sozialtarifvertrag befinden. Bleibt entschlossen, bleibt stark, wir werden euch zur Seite stehen!“
24-Stunden-Streik: Produktion stand komplett
Mit dem 24-Stunden-Streik machten die 11 500 Beschäftigten Druck auf das Management. Sie fordern einen Sozialtarifvertrag mit fairen Abfindungen, Transfermaßnahmen und einen Insolvenzschutz. Das Ford-Management hatte angekündigt, bis Ende 2027 erneut 2900 Arbeitsplätze abbauen zu wollen – dabei ist der letzte Personalabbau nicht einmal abgeschlossen.
„Wir bleiben Ford!“
Es geht um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze: Seit dem 27. März laufen am Kölner Standort die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag. ...
Aktuelle Nachrichten, Hintergründe, Fotos und Videos: .wir-bleiben-ford.de
12.05.2025: Tesla mahnt reihenweise Beschäftigte ab, jetzt auch die IG Metall
Die Werkleitung in der Gigafactory Grünheide will die Produktion mit dem neuen Model Y zu neuen Rekorden treiben – aber nicht mit mehr, sondern mit weniger Personal. Die Forderung großer Teile der Belegschaft nach Entlastung trifft Tesla scheinbar an einem wunden Punkt. Statt auf über 3.000 Beschäftigte einzugehen, die trotz aller Einschüchterungsversuche eine Petition für kurze Entlastungspausen unterschrieben haben, setzt das Tesla-Management weiter auf Abmahnungen. Dieses Mal gegen die IG Metall.
Im Spätsommer und Herbst 2024 waren die Klagen über die hohe Arbeitsbelastung bei der IG Metall auf einem Höhepunkt. Eine Umfrage der Aktiven im Werk, an der sich 1.200 Beschäftigte beteiligten, zeigte ein klares Bild: Über 80 Prozent gaben an, überlastet zu sein. Nur 10 Prozent konnten sich vorstellen, die Belastung bis zur Rente aushalten zu können. Mit Hochlauf der Produktion des neuen Model Y könnte sich die Situation noch einmal verschärfen. Wurden zu Hochzeiten im vergangenen Jahr noch rund 5.000 Fahrzeuge pro Woche mit etwas über 12.500 Beschäftigten produziert, wird nun mit rund 10 Prozent weniger Beschäftigten die Marke von 7.500 Fahrzeugen in der Woche angepeilt. ...
Weiterlesen bei IG Metall Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen unter: Link
9.5.2025: Urabstimmung bei Ford in Köln: 93,5 Prozent für Streik, um die Forderungen zu einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen
„Mit 93,5 Prozent Ja-Stimmen haben die stimmberechtigten IG Metall-Mitglieder in einer Urabstimmung bei Ford in Köln für einen Arbeitskampf gestimmt, um die Forderungen zu einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen.
Das Votum ist eindeutig: Mit 93,5 Prozent Ja-Stimmen haben die stimmberechtigten IG Metall-Mitglieder in einer Urabstimmung bei Ford in Köln für einen Arbeitskampf gestimmt, um die Forderungen zu einem Sozialtarifvertrag durchzusetzen. Das erforderliche Quorum von 75 Prozent wurde damit klar übertroffen. Die Wahlbeteiligung lag bei 95,7 Prozent.
Eine deutliche Botschaft an die Verhandler auf beiden Seiten. Die Zeichen stehen auf Streik. „Wir sind entschlossen, diesen Auftrag der Kolleginnen und Kollegen umzusetzen. Ford muss sich jetzt bewegen – sonst ziehen wir das durch“, sagt Kerstin D. Klein, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Köln-Leverkusen zum Ergebnis der Urabstimmung. „Außerdem sollte Ford spätestens jetzt klar sein, dass ein reeller Schaden auch für das Nutzfahrzeuggeschäft in Europa eintreten kann – ganz zu schweigen von dem Imageverlust, den das für Ford bedeuten würde“, so Klein weiter.
Bundesweit gibt es große Solidarität – viele Betriebsräte großer und kleiner Unternehmen haben ihre Unterstützung bekundet (…)
Zeichen stehen auf Streik
Die Verhandlungen sind jetzt erstmal ausgesetzt, bis der Arbeitgeber ein abschlussfähiges Angebot vorlegt. Nun wird kurzfristig entschieden, in welchem Umfang und in welchen Bereichen Streikmaßnahmen beginnen. Die Beschäftigten werden rechtzeitig über alle notwendigen Schritte informiert…“
9.5.25, IG Metall
6.5.2025: Streik an der Charité seit 13 Tagen geht noch bis zum 8. Mai
Streikgeld-Unterstützung nötig! Bürgermeister Wegner will gleiche Löhne für die CFM... prüfen.
siehe labournet.de unter: Link
5.5.2025: Fresenius Health Services Betriebstechnik-Nord GmbH: Psychoterror, Abmahnungen und Hausbesuche bei (unbefristet) Streikenden statt Tarifvertrag
Link
5.-7.5: Urabstimmung bei Ford Köln
Nachdem die Arbeitgeber die Aufgabe des Kündigungsschutzes (!) gefordert haben, stimmte der Vorstand der IG Metall dem Antrag der Tarifkommission auf Urabstimmung zu. Die Urabstimmung ist nun eingeleitet. Die Stimmabgaben werden in der kommenden Woche vom 5.-7. Mai an den Werkstoren gesammelt. Solidarität kann auch durch Teilnahme an der Maikundgebung gezeigt werden.
24.4.2025: Unbefristeter Streik bei Fresenius-Kliniken Nord: Verdi fordert Tarifvertrag
Beschäftigte mehrerer Fresenius-Kliniken in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern streiken unbefristet. Verdi fordert einen einheitlichen Tarifvertrag – insbesondere in der Medizin- und Betriebstechnik. Fresenius lehnt ab und verweist auf marktübliche Löhne. Der Vorwurf: psychischer Druck statt Verhandlungen. ... Streikende berichten von arbeitsrechtlichen Drohungen und Hausbesuchen. Fresenius weist die Notwendigkeit eines Tarifvertrags zurück. Man zahle marktgerecht und überprüfe Gehälter regelmäßig. Zu den Vorwürfen äußerte sich der Konzern nicht. Betroffen sind unter anderem die Klinikstandorte in Damp, Schönhagen, Schleswig, Schwerin und Leetzen. Die Verdi-Tarifkommission zeigt sich entschlossen, den Arbeitskampf fortzusetzen – für gerechte und transparente Beschäftigungsbedingungen im Konzern.
16.4.2025: ver.di reicht Klage gegen Süddeutsche Zeitung ein: Inakzeptable Vertragsklauseln für freie JournalistInnen zu Urheberrechten und KI-Nutzung
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben gemeinsam eine Klage gegen den Verlag der Süddeutschen Zeitung eingereicht. „Die Süddeutsche Zeitung fordert von freien Journalistinnen und Journalisten eine vollständige Weiterverwendung ihrer journalistischen Beiträge in KI-Tools, ohne dass diese dazu gehört werden oder auf die weiteren von KI bearbeiteten Ausgaben noch Einfluss haben können. Das ist inakzeptabel. Deswegen gehen wir dagegen gerichtlich vor“, erklärte Christoph Schmitz-Dethlefsen, für Medien zuständiges Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Die beiden Gewerkschaften beklagen verschiedene Klauseln inakzeptabler oder intransparenter Urheberrechtsbestimmungen sowie überzogene Regelungen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in den Verträgen, deren Abschluss durch sogenannte Autorenrechte-Briefe vom Verlag den Freien zwingend abverlangt werden. ...
Ziel der eingereichten Klage ist die Klärung, welche korrekten Vertragsgrundlagen für den Journalismus in Zusammenarbeit von Freien und Verlagen bestehen können.
PM ver.di Link
16.4.2025: Betriebsrat bei Tesla in Grünheide so offen gelb, dass er nicht mal wissen will, wie vielen krankgeschriebenen KollegInnen die Lohnfortzahlung verweigert wird
Wirbel um Tesla-Angestellte im Krankenstand: IG Metall wütet wegen Betriebsrat. „Bei Tesla in Grünheide gibt es neuerlich Wirbel aufgrund der Arbeitnehmerrechte. Der Betriebsrat steckt nach Ansicht der Gewerkschaft mit der Werksleitung unter einer Decke.
Patrick Freiwah in der FR online unter: Link
7.4.2025: Nein zu 27 Monaten Laufzeit und Reallohnverlusten! Nein zur 42-Stunden-Woche! Verhandlungsergebnis im öffentlichen Dienst ablehnen!
Die Bundestarifkommission von ver.di hat nach der vierten Verhandlungsrunde das Schlichtungsergebnis für den öffentlichen Dienst mehrheitlich angenommen und will vom 10. April bis 9. Mai eine Mitgliederbefragung durchführen. Das Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di ist der Meinung, dass dieses Verhandlungsergebnis abgelehnt werden muss. Stattdessen braucht es unmittelbar eine Diskussion in den gewerkschaftlichen Strukturen darüber, wie durch eine Fortsetzung des Arbeitskampfs unsere Forderungen durchgesetzt werden können.
Das Geld wäre da!
Seit Beginn haben die Vertreter*innen von Bund und Kommunen behauptet, die Forderungen seien nicht finanzierbar. Aber das ist allein eine Frage des politischen Willens. Kurzfristig war es jedoch möglich, im Bundestag und Bundesrat zu beschließen, unbegrenzt Schulden und hunderte Milliarden für Rüstung anstatt für den öffentlichen Dienst auszugeben! Außerdem werden niemals die Reichen über Steuern zur Kasse gebeten, sondern sie sollen ihre Kassen immer noch weiter auffüllen dürfen. Die Gewerkschaften und allen voran ver.di müssten gegen diese Politik in Opposition gehen. Das bedeutet auch, einen konsequenten Tarifkampf zu organisieren, und diesen durch eine Solidaritätskampagne, angeführt von ver.di und dem DGB zu unterstützen. ...
weiterlesen bei Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di unter: Link
4.4.2025: Gegen die Beerdigung des Arbeitgeber*innenmodells in der persönlichen Assistenz
"Am 2. April 2025 fand im Rahmen des Global Disability Summit in Berlin eine Protestaktion unter dem Titel "Beerdigung des Arbeitgeber*innenmodells" statt. Behinderte Menschen mit persönlicher Assistenz sowie ihre Assistent*innen machten auf die fehlende Refinanzierung eines bestehenden Tarifvertrags aufmerksam, der mit ver.di und dem Verband behinderter Arbeitgeber*innen ausgehandelt wurde. Die Berliner Landesregierung hatte eine Anschlussfinanzierung zugesagt, blockiert diese nun jedoch. Im Video kommen Christine Damaschke und Jules vom Vorstand des Arbeitgeber*innenverbands sowie Jan Gehling, persönlicher Assistent und Mitglied der Tarifkommission, zu Wort..."
Video bei labournet.tv (deutsch | 7 min | 2025) unter: Link
3.4.2025: Warnstreikauftakt bei Ford -!
Die 250 Kolleginnen und Kollegen der Nachtschicht bei FCSD und in Niehl haben für eine gute Stunde geschlossen die Arbeit niedergelegt und sind dem Aufruf zum Warnstreik gefolgt. Ein starkes und wichtiges Signal an die Arbeitgeberseite in den angelaufenen Verhandlungen. Ein gemeinsames Ziel – ein Sicherheitsnetz für alle – dafür stehen nun auch alle gemeinsam ein! Die Warnstreiks in Köln gingen am 03.04. im Ford Entwicklungszentrum weiter, gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von FCSD (Ersatzteilgeschäft Ford). Am Mittwoch folgten weitere Warnstreiks der Früh- und Spätschicht in Niehl mit ca. 1.000 Teilnehmern. Über 2.500 Streikende fordern: WIR BLEIBEN FORD - GEMEINSAM WEITERKÄMPFEN FÜR KÖLN! FORD KÖLN - US MUTTERKONZERN HEBELT INSOLVENTSSCHUTZ AUS! DIE BETROFFENEN STÄRKEN IHREN RÜCKEN FÜR EINEN AUFRECHTEN GANG
siehe: Link
1.4.2025: Tarifrunde Öffentlicher Dienst: Schlichtungsempfehlung ablehnen!
Nein zu Reallohnverlust, 27 Monaten Laufzeit und Einstieg in die 42 Stunden-Woche!
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle sagt: „Wir sind an einem schwierigen Punkt. Die Einigungsempfehlung ist ein hart errungener Kompromiss, mit dem wir einige Pflöcke einschlagen können, der aber auch an Schmerzgrenzen führt. Wir müssen diesen nun sehr ernsthaft diskutieren und abwägen, ob das noch akzeptabel ist. Und wenn nicht, welche nächsten Schritte erforderlich sind.“ Für ernsthafte Diskussionen bräuchte es jetzt unmittelbar Versammlungen in den Betrieben, an deren Ende auch abgestimmt werden sollte. Leider wird nun ein erheblicher Zeitdruck gemacht und wird es meist erst Mitgliederversammlungen nach den Verhandlungen am 5. April geben. Uns ist nicht bekannt, wie die ver.di-Vertreter*innen in der Schlichtungskommission abgestimmt haben. Wir sagen aber: Diese Schlichtungsempfehlung sollte dringend abgelehnt werden!
nETZWERK FÜR EINE KÄMPFERISCHE UND DEMOKRATISCHE VER.DI UNTER: Link
27.3.2025: Kampf fürs Kapital
IG Metall und IG BCE verstehen die Wahrnehmung von Arbeiterrechten stets vor dem Hintergrund des Erfolgs der deutschen Wirtschaft. Wenn 80.000 Gewerkschafter im Rahmen eines Aktionstages auf die Straße gehen, schlägt manchem Linken das Herz höher. Obwohl bei näherem Hinsehen gleich klar war, dass »es bei den erwartbaren Appellen an Union und SPD« bleibt und die sozialen Widersprüche »im nationalen Taumel untergehen«.¹ Den Leitmedien ist ein solcher Auflauf allenfalls eine Randnotiz wert, können sie sich doch sicher sein, dass davon keine Störung der öffentlichen Ordnung oder des sozialen Friedens ausgeht.
Insofern ist das schon ein seltsamer Protest, der da halbwegs massenhaft auf die Straße getragen wurde. Schließlich wandten sich die Gewerkschafter nicht gegen ihre »Arbeitgeber«, sondern demonstrierten für den Erfolg Deutschlands als Industrienation....
weiterlesen bei Suitberg Cechura für Junge Welt unter: Link
26.3.2025: Elon Musk lässt IG-Metall Kollegen mit seinem Sicherheitsdienst aus dem Werk in Grünheide zerren
DerDara Reactions & Twitch Highlights auf youtube unter: Link
17.3.2025 Aufruf von über 120 Wissenschaftler*innen: Für eine Stärkung der Tarifbindung:
Mehr als 120 Wissenschaftler*innen rufen Union und SPD dazu auf, die Tarifautonomie zu stärken und im Koalitionsvertrag konkrete gesetzliche Regelungen für mehr Tarifbindung zu vereinbaren. Die Forschenden, überwiegend Professor*innen der Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften, argumentieren, dass eine hohe Tarifbindung Niedriglöhne, Armut und soziale Ungleichheit reduziert. Das habe nicht nur gesamtwirtschaftlich positive Auswirkungen, sondern stärke nach Analyse der Unterzeichner*innen auch die Demokratie, weil ungleiche Gesellschaften von politischer Polarisierung gekennzeichnet sind. ...
Die internationale Forschung, allen voran der Industrieländerorganisation OECD, zeige, "dass in Ländern mit koordinierten Lohnsystemen und hoher Tarifbindung eine hohe Einkommensgleichheit mit vergleichsweise hohen Beschäftigungsquoten und geringer Arbeitslosigkeit einhergeht", betonen die Fachleute. Zudem könne bessere Bezahlung nach Tarif wichtige Anreize zur Fachkräftequalifizierung setzen. ...
weiterlesen als pdf bei IG Bau unter: Link Pressemitteilung Boeckler-Stiftung unter: Link
25.3.2025: Betriebsversammlung Mercedes Benz Werk Hamburg am 25. März: "... was hier vereinbart wurde, ist keine Zukunftssicherung. Es ist eine Zukunftsbeschneidung..."
Text der Rede von Sven Vaith (pdf), Halle 12, iSG Fertigung, Betriebsversammlung Mercedes Benz Werk, Hamburg am 25. März 2025:
"... Heute möchte ich hier über die Vereinbarung zwischen Vorstand und Gesamtbetriebsrat sprechen, die uns allen die Augen öffnen sollte – und zwar nicht, weil sie so großartig ist, sondern weil sie zeigt, wie sehr wir aufpassen müssen, wenn wir unsere Interessen nicht selbst in die Hand nehmen. Die Vereinbarungen zwischen dem Mercedes-Vorstand und dem Gesamtbetriebsrat, unter anderem die, die uns als „Zukunftssicherung“ bis Ende 2034 verkauft wird, ist ein fauler Kompromiss, der uns Kolleginnen und Kollegen wieder Lohneinbußen kosten soll, während die Aktionäre, welche ja schließlich die Eigentümer dieses Unternehmens hier sind, sich die Taschen füllen. Auch dieses Jahr dürfen sich die Aktionäre wieder auf ca. 4 Milliarden Euro Dividende freuen. Aber Schauen wir mal genauer hin: Der Gesamtbetriebsrat hat mit dieser Vereinbarung auch allen weiteren Plänen zur Verlagerung von Produktion und Outsourcing automatisch zugestimmt. Das heißt, wir haben keine Kontrolle mehr darüber, wo und wie unsere Arbeit in Zukunft stattfindet..."
weiterlesen unter: Link
25.3.2025: Achttausend: „Fit for Growth“ und DHL-Stellenabbau
"Der wahrlich nicht üppige Tarifabschluss für die Beschäftigten der Deutschen Post war gerade unter Dach und Fach, da kündigte die Konzernspitze unter der plakativen Devise „Fit for Growth“ (Bereit für Wachstum) ein rigoroses Sparprogramm an. Es will die Kosten um eine Milliarde Euro senken und in dem Zusammenhang Personal abbauen. 8.000 Stellen im deutschen Brief- und Paketgeschäft sollen „sozialverträglich“ gestrichen werden. Die Begründung: Zu hohe finanzielle Belastungen, nicht zuletzt infolge der jüngsten Tarifvereinbarung. (...)
Das Kostensenkungsprogramm ist ein Problem, weil es eine Tendenz verstärken wird, die seit der Privatisierung der Post zu beobachten ist: Arbeiten in der Brieflogistik wird körperlich und psychisch immer belastender. Die sinkenden Briefmengen bedeuten keine sinkende Arbeitsbelastung. Umso wichtiger ist es, dass die gewerkschaftliche Kampfkraft im DHL-Konzern erhalten und gesteigert wird. (...) Es deutet sich an, dass die DHL-Konzernspitze mehr „maskulinen Führungsstil“ und „Klassenkampf von oben“ praktizieren wird. Zu Lasten der Beschäftigten. Und obendrein zu Lasten der Umwelt..." Aus dem Artikel von Geert Naber vom 25.3.2025 - siehe Labournet unter: Link
24.3.2025: Weg mit der ver.di-Schlichtung im öffentlichen Dienst – Forderungen gegenüber der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) durchsetzen!
"... Die VKA bot in der letzten Verhandlung lächerliche 2 Prozent Lohnerhöhung ab Oktober 2025, ab Juli 2026 2 Prozent und ab Juli 2027 noch einmal 1,5 Prozent bei insgesamt 36 Monaten Laufzeit. In den Verhandlungen soll von Arbeitgeberseite sogar eine 42-Stundenwoche aufgekommen sein.
Die Kosten für die ver.di-Forderungen für die 2,5 Millionen Beschäftigten hatte die VKA auf 15 Milliarden Euro beziffert. Dieses Geld soll angeblich nicht da sein, während am gleichen Tag im Bundestag riesige Sondervermögen und Schuldenaufnahme beschlossen wurde. Doch klar ist, dass das vor allem in Aufrüstung und Teile der Infrastruktur gesteckt werden soll, was aber weder den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zugutekommen soll, noch der Masse der arbeitenden Bevölkerung insgesamt. Im Gegenteil – die sollen den Gürtel enger schnallen. ...
Nein zum Sparen für Rüstungsmilliarden
Hunderte Milliarden Euro vor allem in Aufrüstung wird die Arbeiter*innenklasse zwangsläufig durch Steuern, Abgaben, geringere bzw. keine Lohnerhöhungen und Einsparungen in allen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge zahlen müssen. ... Wirtschaftsverbände wünschen sich Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Verlängerung der gesetzlichen Arbeitszeiten, die Abschaffung eines Feiertags, Angriffe auf das Streikrecht. Aktuell fordern Ökonomen wie der Ifo-Chef Fuest die komplette Abschaffung oder eine schrittweise Kürzung des Elterngeldes. Es ist auch möglich, dass diese Regierung solche Vorhaben scheibchenweise angeht. ...
Gegenwehr statt Sozialpartnerschaft
Ver.di und alle anderen DGB-Gewerkschaften müssen sich klar gegen die geplanten Angriffe und das Aufrüstungsprogramm stellen und auch in der Frage von Krieg und Militarisierung eine unabhängige Position im Interesse der Arbeiter*innen international einnehmen. Es ist eine wichtige Aufgabe, diese Diskussion in den Gewerkschaften zu führen. Ver.di muss auch erklären, dass sich die geplante Wirtschaftswende gegen die gesamte arbeitende Bevölkerung richtet. In der laufenden Tarifrunde darf die Sparlogik nicht akzeptiert werden, sondern muss stattdessen für die Durchsetzung der mehr als berechtigten Forderungen gekämpft werden. Statt Entlastung der Reichen wäre es nötig, das Geld über die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und höhere Besteuerung von Unternehmen und Reichen für nötige massive Investitionen in Gesundheit, Bildung, Soziales und Umweltschutz zu holen.
Schlichtung ist kein Hebel, sondern Knebel
Wenn die VKA sich jetzt “in die Schlichtung flüchten” wie Frank Werneke sagt, und sogar den ver.di-Vorschlag einer vierten Verhandlungsrunde ablehnen, so ist das vor allem möglich, weil ver.di (bzw. bereits die damalige ötv) vor Jahrzehnten eine Schlichtungsvereinbarung mit der VKA unterschrieben hat, die verbindlich ist, wenn nur eine Seite sie anruft. Kolleg*innen wissen aus eigener Erfahrung, dass das Ergebnis einer Tarifrunde durch die Kampfkraft in den Betrieben und eine konsequente Strategie zur Durchsetzung der Forderungen bestimmt wird. ... Zu allem Überfluss könnten die Schlichter nicht schlimmer sein: Die Gewerkschaftsseite benannte den früheren Finanzstaatsrat Hans-Henning Lühr (SPD), der Vorsitzender des kommunalen Arbeitgeberverbands Bremen und Mitglied des Präsidiums der VKA war und damit nichts anderes als ein Arbeitgeber*innenvertreter ist. Die Arbeitgeber*innen haben den neoliberalen Hardliner Roland Koch (CDU) als Schlichter auserkoren, der als hessischer Ministerpräsident zum Beispiel den Ausstieg Hessens aus der Tarifgemeinschaft der Länder organisierte, womit die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden für die Beschäftigten des Landes Hessen verbunden war.
Vorbereitung auf Erzwingungsstreik
Doch auch ein schlechtes Schlichtungsergebnis kann und muss abgelehnt werden. Danach sind Urabstimmung und Erzwingungsstreik möglich. Erste Bezirke bereiten sich auf den unbefristeten Streik vor – das muss jetzt schnellstmöglich in allen Bezirken, Betrieben und Dienststellen stattfinden. ..."
Netzwerk für eine kämpferische und demokratische ver.di unter: Link
21.3.2025: ver.di ruft zum Warnstreik am 26. und 27. März bei der BVG auf
ver.di ruft nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 16.000 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zu einem zweitägigen Warnstreik am 26. und 27. März auf. Der Ausstand beginnt mit Betriebsbeginn am Mittwoch, den 26. März, und endet mit Betriebsbeginn am Freitag, den 28. März.
PM ver.di unter: Link
20.3.2025: MSC, die weltgrößte Reederei dominiert den Hamburger Hafen – und drückt die Löhne
„Was einst ein stabiler Job war, wird immer prekärer: die Arbeit im Hafen. Verantwortlich dafür sind Konzerne, die zunehmend die Kontrolle über zentrale Knotenpunkte übernehmen und so die Schifffahrt monopolisieren. Jetzt ist auch die größte Reederei der Welt, MSC, im Hamburger Hafen angekommen – mit verheerenden Folgen für die Beschäftigten.
Janina Puder für Jacobin unter Link
19.3.2025: Erneut Streik an der Berliner Charité
Während die Beschäftigten der Charité aufgrund der laufenden TVöD-Schlichtung die Streiks aussetzen, treten die Beschäftigten der Charité CFM Facility Management GmbH am Donnerstag und Freitag erneut in den Streik. Am Donnerstag treffen sie sich um 9:00 Uhr mit den streikenden Beschäftigten der BVG zu einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus, zu der auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner eingeladen ist. Anschließend ziehen sie in einer Demonstration zum Abgeordnetenhaus. Am Freitag werden die Beschäftigten die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik starten. „Dieser erneute Warnstreik ist ein weiteres Warnsignal an die Geschäftsführung der CFM und alle Verantwortlichen in der Eigentümerkette - von der CFM über die Charité bis zum Land Berlin. Es ist Zeit, den Beschäftigten entgegenzukommen und ein Tarifangebot auf Basis des TVöD, der auch an der Charité gilt, vorzulegen. Die Beschäftigten organisieren sich immer stärker und lassen sich nicht mit dem Argument abspeisen, es sei kein Geld da. ...
PM ver.di unter: Link
18.3.2025: Tarifverhandlungen von Verdi für Öffentlichen Dienst gescheitert
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) bedauert das Scheitern der Tarifverhandlungen für die rund 2,5 Millionen Beschäftigen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. „Wir haben uns bis an die Schmerzgrenze bewegt. Die Arbeitgeber haben unsere Einigungsvorschläge abgelehnt“, kritisierte der ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführer Frank Werneke in Potsdam. Die Verhandlungen hatten in der dritten Runde am Freitag begonnen. ... ver.di führt die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst auch für GdP, GEW, IG BAU sowie gemeinsam mit dbb beamtenbund und tarifunion. Die Gewerkschaft fordert insgesamt acht Prozent mehr Lohn, dabei aber wenigstens 350 Euro pro Monat, zusätzlich mindestens drei freie Tage und mehr Souveränität bei der Arbeitszeit. Das Tarifergebnis soll auf Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie auf Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden.
PM verdi unter: Link
17.3.2025: Flugblatt von VW-Kollegen: Keine Verluste, sondern nur Gewinneinbußen bei
VW: Es ist keine Wirtschaftskrise - es ist ein Raubzug
"Volkswagen schüttet 3,2 Milliarden Euro an die Aktionäre aus. Es sind keine Verluste, sondern weniger Gewinne bei VW. Das heißt, es werden weiterhin Gewinne gemacht, obwohl sich laut ZDF in der aktuellen Rechnung die hohen Schließungskosten von Audi Brüssel wiederfinden. Der Absatz an Autos ist gesunken, der Umsatz in Geld ist gestiegen. 325 Milliarden Euro Umsatz, 12 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern, 3,2 Milliarden Euro Dividenden für die Aktionäre, davon gut eine Milliarde für den Porsche-Piëch-Clan. Nur weniger Gewinne! Und obwohl keine Verluste gemacht werden, wird laut nach staatlicher Unterstützung gerufen: Niedrigere Strompreise, Zuschüsse beim Kauf von Elektrofahrzeugen. Zu Ende gedacht bedeutet das nichts anderes, als dass die Verkäuferin bei Aldi durch ihre Steuerabgaben die Gewinne bezahlt. Und wessen Gewinne werden gesichert? (...) Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich schmälert die Gewinne, genauso wie eine Konversion der Automobilindustrie hin zur Fertigung von ÖPNV-Produkten. Deshalb ist die Schlussfolgerung zu ziehen: Die Einen haben Gewinneinbußen, die Beschäftigten und die Regionen haben Verluste. (...) Beschäftigte und Gesellschaft haben es in Hand, Widerstand zu leisten, um selbst entscheiden zu können, was wir und unter welchen Bedingungen produzieren wollen. Wir können es uns nicht mehr leisten, für andere mitzuarbeiten, so wie z.B für Herrn Porsche." Flugblatt von einigen Kollegen von verschiedenen VW-Standorten
Link
14.3.2025: Musk akzeptiert Krankmeldungen in Grünheide nicht
... Jetzt eskaliert der Streit über die hohen Fehlzeiten in der Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide. Laut einem aktuellen Bericht erhielten zahlreiche Beschäftigte Schreiben mit der Aufforderung, ihre Diagnosen offenzulegen und ihre behandelnden Ärzt:innen von der Schweigepflicht zu entbinden. Und nicht nur das.
Elon Musk: Tesla verweigert Auszahlung von Lohn. ...
Anna von Stefanelli für Watson unter: Link
> 2023: Tesla-Arbeiter gegen Musk in Schweden von
DerDara Reactions & Twitch Highlights auf youtube: Link
13.3.2025: Ford soll beerdigt werden. US-Automobilhersteller will mit Tricks
Arbeitsplatzsicherung umgehen. Aufruhr bei Betriebsversammlung in Köln
„Die Tagesordnung der Betriebsversammlung war klar. Erst spricht der Arbeitsdirektor der Ford-Werke, dann der Betriebsrat, die Gewerkschaft und die Beschäftigten. Aber Marcus Wassenberg kam nicht zu Wort. Erst begrüßte eine Delegation Maskierter den Arbeitsdirektor mit einem Sarg. Dann machte die Belegschaft an die zehn Minuten ihrem Unmut Luft. Erst als der Betriebsratsvorsitzende dem Managementvertreter mit den Worten Gehör verschaffte, der Betriebsrat wolle nicht immer allein die schlechten Nachrichten verbreiten, kamen die Kollegen zur Ruhe. Zeitweilig. Immer wieder wurde Wassenberg unterbrochen. Er solle nicht lügen, sich verziehen, beschrieb IG-Metall-Vertrauensmann David Lüdtke am Mittwoch die Szenen aus Köln. Die erste greifbare Aussage habe der Vorgesetzte dann aber gemacht, so Lüdtke gegenüber jW. Nämlich: Durch die neue Situation sei eine Insolvenz möglich. ... Susanne Knütter für Junge Welt unter: Link
12.3.3035: Tarifergebnis für den WDR
ver.di hat nach mehr als einem Jahr und teils harten Auseinandersetzungen mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) ein Tarifergebnis in der aktuellen Tarifrunde erzielt.Deutliche Verbesserungen für Azubis und Festangestellte mit 6,15 Prozent mehr Geld – für Freie Mitarbeitende ein Honorarplus von 6,25 Prozent.
PM Ver.di Link
12.3.2025: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in allen NRW-Regionen und puntuell in anderen Bundesländern zeitgleich zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen
„Auch in NRW sind die Beschäftigten verärgert über die mangelnde Wertschätzung der Arbeitgeber, die ihnen trotz zweier Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt haben. Das haben sie bereits vielerorts laut und bunt zum Ausdruck gebracht“, erklärt der stellvertretende ver.di-Landesbezirksleiter NRW, Frank Bethke. ...
Die Warnstreiks starten bereits am Wochenende und finden am Mittwoch in einem landesweiten Warnstreiktag ihren Höhepunkt, an dem sich alle Regionen zeitgleich beteiligen werden. In einigen Bezirken wird auch mehrtägig die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind alle Bereiche des öffentlichen Dienstes von Stadtverwaltungen und Landkreisen über Kitas, Kliniken, Sparkassen, Schwimmbäder, Jobcenter und Arbeitsagenturen, bis hin zu Stadtwerken sowie dem kommunalen Nahverkehr.
PM Verdi unter: Link
11.3.2025: Schlichtung in der Systemgastronomie
Nach fünf ergebnislosen Tarifverhandlungen treffen sich am 11.3.25 die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) in München zur Schlichtung. Den Vorsitz hat Dr. Harald Wanhöfer, Präsident des Landesarbeitsgerichtes München. „Unsere Tarifkommission erwartet eine Einigung, sagt Freddy Adjan, Stellvertretender Vorsitzender der NGG. „Die Arbeitgeber hatten seit der ersten Verhandlung im Juli 2024 neun Monate Zeit auf unsere sehr konkreten Forderungen einzugehen. Die Blockadehaltung der Arbeitgeber muss nun im Rahmen der Schlichtung ein Ende finden.“
PM NGG unter: Link
10.3.2025: Verdi ruft zum Warnstreik an elf deutschen Flughäfen auf
Für Montag, 10.3.2025, ruft die Gewerkschaft zu einem Warnstreik an elf deutschen Flughäfen auf. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und der sogenannten Bodenverkehrsdienste sollen ganztägig ihre Arbeit niederlegen.
DLF unter: Link
7.3.2025: Deutsche Post will 8000 Stellen streichen
Bis zum Jahresende will die Post im Brief- und Paketgeschäft 8000 Stellen abbauen. Das sind vier Prozent der Stellen in Deutschland. Angekündigt wurde die geplante Streichung der Arbeitsplätze zwei Tage nach dem Tarifabschluss mit ver.di. Dieser sieht ein Plus von zwei Prozent im ersten und drei Prozent im zweiten Jahr vor.
7.3.2025: Warnstreik in Einrichtungen der Erziehung + Sozialen Arbeit + Gesundheit + Pflege von Bund und Kommunen
Da die Tarifverhandlungen für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen am 18. Februar ohne Angebot blieben, hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Warnstreiks deutlich verstärkt. Aus diesem Grund ruft ver.di die Beschäftigten von Bund und Kommunen in Einrichtungen der Sozialen Arbeit und Erziehung sowie der Pflege und Gesundheit vor dem Hintergrund des Equal Pay Day (7. März) und des Frauentags (8. März) zu einem bundesweiten Streiktag am 7. März auf. Dieser Tag markiert symbolisch den Gender-Pay-Gap, der 2024 in Deutschland 16 Prozent betrug. ...
ver.di unter: Link
6.3.2025: Kolleg:innen der Charité Facility Management (CFM) streiken
am 6.+7. März für die Rückführung in den TVöD - zeitgleich mit dem Streik an der Charité - spendet für die Streikgeldaufstockung!
Labournet.de unter: Link
6.3.2025: Heute bundesweiter Branchenstreiktag Gesundheit
ver.di ruft Donnerstag zu einem bundesweitem Warnstreik in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Rettungsdiensten auf.
Labournet.de unter: Link
4.3.2025: Mercedes einigt sich mit Betriebsrat auf Sparprogramm
Mercedes-Benz hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat auf ein Sparprogramm geeinigt, um wettbewerbsfähiger zu werden. Es betrifft die rund 91.000 Beschäftigten in Deutschland. ... Betriebsbedingte Kündigungen soll es bis 2035 nicht geben, aber ein Abfindungsprogramm für die Mitarbeitenden von Mercedes in Deutschland. ... Dieses richte sich nicht an die Beschäftigten in der Produktion, sondern an die in der Verwaltung. Wie viele Stellen wegfallen sollen, dazu macht Mercedes keine Angaben. Für das Abfindungsprogramm gilt die sogenannte doppelte Freiwilligkeit. Das heißt: Beschäftigte und Unternehmen müssen zustimmen. ... Außerdem verzichten die Beschäftigten auf rund die Hälfte der geplanten Tariferhöhungen in der Metall- und Elektroindustrie. ... Mercedes-Mitarbeiter werden zusätzlich verpflichtet, mehr Urlaubstage zu nehmen. Bisher konnten sie sich sechs bis acht Tage in Geld auszahlen lassen.
... Geli Hensolt für SWR unter Link
26.2.2025: Ver.di ruft zum Warnstreik am Flughafen in München am 27.+ 28.2.2025 auf
Die ganztägigen Warnstreiks dienen der Durchsetzung der Forderungen nach einem verhandlungsfähigen Angebot.
26.2.2025: Ver.di ruft zum Warnstreik in den Paketzentren in Bayern auf
Die Beschäftigten in den Spät- und Nachtdiensten sollen bis Mittwochmorgen die Arbeit niederlegen.Verdi fordert für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 7 Prozent und mindestens drei Tage mehr Urlaub. Die Post, die zu DHL gehört, bietet in einem 27 Monate laufenden Vertrag eine Anhebung um zunächst 1,8 Prozent und später um weitere 2,0 Prozent. Für den Montag 3. März ist die nächste Verhandlungsrunde geplant.
25.2.2025: ver.di erhöht in NRW den Druck - Warnstreiks in allen Paketzentren in der Nachtschicht
Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Post AG erhöht ver.di den Druck auf die Arbeitgeber und ruft von heute Abend (25. Februar) in den Spät- und Nachtschichten bis morgen früh (26. Februar) in NRW die Beschäftigten in allen Paketzentren zu Warnstreiks auf. ... „Das in der dritten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot ist völlig unzureichend. Es enthält spürbare Reallohneinbußen für die Beschäftigten, während die Preise im Supermarkt weiter hoch sind“, sagte Thomas Großstück, Landesfachbereichsleiter Postdienste, Speditionen und Logistik NRW.
21.2.2025: Mitarbeitervertretungen der Diakonie fordern Tarifverträge und Respekt des Streikrechts
Mitarbeitervertretungen aus der Diakonie fordern, dass auch in Einrichtungen mit kirchlicher Trägerschaft Tarifverträge gelten und das Grundrecht auf Streik respektiert wird. „Die Demokratie muss endlich auch in kirchlichen Betrieben ankommen“, heißt es in einem Appell betrieblicher Interessenvertretungen, die insgesamt 650.000 diakonische Beschäftigte vertreten. „Wie unsere Kolleg*innen im öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft wollen auch wir über unsere Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen selbst mitbestimmen. Das geht am besten in Tarifverhandlungen.“
Anlass der von Mitarbeitervertretungen aus Mitteldeutschland angestoßenen Erklärung ist der Versuch von Kirche, Diakonie und Klinikleitung, den Beschäftigten des Sophien- und Hufeland-Klinikums Weimar mit juristischen Mitteln Warnstreiks zu untersagen. „Die Kirche muss auch beim Arbeitsrecht endlich im 21. Jahrhundert ankommen“, forderte Edda Busse von der Arbeitsgemeinschaft diakonischer Mitarbeitervertretungen in Mitteldeutschland (GAMAV). „Demokratische Mitbestimmung und Verhandlungen auf Augenhöhe dürfen nicht am Eingang der Betriebe in kirchlicher Trägerschaft enden.“ ...
weiterlesen bei PM ver.di ver.di-Bundesvorstand unter: Link Im §9 AGG
Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz von 2006 werden die Kirchen in §9 ausgenommen. Er enthält aber lediglich die Regelung, dass die Kirchen unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Vorgabe abweichen dürfen. Bereits 2018 hat der EUgH ein Urteil gefällt, wonach die Arbeitsgerichte die volle Rechtskontrolle haben. (EuGH-Urteil 17.04.2018, Az. C-414/16). Weimarer Appell für Tarifvertrag vom 21.02.2025: Beteiligung, Selbstbestimmung und Tarifverträge in kirchlichen Einrichtungen unter: Link
21.2.2025: NRW-Warnstreiks von Auszubildenden und dual Studierenden im Öffentlichen Dienst
Mit einem bundesweiten Jugendstreiktag machen die Nachwuchskräfte aus den vielfältigen Bereichen von Bund und Kommunen – wie dem Gesundheitswesen, der Verwaltung, dem Sozial- und Erziehungsdienst, den Sparkassen und vielen weiteren – am Mittwoch, dem 26. Februar 2025, auf ihre Forderungen an die Arbeitgeber aufmerksam. In Gelsenkirchen werden rund 1.000 Streikende aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes erwartet.
ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde für die Tarifbeschäftigten in Bund und Kommunen neben 8 Prozent insgesamt, mindestens aber 350 Euro monatlich, drei freie Tage und einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder, die Einführung des Meine-Zeit-Kontos, außerdem eine Erhöhung der Ausbildungs- und Studienvergütungen sowie der Praktikant*innenentgelte um 200 Euro monatlich und eine unbefristete Übernahme.
Da die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in der zweiten Verhandlungsrunde erneut kein Angebot vorgelegt hat, erhöhen die Nachwuchskräfte nun mit einem bundesweiten Warnstreik den Druck. „Während Nachwuchskräften kaum noch Zeit zum Lernen bleibt, ihnen aber immer mehr Verantwortung übertragen wird, stehlen die Arbeitgeber sich aus eben dieser“, so Lukas Frew, ver.di-Landesjugendsekretär NRW. „Wenn der Lohn kaum für Miete und Lebensmittel reicht, werden sich vor allem junge Menschen kurz- oder mittelfristig umorientieren und dem öffentlichen Dienst den Rücken kehren. Deshalb erwarten wir ein faires Angebot zur dritten Verhandlungsrunde, das die Erwartungen der jungen Menschen im Blick hat.“ Die Kundgebung in Gelsenkirchen beginnt gegen 10:30 Uhr auf dem Heinrich-König-Platz. Von dort führt ein Demonstrationszug durch die Innenstadt zurück zur Abschlusskundgebung, die ebenfalls dort stattfinden soll. In Gelsenkirchen spricht Sylvia Bühler (ver.di-Bundesvorstand) zu den Streikenden.
21.2.2025: verdi ruft die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn zu ganztägigen Warnstreiks auf
Die Arbeitsniederlegungen beginnen am Flughafen Köln/Bonn bereits am Sonntagabend, (23.2.), am Standort Düsseldorf in den frühen Morgenstunden des 24.2. ver.di rechnet mit umfangreichen Auswirkungen auf Passagierflüge an beiden Flughäfen.
Gabriele Schmidt, ver.di-Landesbezirksleiterin NRW. „Viele Beschäftigte sind durch das zunehmend hohe Arbeitsaufkommen, bedingt durch fehlendes Personal, stark belastet. Die oft körperlich anstrengende Arbeit bei Wind und Wetter ist mit hohem Zeitdruck und der Verantwortung für Mensch und Technik verbunden. Die hohen Lebensmittel-, Miet- und Nebenkosten lassen sich auch durch eine abschwächende Konjunktur nicht wegdiskutieren. An den Verkehrsflughäfen sind keine zukunftsfähigen und attraktiven Arbeitsbedingungen zu erkennen. Es braucht dringend ein verhandlungsfähiges Angebot, damit unsere Infrastruktur nicht zusammenbricht.“ ver.di fordert in der Tarifrunde von Bund und Kommunen 2025 ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr pro Monat für Entgelterhöhungen sowie höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert ver.di drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das die Beschäftigten selbst verfügen können.
Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet vom 14. bis 16. März 2025 in Potsdam statt.
Laut Bildzeitung vom 25.2.sind in Köln + Düsseldorf 440 Flüge ausgefallen.
21.2.2025: Verdi ruft für Freitag zum Warnstreik im Nahverkehr auf
Verdi und der DBB Beamtenbund haben für Freitag ganztägige Warnstreiks ange-
kündigt, nachdem die jüngsten Verhandlungen in der Tarifrunde für 2,6 Millionen
Beschäftigte im öffentlichen Dienst ohne Ergebnis geblieben waren. Betroffen von
den Streikaufrufen sind Hessen, Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
19.2.2025: ver.di ruft auch in NRW zum Streik in Ver- und Entsorgungsbetrieben auf
In der zweiten Verhandlungsrunde ist nichts passiert. Dehalb ruft ver.di Beschäftigte und Auszubildende in Betrieben, die unter den TV-V fallen, für den 20. Februar bundesweit zum Warnstreik auf. „Die Beschäftigten in den Stadtwerken, den Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetrieben sowie in der Müllverbrennung arbeiten seit Jahren am Limit. Sie sollen Energiewende, Klimafolgenanpassung und Digitalisierung schaffen – und dabei ununterbrochen 24/7 sicher versorgen. Gleichzeitig leiden sie unter dem Druck durch Arbeitsverdichtung und unbesetzte Stellen,“ betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz-Dethlefsen. Eine aktuelle Studie habe ergeben, dass die Energiebranche massiv unter Fachkräftemangel leide. Innerhalb eines Jahres sei der Anteil von Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, freie Stellen zu besetzen, um 29 Prozent auf jetzt 92 Prozent gestiegen. Es sei dringend notwendig, Fachkräfte zu halten und zu gewinnen. Das sei jedoch nur mit guten Arbeitsbedingungen und einer besseren Entlohnung möglich. Das Gleiche gelte in der Wasser- und der Abfallwirtschaft. Auch hier gebe es eine deutliche Arbeitsbelastung und einen hohen Bedarf an Arbeitskräften. „Wir wollen mit einem attraktiven Tarifvertrag mehr Kolleginnen und Kollegen halten und gewinnen, um die Qualität für die Bürgerinnen und Bürger zu sichern und um Entlastung für die Beschäftigten zu erreichen,“ erklärt Schmitz-Dethlefsen.
Bestreikt werden am 20. Februar bundesweit Stadtwerke, Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebe sowie Müllverbrennungsanlagen.
16.2.2025: DB und EVG haben sich auf einen Tarifabschluss geeinigt
In den Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben beiden Seiten eine Einigung erzielt. Details wurden nicht genannt. Diese sollen am Sonntagnachmittag vorgestellt werden. Die EVG hatte in den Verhandlungen 7,6 Prozent höhere Löhne und Gehälter sowie eine Zusatzleistung von 2,6 Prozent für Schichtarbeiter gefordert.
13.2.2025: Autofahrer in München rast in eine Demo von ver.di
Nach dem #Anschlag in #München, bei dem ein Autofahrer in eine Verdi-Demonstration gerast war, hat die Gewerkschaft alle Veranstaltungen in Berlin und Brandenburg für Donnerstag und Freitag abgesagt. Der Streik im Öffentlichen Dienst wird aber fortgesetzt. Dabei geht es um acht Prozent mehr Lohn sowie mehr Geld für Azubis und Praktikanten.
Dieses Video ist ein Bericht aus der rbb24 ABENDSCHAU #rbbabendschau
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13.2.2025: Warnstreiks in Hamburg: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streiken
Rund 5.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes haben am Donnerstag in der Hamburger Innenstadt demonstriert. Sie fordern mehr Geld und flexiblere Arbeitszeiten. Unter den Demonstrierenden waren zahlreiche Beschäftigte aus Krankenhäusern, Kitas, dem Kulturbereich und der Stadtreinigung.
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13.2.2025: Kitas, Verwaltung, Müllabfuhr Tausende beteiligen sich an Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Mitteldeutschland
An den erneuten Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben sich am Donnerstag Tausende Beschäftigte von Kitas, Verwaltungen und der Müllabfuhr in mehreren Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt. Bereits am Mittwoch hatte es eine große Kundgebung in Leipzig gegeben.
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12.2.2025: MSC: Druck auf allen Ebenen. Neue Reederei krempelt Hamburger Hafen um – mit staatlicher Hilfe
„Die weltgrößte Reederei betreibt im Hamburger Hafen eine Investitionspolitik mit staatlicher Hilfe, die den bisherigen Hafenbeschäftigten Arbeitsplätze raubt und Löhne und Einkommenssicherheit verschlechtern wird. Die Hamburger Bürgerschaft stimmte im September 2024 dem Verkauf von Anteilen der Hafen- und Lagerhausgesellschaft (HHLA) mehrheitlich zu.
...
weiterlesen bei Jürgen Bonig für Soz unter: Link
11.2.2025: Warnstreik in Hannover
Wer am Dienstagmorgen in der Stadt und der Region Hannover mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollte, brauchte Geduld. Die Gewerkschaft Verdi hatte zum Streik bei der Üstra aufgerufen. Außerdem legten auch Mitarbeitende des Abfallentsorgers aha und der Stadtwerke enercity ihre Arbeit nieder.
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11.2.2025: Ultimatum im BVG-Streik - Erzwingung in 40 Tagen möglich
Viele von denen, die sonst in der Hauptstadt die Öffis steuern, warten und verwalten, protestierten am Montag bei einer Streikdemonstration vor der Zentrale der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG). Dazu hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Bei ihrem zweiten Warnstreik bekräftigten 6.000 Beschäftigte ihre Forderungen und machten ihrer Wut über das Angebot der Bosse vom Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Luft. Letzterem stellten sie ein Ultimatum. Allein daran, dass Scharen schwarz-gelb gekleideter BVGler sich in übervolle S-Bahn-Waggons der Deutschen Bahn gezwängt hatten, wurde deutlich, dass ein großer Teil des Berliner Verkehrs am Montag lahmgelegt war. ... Trotz Minusgraden war der Andrang so groß, dass noch vor der ersten Rede die gegenüberliegende Fahrspur blockiert wurde, um den Streikenden vor der Bühne genügend Platz einzuräumen. »Wer ist die Gewerkschaft?«, lautete die Frage aus den Lautsprecherboxen. »Wir sind die Gewerkschaft«, riefen die versammelten BVGler zurück. ... »Wir sind deutlich mehr Leute als letztes Jahr«, sagte Verhandlungsführer Jeremy Arndt der jW. Seine Rede handelte die Eckpunkte des Tarifkonflikts ab: die Forderung von 750 Euro mehr Lohn pro Monat für alle und höhere Schichtzulagen statt des vom KAV angebotenen Reallohnverlusts, Notwendigkeit des Personalaufbaus für die Zukunft des Berliner Nahverkehrs und nicht zuletzt die Ankündigung des Ultimatums: Wenn in 40 Tagen, »das sind zwei Verhandlungsrunden«, kein vernünftiges Angebot vorgelegt würde, werde die Gewerkschaft in einer Urabstimmung über den Erzwingungsstreik entscheiden. Die Belegschaft werde sich nicht vom KAV durch das »Auseinanderdividieren der Entgeltgruppen« spalten lassen, versprach ein anderes Mitglied der Tarifkommission. Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten hätten gegen das Angebot gestimmt, sich damit hinter die Tarifkommission gestellt und Streikbereitschaft signalisiert.
...
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11.2.2025: Die erste Tarifrunde im öffentlichen Dienst blieb ergebnislos – nun macht Verdi ernst
Seit den frühen Morgenstunden legen bundesweite Warnstreiks den Nahverkehr, die Abfallentsorgung und weitere städtische Dienstleistungen lahm. Besonders betroffen sind Städte wie Hannover, Bremen, Köln und Oberhausen. Die Gewerkschaften Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern 8 % mehr Lohn, mindestens jedoch 350 Euro monatlich. Arbeitgeber warnen vor hohen Kosten, doch die Beschäftigten zeigen sich entschlossen. Link
7.2.2025: Streiktag beim ÖPNV
Verdi ruft für diesen Freitag zu einem umfassenden, ganztägigen ÖPNV-Warnstreik auf, der auch die Kölner Verkehrsbetriebe betrifft. Ab 3 Uhr in der Nacht zu Freitag und bis zum Beginn des Betriebstages am Samstag, 8. Februar, fahren keine KVB-Stadtbahnen. Auch auf den Linien 16 und 18, die mit den Stadtwerken Bonn (SWB Bonn) betrieben werden, finden keine Fahrten statt. Kundencenter und Vertriebsstellen der KVB bleiben geschlossen.
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5.2.2025: Streik im Öffentlichen Dienst in Schleswig-Holstein
Aktuell laufen die Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst in Schleswig-Holstein. Davon betroffen sind Beschäftigte von Bund und Kommunen. Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem acht Prozent mehr Geld und auch mehr Freizeit. Um das zu untermauern, sind am Mittwoch rund 4.000 Menschen auf die Straße gegangen – unter anderem Mitarbeiter:innen von Krankenhäusern, Energieversorgern und der Verwaltung.
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5.2.2025: Verdi ruft Zusteller zu Arbeitsniederlegungen auf
Am Mittwoch sind die ländlichen Regionen in den Bundesländern von den Warnstreiks bei der Deutschen Post AG betroffen. Vor der 3. Verhandlungsrunde am 12./13. Februar ruft ver.di zu vollschichtigen Warnstreiks in der Paketzustellung auf.
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4.2.2025: ver.di NRW ruft im Rahmen der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen landesweit zu Warnstreiks auf
Ab Mittwoch (5. Februar 2025) werden die Streikmaßnahmen vielerorts erste Wirkung zeigen. Auf die Warnstreiks an Kanälen und Schleusen folgen dann Streikmaßnahmen in den Kommunen und den Dienststellen des Bundes. Davon betroffen sind punktuell neben der klassischen Verwaltung auch Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs sowie Kitas, Sparkassen und die städtische Entsorgung. ...
ver.di fordert von Bund und Kommunen 2025 ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert ver.di drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.
Hintergrund:
Zu den rund 640.000 in NRW von den Tarifverhandlungen betroffenen Beschäftigten von Kommunen und Bundesbehörden zählen auch Beschäftigte kommunaler Krankenhäuser, Sparkassen, des ÖPNV, an Flughäfen, bei Ver- und Entsorgern wie den Stadtwerken, kommunaler Kitas oder in Kultureinrichtungen wie Museen, Bibliotheken oder Theatern und Sportstätten, beispielsweise öffentlichen Schwimmbädern.
4.2.2025: Vollschichtige Warnstreiks bei der Deutschen Post AG am 4. Februar 2025 in ausgewählten Briefzentren bundesweit
ver.di fordert für die rund 170.000 Tarifbeschäftigten der Post und Auszubildenden sowie dual Studierenden eine Tarifsteigerung von linear sieben Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden werden drei Tage mehr Urlaub gefordert. Wer Verdi-Mitglied ist, soll vier zusätzliche Urlaubstage bekommen.
ver.di
31.1.2025: Erfolg: dm zieht Anträge im Kündigungsversuch gegen Betriebsratsvorsitzenden zurück
Imageschaden befürchtet? Verhandlung am LAG Köln entfällt
Die Drogeriekette dm wollte es eigentlich drauf anlegen: das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln sollte nach dem Willen des Unternehmens am 31. Januar 2025 die fehlende Zustimmung des Betriebsrats zur Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden des Verteilzentrums in Weilerswist bei Köln ersetzen.
Am Donnerstag, den 30. Januar 2025 zog dm überraschend alle Anträge zurück. Wir freuen uns sehr für den Betriebsratsvorsitzenden Michael Betke, dessen böswillige Kündigungsversuche damit erst einmal vom Tisch sind. Glückwunsch auch an Rechtsanwalt Dustin Koehler von der Kanzlei Silberberg Lorenz, der das Mandat für Michael inne hatte!
Sechs Kündigungsgründe – alle grober Unfug?
Gleich sechs, zum Teil nachgeschobene, und unserer Einschätzung nach mühsamst konstruierte Kündigungsgründe hatte dm vor Gericht präsentieren wollen. Offensichtlich besann man sich im letzten Moment eines Besseren. Vielleicht weil der zu erwartende Image-Schaden aufgrund des großen öffentlichen Interesses zu groß gewesen wäre?
Die Aktion gegen Arbeitsunrecht hatte Michael gegen das Union Busting bei dm solidarisch unterstützt. Der engagierte dm-Betriebsratsvorsitzende hat arbeitsunrecht FM am 19. September 2024 bei ein Interview gegeben. Auch das hatte dm zum Anlass genommen, einen nachgeschobenen Kündigungsgrund zu konstruieren. Selbstverständlich mobilisierten wir in der Folge auch zum Verhandlungstermin am 31.01.2025. Unser Interview steht bei Freie-Redios.net zur freien Verbreitung und weiteren Verwendung bereit: Interview mit Michael Betke (in der Sendung arbeitsunrecht FM #13/24 ab Minute 28:25)
Jessica Reissner für aktion arbeitsunrecht unter: Link
30.1.2025: ver.di ruft für den heutigen Donnerstag (30. Januar 2025) bundesweit Beschäftigte in ausgewählten Paketzentren zu weiteren vollschichtigen Warnstreiks auf
Am Dienstag (28. Januar 2025) hatte ver.di bereits Beschäftigte in der Zustellung in Großstädten und größeren Städten in allen Bundesländern zu vollschichtigen Warnstreiks aufgerufen, während am gestrigen Mittwoch (29. Januar 2025) Beschäftigte in der Zustellung in ländlichen Regionen in allen Bundesländern (außer den Stadtstaaten) zu vollschichtigen Warnstreiks aufgerufen waren; bundesweit hatten sich an beiden Tagen insgesamt rund 13.000 Beschäftigte an den Warnstreikaktionen beteiligt, sodass es zu Verzögerungen in der Brief-, Paket- und Verbundzustellung gekommen war.
PM Verdi
29.1.2025: Klimaaktivistin Lisa Poettinger darf ihr Referendariat nicht machen
Bayerisches Kultusministerium unterstellt »Begrifflichkeiten der kommunistischen Ideologie«. Gegen Poettinger laufen derzeit Verfahren wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte bei der Räumung des Braunkohledorfs Lützerath und Zerstörung von Wahlplakaten der AfD.In einem Schreiben, das der »Süddeutschen Zeitung« vorliegt, erklärt das Ministerium, Poettingers »Tätigkeit und Mitgliedschaft in extremistischen Organisationen« sei mit den Pflichten einer Beamtin unvereinbar. ...
weiterlesen bei Matthias Monrey unter: Link
28.1.2025: Tarifpolitik, Druck/Papier
Tarifverhandlungen Papierindustrie: Erste Runde ohne Ergebnis und ohne konkretes Angebot der Arbeitgeber zu Ende gegangen. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 18. Februar 2025 in Berlin statt.
27.1.2025: Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Montag, 27. Januar im 24-Stundenstreik, dem ersten Warnstreik der Tarifverhandlung
siehe Labournet unter: Link
24.1.2025: Tarifrunde Deutsche Post AG: Keine Annäherung in zweiter Runde – ver.di kündigt Warnstreiks an
„In den zwei Tagen Verhandlung gab es kaum Bewegung und keine greifbaren Verhandlungsergebnisse“, sagte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. „Stattdessen heißt es, die Forderungen der Beschäftigten seien nicht finanzierbar. Diese Sichtweise ist für uns nicht akzeptabel. Nur mit deutlichen Lohnsteigerungen für die Beschäftigten lassen sich die noch immer hohen Lebenshaltungskosten bewältigen.“ Zudem sei weitere Entlastung der Beschäftigten durch zusätzliche Freizeit notwendig. „Unsere Mitglieder werden ihre Antwort mit Warnstreiks in den Betrieben geben“, so Kocsis weiter. „Die Botschaft ist klar: Wir meinen es ernst, und wir sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen.“
Über konkrete Warnstreikmaßnahmen wird ver.di jeweils gesondert und zeitnah informieren.
ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden sowie dual Studierenden eine Tarifsteigerung von linear sieben Prozent bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden werden drei Tage mehr Urlaub sowie ein zusätzlicher Urlaubstag für ver.di-Mitglieder gefordert.
Die dritte Tarifverhandlungsrunde ist für den 12./13. Februar 2025 angesetzt.
PM ver.di
22.1.2025: Betriebsratsgründer*innen der hausinternen medizinischen Notfallklinik im Münchner Flughafen rücksichtslos gefeuert
In einer Zeit, in der die Arbeitswelt von Flexibilität und Wandel geprägt ist, scheinen grundlegende Arbeitnehmer*innenrechte in Bayern unter Beschuss zu stehen. Insbesondere in einer privat geführten Klinik am Münchener Flughafen, einst eine Tochtergesellschaft der Flughafen München GmbH (FMG), häufen sich die Fälle von Repression gegenüber gewerkschaftlich aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich für die Gründung eines Betriebsrates einsetzen. ...
weiterlesen bei Labournet.de unter Link
20.1.2025: Deutz AG in Köln: bis 200 Stellen sollen abgebaut + Werk in Kalk abgewickelt werden
Der Kölner Motorenhersteller Deutz AG will bis Ende 2026 insgesamt 50 Millionen Euro an Sach- und Personalkosten einsparen. Deshalb müssen auch bis zu 200 Stellen dran glauben.
Das kündigte Sebastian Schulte, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, am Sonnabend in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger an. Der Konzern will sich »neu aufstellen« und schielt dabei auf die Rüstungsindustrie. Nicht von Entlassungen betroffen sind demnach die etwa 100 Beschäftigten des Werks in Köln-Kalk, das bis Ende 2026 abgewickelt wird. Sie sollen – soweit möglich – an anderen Standorten untergebracht werden. In Kalk werden Kurbelgehäuse hergestellt. ...
Gerrit Hoekman für Junge Welt unter: Link
16.1.2025: Sicherheitsfirma am Flughafen Friedrichshafen zahlt Gehälter nicht: Mitarbeiter verweigern die Arbeit
„Weil sie schon wieder für zwei Monate ihren Lohn nicht bekommen haben, bleiben Mitarbeiter der Passagier- und Gepäckkontrolle zu Hause. Sogar die Flughafengesellschaft zeigt Verständnis. Es ist nicht das erste Mal. Angestellte der ESA-Security Aviation Gmbh & Co. KG haben seit zwei Monaten ihr Gehalt nicht bekommen. Aus diesem Grund würden die Beschäftigten der Sicherheitsfirma heute die Arbeit niederlegen, teilt die Flughafengesellschaft am Donnerstagvormittag mit. ..."
Weiterlesen bei Katy Cuko für Suedkurier unter: Link
15.1.2025: Lars Hirsekorn über die Automobilindustrie
"Lars Hirsekorn arbeitet seit 1994 bei VW in Braunschweig und ist Mitglied des dortigen Betriebsrates. Er spricht über den Tarifabschluss, der im Dezember 2024 bei VW abgeschlossen wurde und den Zustand der deutschen Automobilindustrie im Allgemeinen. Bei VW sollen 35.000 Stellen abgebaut und die Profitrate auf 6% gebracht werden. Die Arbeiter*innen sind wütend auf die IG-Metall, die nach ein paar Stunden Warnstreik einen solchen Abschluss gemacht hat, - ohne die Streikkasse angerührt zu haben und vor allem ohne Rücksprache mit der Belegschaft. Hirsekorn ist Mitinitiator einer Aktionszeitung, die den Widerstand und Debatten in der Automobilindustrie anfachen soll." Video bei labournet.tv (deutsch | 32 min | 2025)
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1.1.2025: Revolutionäre Neuigkeiten von der einzigartigen Sozialpartnerschaft zwischen VW und IG Metall
Wenn ein deutscher Industriekonzern vom Schlage VW erklärt, sich in einer Krise zu befinden, wenn er sodann die Katastrophe meldet, dass sein Gewinn um zwei Drittel eingebrochen ist und jetzt nur noch bei 1,58 Milliarden Euro pro Quartal liegt, dann gibt das interessierten Wirtschaftsexperten viel Gelegenheit, sich über die Versäumnisse zu verbreiten, aufgrund derer unser einstiger Vorzeigeautobauer den Anschluss im internationalen Wettbewerb zu verlieren droht: Er hat eine falsche Modellpolitik betrieben, zu einseitig auf den chinesischen Markt gesetzt, die Transformation zur E-Mobilität verschlafen usw. Darüber lässt sich offenbar trefflich streiten. Über eines streitet man sich dabei nicht: Für die Sanierung seiner Gewinne wird sich der Konzern an seine Belegschaft halten. ...
Weiterlesen bei gewerkschaftsforum unter: Link
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Lohn- Entlastungs- und Kündigungsabwehrkämpfe 2026 in Deutschland
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Lohn- Entlastungs- und Kündigungsabwehrkämpfe 2024 in Deutschland
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Lohn- Entlastungs- und Kündigungsabwehrkämpfe 2023 in Deutschland
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